Die aktuelle globale Faszination für die Pathfinder-Marsbilder ist genau das richtige Klima für Robert Zemeckis' ("Forrest Gump") beseeltes Science-Fiction-Drama "Contact", das sich philosophisch mit der Frage auseinandersetzt, was im Falle einer Kontaktaufnahme von Außerirdischen geschehen würde. Zemeckis' erster Film seit seinem Oscar-Triumph "Forrest Gump", eine geistreiche Antwort auf all die Außerirdischen-Invasions-Filme der letzten zwölf Monate, basiert auf dem gedankenanregenden Bestsellerroman des im Dezember 1996 verstorbenen Astronomen Carl Sagan, dessen Andenken der Film auch gewidmet ist. Mit einer meisterlichen Darstellung unterstreicht Jodie Foster, daß ihr in Hollywood so schnell niemand das Wasser reicht.
Bis die optisch an Stanley Kubricks "2001" erinnernde Weltraum-Odysee endlich an ihren kreativen Start gehen konnte, vergingen seit Sagans initialer Idee nach langem Hin und Her, inklusive unzähliger Rewrites und einem gefeuerten Regisseur, immerhin 17 Jahre. Robert Zemeckis gab seine Zusage erst, nachdem ihm zugesichert wurde, daß er das ursprünglich vorgesehene Ende mit intergalaktischer Lightshow von engelsgleichen Aliens mit einem ambivalenteren Finale ersetzen könnte. Ambivalenz ist denn auch das tragende Merkmal der 90-Mio.-Dollar-Produktion, deren Kernthema sich aus der Gegenüberstellung rationaler Wissenschaft und emotionaler Religiösitat ergibt. Für jedes Argument werden zwei Seiten präsentiert und die Antwort offengelassen. Somit wird der Zuschauer animiert zu reflektieren und sich selbst sein Urteil zu bilden - bei einer aufwendigen Hollywood-Produktion eine bemerkenswerte Seltenheit.
Mit Jodie Foster ("Nell") wurde die perfekte Schauspielerin verpflichtet, um die intellektuelle Astronomin Ellie Arroway zu porträtieren. Nach jahrelanger Funkstille empfängt sie vom Stern Vega mysteriöse Signale, die sich schließlich als codierte Anleitung für den Bau eines Weltraumtransporters herausstellen. Ihr durchtriebener Vorgesetzter Dave Drumlin (Tom Skerrit) macht ihr zunächst den Platz in der Weltraumkapsel streitig, doch letztendlich ist es Ellie, die die Menschheit in der All-Mission vertritt. Als sie von ihrem mit umwerfend kaleidoskopartig-psychedelischen Computereffekten durchsetzten Trip zurückkehrt, sind lediglich einige Sekunden vergangen...
Matthew McConaughey ("A Time to Kill") mimt den inoffiziellen spirituellen Berater des Präsidenten (Bill Clinton interagiert in "Gump"-scher Manier und reißt das Publikum zu Erheiterungsstürmen hin) und fungiert nicht nur als Sprachrohr religiöser Konzepte, sondern auch als Loveinterest für die früh verwaiste und daher an panischen Verlust- sprich Bindungsängsten leidende Ellie. James Woods spielt als nationaler Sicherheitsberater die Rolle des Skeptikers ohne Vision. In weiteren Parts sind John Hurt als exzentrischer Multimilliardär, Angela Bassett als resolute Regierungsberaterin und jede Menge Reporter des Nachrichtensenders CNN zu sehen. Die Illusion der Authentizität der globalen Gesellschaftsreaktion auf intelligentes Leben im Weltraum als Medienzirkus wurde brillant umgesetzt. Mit omnipräsenten Monitoren, seien es Computer-, Fernseh- oder Videobildschirme, wird die alles durchdringende Technik und die Abhängigkeit der Menschheit von ihr symbolisiert. "Eine absolut realistische Darstellung eines fantastischen Ereignisses" zu kreieren war die oberste Maxime für den unter enormen Erwartungsdruck stehenden Regisseur. Dafür versammelte er fast das gesamte Oscar-gekrönte Team von "Forrest Gump", das für die erstklassigen Produktionswerte von Schnitt, Kostümen, unaufdringlicher Musik, herausragendem Produktionsdesign und atemberaubenden visuellen Effekten verantwortlich zeichnet. Bei einer Laufzeit von 150 Minuten haben sich zwangsläufig ein paar Längen eingeschlichen, doch dürfte der ambitionierte Diskurs über Glaubens- und Existenzfundamente beim Publikum einen lange vernachlässigten Nerv treffen. ara.
