21 Jahre nach seiner Veröffentlichung kehrt das Debüt der Ärzte unter dem neuen Namen "Devil" und ohne Verbots-Sticker in den freien Verkauf zurück.
"Devil" hieß noch "Debil" als es 1984 das Licht der Welt erblickte. Es muss eine gänzlich andere Welt gewesen sein damals. Denn bereits drei Jahre später wurde "Debil" von der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Schriften indiziert. Wegen den Songs "Claudia hat nen Schäferhund" und "Schlaflied". Ja, in den Achtzigerjahren erdreistete man sich hierzulande noch, die Jugend vor offensichtlicher Satire zu schützen. Personen unter 18 Jahren durften "Debil" nicht mehr erwerben und die Platte konnte weder öffentlich gespielt noch beworben werden. Dass man "Debil" durch diese Maßnahme erst recht zum Kultobjekt machte, schien damals niemanden zu interessieren. 17 Jahre später, also 2005, gesteht sich die Bundesprüfstelle ihre Kleinkariertheit hinsichtlich der Ärzte kleinlaut ein und streicht "Debil" von ihrer Liste indizierter Platten. Anlass genug für die Ärzte, das Album unter dem neuen Namen "Devil" wieder zu veröffentlichen. Der Inhalt ist der Gleiche geblieben. Dreizehn Songs, die auch 21 Jahre nach ihrer Entstehung frech, spontan, unschuldig und keineswegs verstaubt wirken. Schließlich haben Farin Urlaub und Bela B. in Nummern wie "Scheißtyp" und "Mädchen" sattsam die Idiome gestreut, die bis zum heutigen Tag zu den individuellen Merkmalen der Ärzte zählen. Dada und schöne Melodien - das geht. Zumindest bei den Ärzten. Ohne großen Schnickschnack in Rekordzeit eingespielt, ist "Devil" aus der deutschen Popgeschichte nicht mehr wegzudenken. Wer wissen will, warum die Ärzte für die deutsche Popkultur so essentiell sind, muss zu diesem Debütwerk greifen. Und wer es bereits in der Originalversion in seiner Sammlung hat, sollte trotzdem zugreifen. Denn "Devil" bietet sattes Bonusmaterial. Insgesamt vier Alternativ-Versionen von Nummern wie "Grace Kelly" und dem "Ärzte-Thema", bei dem ein gewisser Axel Knabben, der heute die Ärzte managt, ins Saxofon bläst. Absolutes Highlight von "Devil" ist allerdings der bislang unveröffentlichte Song "Füße vom Tisch". Unterhaltsamer als in dieser Nummer, hat grandioser Schwachsinn nie geklungen.
21 Jahre nach seiner Veröffentlichung kehrt das Debüt der Ärzte unter dem neuen Namen "Devil" und ohne Verbots-Sticker in den freien Verkauf zurück.
"Devil" hieß noch "Debil" als es 1984 das Licht der Welt erblickte. Es muss eine gänzlich andere Welt gewesen sein damals. Denn bereits drei Jahre später wurde "Debil" von der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Schriften indiziert. Wegen den Songs "Claudia hat nen Schäferhund" und "Schlaflied". Ja, in den Achtzigerjahren erdreistete man sich hierzulande noch, die Jugend vor offensichtlicher Satire zu schützen. Personen unter 18 Jahren durften "Debil" nicht mehr erwerben und die Platte konnte weder öffentlich gespielt noch beworben werden. Dass man "Debil" durch diese Maßnahme erst recht zum Kultobjekt machte, schien damals niemanden zu interessieren. 17 Jahre später, also 2005, gesteht sich die Bundesprüfstelle ihre Kleinkariertheit hinsichtlich der Ärzte kleinlaut ein und streicht "Debil" von ihrer Liste indizierter Platten. Anlass genug für die Ärzte, das Album unter dem neuen Namen "Devil" wieder zu veröffentlichen. Der Inhalt ist der Gleiche geblieben. Dreizehn Songs, die auch 21 Jahre nach ihrer Entstehung frech, spontan, unschuldig und keineswegs verstaubt wirken. Schließlich haben Farin Urlaub und Bela B. in Nummern wie "Scheißtyp" und "Mädchen" sattsam die Idiome gestreut, die bis zum heutigen Tag zu den individuellen Merkmalen der Ärzte zählen. Dada und schöne Melodien - das geht. Zumindest bei den Ärzten. Ohne großen Schnickschnack in Rekordzeit eingespielt, ist "Devil" aus der deutschen Popgeschichte nicht mehr wegzudenken. Wer wissen will, warum die Ärzte für die deutsche Popkultur so essentiell sind, muss zu diesem Debütwerk greifen. Und wer es bereits in der Originalversion in seiner Sammlung hat, sollte trotzdem zugreifen. Denn "Devil" bietet sattes Bonusmaterial. Insgesamt vier Alternativ-Versionen von Nummern wie "Grace Kelly" und dem "Ärzte-Thema", bei dem ein gewisser Axel Knabben, der heute die Ärzte managt, ins Saxofon bläst. Absolutes Highlight von "Devil" ist allerdings der bislang unveröffentlichte Song "Füße vom Tisch". Unterhaltsamer als in dieser Nummer, hat grandioser Schwachsinn nie geklungen.