Dass sie am 18. November 2010 ihren 50. Geburtstag feiert, hört und sieht man der Engländerin bei diesem bemerkenswerten Comeback wahrlich nicht an. Denn mit Sound und Wucht knüpfen die 13 neuen Tracks an ihre besten Phasen in den Achtzigern an; Kim Wilde wirkte schon lange nicht mehr so frisch und verführerisch wie auf diesem, ihrem elften Studioalbum.
Zur Strahlkraft des Projekts trugen viele inspirierte und motivierte Kollaborateure bei; als Executive Producer fungierte dabei Henrik Gümoes, A&R-Freelancer für Starwatch Music. Und so erscheint das Album auch auf SevenOne, dem gemeinsamen Label von Sony Music und der ProSieben-Abteilung Starwatch.
Die Liste der Mitwirkenden ist lang. Zunächst nimmt man erfreut zur Kenntnis, dass mit Glenn Gregory (Heaven 17) bei "Greatest Journey" und Nik Kershaw bei "Love Conquers All" zwei Kollegen aus den Achtzigern als Gäste mit von der Partie sind. Der zweite Blick offenbart, dass bei "Love Conquers All" auch Paul Humphreys von OMD als Produzent und beim Programming mitgemischt hat. Doch nicht nur Humphreys sorgte dafür, dass die Keyboards und Synthesizer jenen typischen warmen Analogklang der 80er-Jahre haben, ohne dünn und scheppernd zu klingen wie damals - auch in Person von Philip Larsen ist ein Prouzent und Programmierer am Werk, der schon für The Human League, Kylie Minogue, Britney Spears oder La Roux arbeitete und zum Beispiel "Loving You More" mit einem Sound veredelt, der beste Erinnerungen an früher wachruft, aber dennoch nicht nostalgisiert.
Damit aber gar nicht erst die Gefahr eines Retrotrips aufkommt, wirken auch einige jüngere Könner mit, und so kommen Freunde des skandinavischen Powerpop auf ihre Kosten, wenn die Produzenten Fredrik Thomander und Anders Wikström ('N Sync, No Angels) in Stücken wie "King Of The World" oder "Hey! You!" Hand anlegen. "Hey! You!" ist auch dank des Keyboarders René Munk Thalund und des Gitarristen Kristian Riis, beide von der dänischen Band Nephew, ein besonders spritziges Highlight im Programm.
Last but not least mischt natürlich, wie seit eh und je, Kim Wildes jüngerer Bruder Ricky als Produzent, Gitarrist, Bassist und Backgroundsänger mit, und auch dessen Tochter Scarlett steht mit am Mikro. So kriegt dieses Album erstaunlich elegant die Kurve vom Flair der Achtziger zum modernen Popdesign, und mit "My Wish Is Your Command" - mit schöner Soloarbeit des walisischen Gitarristen Peredur ap Gwynned - kommt auch heftiger Rock nicht zu kurz. Lediglich an manchen Stellen hätte die Produktion ein wenig schlanker ausfallen können, und ob "Lights Down Low" als einer der schwächsten Tracks der beste Kandidat für die erste Single war, muss man bezweifeln.
Fazit: Hier ziehen alle an einem Strang; man hat sich was gedacht bei der Konzeption von Kim Wildes Comeback. Und deshalb ist auch was Vernünftiges dabei herausgekommen. Vermutlich wird die Engländerin in ihrer zweiten Karriere - sie ist preisgekrönte Landschaftsgärtnerin - eine Weile kürzer treten müssen.
Manfred Gillig-Degrave
Dass sie am 18. November 2010 ihren 50. Geburtstag feiert, hört und sieht man der Engländerin bei diesem bemerkenswerten Comeback wahrlich nicht an. Denn mit Sound und Wucht knüpfen die 13 neuen Tracks an ihre besten Phasen in den Achtzigern an; Kim Wilde wirkte schon lange nicht mehr so frisch und verführerisch wie auf diesem, ihrem elften Studioalbum.
Zur Strahlkraft des Projekts trugen viele inspirierte und motivierte Kollaborateure bei; als Executive Producer fungierte dabei Henrik Gümoes, A&R-Freelancer für Starwatch Music. Und so erscheint das Album auch auf SevenOne, dem gemeinsamen Label von Sony Music und der ProSieben-Abteilung Starwatch.
Die Liste der Mitwirkenden ist lang. Zunächst nimmt man erfreut zur Kenntnis, dass mit Glenn Gregory (Heaven 17) bei "Greatest Journey" und Nik Kershaw bei "Love Conquers All" zwei Kollegen aus den Achtzigern als Gäste mit von der Partie sind. Der zweite Blick offenbart, dass bei "Love Conquers All" auch Paul Humphreys von OMD als Produzent und beim Programming mitgemischt hat. Doch nicht nur Humphreys sorgte dafür, dass die Keyboards und Synthesizer jenen typischen warmen Analogklang der 80er-Jahre haben, ohne dünn und scheppernd zu klingen wie damals - auch in Person von Philip Larsen ist ein Prouzent und Programmierer am Werk, der schon für The Human League, Kylie Minogue, Britney Spears oder La Roux arbeitete und zum Beispiel "Loving You More" mit einem Sound veredelt, der beste Erinnerungen an früher wachruft, aber dennoch nicht nostalgisiert.
Damit aber gar nicht erst die Gefahr eines Retrotrips aufkommt, wirken auch einige jüngere Könner mit, und so kommen Freunde des skandinavischen Powerpop auf ihre Kosten, wenn die Produzenten Fredrik Thomander und Anders Wikström ('N Sync, No Angels) in Stücken wie "King Of The World" oder "Hey! You!" Hand anlegen. "Hey! You!" ist auch dank des Keyboarders René Munk Thalund und des Gitarristen Kristian Riis, beide von der dänischen Band Nephew, ein besonders spritziges Highlight im Programm.
Last but not least mischt natürlich, wie seit eh und je, Kim Wildes jüngerer Bruder Ricky als Produzent, Gitarrist, Bassist und Backgroundsänger mit, und auch dessen Tochter Scarlett steht mit am Mikro. So kriegt dieses Album erstaunlich elegant die Kurve vom Flair der Achtziger zum modernen Popdesign, und mit "My Wish Is Your Command" - mit schöner Soloarbeit des walisischen Gitarristen Peredur ap Gwynned - kommt auch heftiger Rock nicht zu kurz. Lediglich an manchen Stellen hätte die Produktion ein wenig schlanker ausfallen können, und ob "Lights Down Low" als einer der schwächsten Tracks der beste Kandidat für die erste Single war, muss man bezweifeln.
Fazit: Hier ziehen alle an einem Strang; man hat sich was gedacht bei der Konzeption von Kim Wildes Comeback. Und deshalb ist auch was Vernünftiges dabei herausgekommen. Vermutlich wird die Engländerin in ihrer zweiten Karriere - sie ist preisgekrönte Landschaftsgärtnerin - eine Weile kürzer treten müssen.
Manfred Gillig-Degrave