Die aktuelle globale Faszination für die Pathfinder-Marsbilder ist genau das richtige Klima für Robert Zemeckis' ("Forrest Gump") beseeltes Science-Fiction-Drama "Contact", das sich philosophisch mit der Frage auseinandersetzt, was im Falle einer Kontaktaufnahme von Außerirdischen geschehen würde. Zemeckis' erster Film seit seinem Oscar-Triumph "Forrest Gump", eine geistreiche Antwort auf all die Außerirdischen-Invasions-Filme der letzten zwölf Monate, basiert auf dem gedankenanregenden Bestsellerroman des im Dezember 1996 verstorbenen Astronomen Carl Sagan, dessen Andenken der Film auch gewidmet ist. Mit einer meisterlichen Darstellung unterstreicht Jodie Foster, daß ihr in Hollywood so schnell niemand das Wasser reicht.
Bis die optisch an Stanley Kubricks "2001" erinnernde Weltraum-Odysee endlich an ihren kreativen Start gehen konnte, vergingen seit Sagans initialer Idee nach langem Hin und Her, inklusive unzähliger Rewrites und einem gefeuerten Regisseur, immerhin 17 Jahre. Robert Zemeckis gab seine Zusage erst, nachdem ihm zugesichert wurde, daß er das ursprünglich vorgesehene Ende mit intergalaktischer Lightshow von engelsgleichen Aliens mit einem ambivalenteren Finale ersetzen könnte. Ambivalenz ist denn auch das tragende Merkmal der 90-Mio.-Dollar-Produktion, deren Kernthema sich aus der Gegenüberstellung rationaler Wissenschaft und emotionaler Religiösitat ergibt. Für jedes Argument werden zwei Seiten präsentiert und die Antwort offengelassen. Somit wird der Zuschauer animiert zu reflektieren und sich selbst sein Urteil zu bilden - bei einer aufwendigen Hollywood-Produktion eine bemerkenswerte Seltenheit.
Mit Jodie Foster ("Nell") wurde die perfekte Schauspielerin verpflichtet, um die intellektuelle Astronomin Ellie Arroway zu porträtieren. Nach jahrelanger Funkstille empfängt sie vom Stern Vega mysteriöse Signale, die sich schließlich als codierte Anleitung für den Bau eines Weltraumtransporters herausstellen. Ihr durchtriebener Vorgesetzter Dave Drumlin (Tom Skerrit) macht ihr zunächst den Platz in der Weltraumkapsel streitig, doch letztendlich ist es Ellie, die die Menschheit in der All-Mission vertritt. Als sie von ihrem mit umwerfend kaleidoskopartig-psychedelischen Computereffekten durchsetzten Trip zurückkehrt, sind lediglich einige Sekunden vergangen...
Matthew McConaughey ("A Time to Kill") mimt den inoffiziellen spirituellen Berater des Präsidenten (Bill Clinton interagiert in "Gump"-scher Manier und reißt das Publikum zu Erheiterungsstürmen hin) und fungiert nicht nur als Sprachrohr religiöser Konzepte, sondern auch als Loveinterest für die früh verwaiste und daher an panischen Verlust- sprich Bindungsängsten leidende Ellie. James Woods spielt als nationaler Sicherheitsberater die Rolle des Skeptikers ohne Vision. In weiteren Parts sind John Hurt als exzentrischer Multimilliardär, Angela Bassett als resolute Regierungsberaterin und jede Menge Reporter des Nachrichtensenders CNN zu sehen. Die Illusion der Authentizität der globalen Gesellschaftsreaktion auf intelligentes Leben im Weltraum als Medienzirkus wurde brillant umgesetzt. Mit omnipräsenten Monitoren, seien es Computer-, Fernseh- oder Videobildschirme, wird die alles durchdringende Technik und die Abhängigkeit der Menschheit von ihr symbolisiert. "Eine absolut realistische Darstellung eines fantastischen Ereignisses" zu kreieren war die oberste Maxime für den unter enormen Erwartungsdruck stehenden Regisseur. Dafür versammelte er fast das gesamte Oscar-gekrönte Team von "Forrest Gump", das für die erstklassigen Produktionswerte von Schnitt, Kostümen, unaufdringlicher Musik, herausragendem Produktionsdesign und atemberaubenden visuellen Effekten verantwortlich zeichnet. Bei einer Laufzeit von 150 Minuten haben sich zwangsläufig ein paar Längen eingeschlichen, doch dürfte der ambitionierte Diskurs über Glaubens- und Existenzfundamente beim Publikum einen lange vernachlässigten Nerv treffen. ara.