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Der Umwelt zuliebe
Beschreibung
In seinem dritten abendfüllenden Spielfilm und vorläufigen Meisterwerk taucht Nippons Überflieger "Beat" Takeshi Kitano tief ins Yakuza-Gemüt und hält für "Good Guys" nicht mal mehr Statistenrollen bereit. Ergebnis ist ein strahlend schöner, meditativer Trip in eine fremde Welt, die Rarität eines fernöstlichen Genrefilms, der nicht nur höchsten künstlerischen Ansprüchen genügt, sondern auch den direkten Zugang zur Wessi-Seele findet.
Zuerst sieht alles nach einem ganz normalen Auftrag aus. Yakuza-Unterboß Murakawa (Takeshi) wird zum Paten beordert, um in dessen Auftrag eine Unstimmigkeit im fernen Okinawa zu bereinigen. Dort, in der US-Army-Stadt, wo amerikanische Waffen und Drogen im Überfluß zu finden sind, liegen zwei verfeindete Familien im Streit, von denen die eine nicht nur beste freundschaftliche Beziehungen zu Tokio unterhält, sondern auch umgehend um tatkräftige Hilfe bittet. Zumindest behauptet man das in Tokio. Begleitet von einer Truppe spärlich motivierter Grünschnäbel macht sich Murakawa auf den Weg nach Okinawa, geradewegs in ein Abenteuer, von dem es, wie er genau weiß, kein Zurück mehr gibt.
Wie meistens bei Takeshi ist die Story zweitrangig, wenngleich die Geschichte vom unbequemen Gangster im Zielfernrohr intriganter Kollegen kaum virtuoser und wendungsreicher entwickelt sein könnte. Die Konzentration auf Handlungsdetails bedingt allerdings ein gewisses Einfühlungsvermögen in die Befindlichkeiten japanischen Gangstertums in all seiner Ehr- und Traditionstümelei, was wohl nicht nur uns Ortsunkundige, sondern selbst den einen oder anderen japanischen Normalbürger sachte überfordern dürfte. Besser ist es, sich voll und ganz einer rauschhaft schönen Inszenierung hinzugeben, die in diesem Jahrzehnt (und wohl nicht nur dort) ihr cineastisches Beispiel sucht. Die gute Tradition japanischer Filmemacher - jede Einstellung ein Gemälde - harmoniert in voller Pracht mit lakonischem Witz und einem inszenatorischen Einfallsreichtum, von dem sich Quentin Tarantino (der "Sonatine" in Amerikas Kinos brachte und Takeshi schon seit zehn Jahren zuschaut) möglicherweise mehr Anregungen holte als aus dreißig Jahren modernem Hollywoodkino. Sehen und staunen. ab.
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