Mit dem kreativ und kommerziell höchst erfolgreichen Debütalbum "On How Life Is" hatte die Karriere der 42-jährigen Künstlerin 1999 verheißungsvoll angefangen. Mit den folgenden drei Studioalben - "The Id" (2001), "The Trouble With Being Myself" (2003) und "Big" (2007) - tat sich Macy Gray aber schwer, an den frühen Ruhm anzuknüpfen. Drei Jahre nach "Big" wagt sie mit ihrem fünften Studioalbum jetzt einen neuen Anlauf. Und der ist ihr gelungen.
Nein, den künstlerischen Ausverkauf betreibt Macy Gray um des Ruhmes willen nicht, obwohl der Titel des neuen Albums, "The Sell-out", augenzwinkernd andeutet, dass dies womöglich ihr letzter Versuch sein könnte, sich wieder in den Bestenlisten Gehör zu verschaffen.
Da es sich aber diesmal um eine kohärente und in sich stimmige Songkollektion handelt, deren Produktion moderne Dance-Elemente mit den besten Zutaten der Soul-Geschichte verbindet, dürfte das Kalkül aufgehen und Macy Gray mehr als nur einen Achtungserfolg verbuchen - zumal die rauchige Stimme der Singersongwriterin in Tracks wie "Let You Win" (mit entspannt pluckernder Perkussion) oder "Stalker" (mit dezenter Funkgitarre) bestens zum Tragen kommt, ohne zu dominant zu wirken. "That Man" wartet mit fetten Bläsern und einem tollen Shuffle-Rhythmus auf, "Real Love" zitiert Philly-Sound, "Help Me" hat Motown-Flair und nicht nur ein Stück wie "Beauty In The World" krallt sich mit eingängigem Refrain im Gehör fest.
Bei den zwölf Songs standen der Künstlerin Kollegen wie Bobby Brown oder Kaz James (Bodyrockers) als Kollaborateure zur Seite - aber auch die Guns-N'Roses-Fraktion ist mit Gitarrist Slash, Bassist Duff McKagan und Drummer Matt Sorum vertreten; Slash veredelt zum Beispiel "Kissed It" mit einem starken Solo. Sehr stimmig auch die Programmfolge: Nach einem eher modernen und rhythmusbetonten Einstieg folgen peu à peu nachdenklichere Stücken, bis am Ende "The Comeback" einen intensiven und emotional aufgeladenen Schlussakkord setzt. Bleibt zu hoffen, dass der Titel dieses letzten Tracks nicht bloß ein frommer Wunsch bleibt. Dieses Album rückt jedenfalls alle Stärken von Macy Gray ins rechte Licht.
Manfred Gillig-Degrave
Mit dem kreativ und kommerziell höchst erfolgreichen Debütalbum "On How Life Is" hatte die Karriere der 42-jährigen Künstlerin 1999 verheißungsvoll angefangen. Mit den folgenden drei Studioalben - "The Id" (2001), "The Trouble With Being Myself" (2003) und "Big" (2007) - tat sich Macy Gray aber schwer, an den frühen Ruhm anzuknüpfen. Drei Jahre nach "Big" wagt sie mit ihrem fünften Studioalbum jetzt einen neuen Anlauf. Und der ist ihr gelungen.
Nein, den künstlerischen Ausverkauf betreibt Macy Gray um des Ruhmes willen nicht, obwohl der Titel des neuen Albums, "The Sell-out", augenzwinkernd andeutet, dass dies womöglich ihr letzter Versuch sein könnte, sich wieder in den Bestenlisten Gehör zu verschaffen.
Da es sich aber diesmal um eine kohärente und in sich stimmige Songkollektion handelt, deren Produktion moderne Dance-Elemente mit den besten Zutaten der Soul-Geschichte verbindet, dürfte das Kalkül aufgehen und Macy Gray mehr als nur einen Achtungserfolg verbuchen - zumal die rauchige Stimme der Singersongwriterin in Tracks wie "Let You Win" (mit entspannt pluckernder Perkussion) oder "Stalker" (mit dezenter Funkgitarre) bestens zum Tragen kommt, ohne zu dominant zu wirken. "That Man" wartet mit fetten Bläsern und einem tollen Shuffle-Rhythmus auf, "Real Love" zitiert Philly-Sound, "Help Me" hat Motown-Flair und nicht nur ein Stück wie "Beauty In The World" krallt sich mit eingängigem Refrain im Gehör fest.
Bei den zwölf Songs standen der Künstlerin Kollegen wie Bobby Brown oder Kaz James (Bodyrockers) als Kollaborateure zur Seite - aber auch die Guns-N'Roses-Fraktion ist mit Gitarrist Slash, Bassist Duff McKagan und Drummer Matt Sorum vertreten; Slash veredelt zum Beispiel "Kissed It" mit einem starken Solo. Sehr stimmig auch die Programmfolge: Nach einem eher modernen und rhythmusbetonten Einstieg folgen peu à peu nachdenklichere Stücken, bis am Ende "The Comeback" einen intensiven und emotional aufgeladenen Schlussakkord setzt. Bleibt zu hoffen, dass der Titel dieses letzten Tracks nicht bloß ein frommer Wunsch bleibt. Dieses Album rückt jedenfalls alle Stärken von Macy Gray ins rechte Licht.
Manfred Gillig-Degrave