Für die einen sind sie eine Qual, für die anderen eine wahre Freude. Arien von Giachino Rossini zählt die amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato zu ihren Lieblingswerken, von denen nun einige auf "Colbran, The Muse" zu hören sind.
Rossini schrieb die Arien seiner Frau Isabella Colbran, im frühen 19. Jahrhundert eine gefeierte Sängerin in Neapel, auf den Leib. Darunter waren Opernrollen wie die Elisabetta in "Elisabetta, regina d'Inghilterra", die Armida in der gleichnamigen Oper und die Desdemona in "Othello". Wahrscheinlich war seine Muse ein Mezzosopran mit einer hohen Stimmlage, weshalb sie auch oft als Sopran bezeichnet wird - genau wie Joyce DiDonate.
Für ihre hohe Tonlage sind diese Arien optimal, und das unterscheidet sie deutlich von ihren Mezzokolleginnen Elina Garanca oder Vesselina Kasarova, die mit dunklerem und tieferem Timbre zuletzt ebenfalls gelungene Rossini-Interpretationen vorlegten. Um diese Arien zu bestehen, brauche man eine sehr agile Stimme, sagt die amerikanische Sängerin, eben das komme ihr sehr zugute. Mit welchem Elan und welcher Freude sie dieses Repertoire umsetzt, ist erstaunlich. Sie trällert vergnügt mit schier endlosem Atem und lässt sich auch von den äußerst anspruchsvollen Koloraturen nicht bremsen.
Mit dem Orchestra e Coro dell'Academia Nazionale di Santa Cecilia in Rom findet DiDonato zudem ideale Rossini-Interpreten. Die Musiker unter der Leitung von Edoardo Müller treiben die Sängerin an, ohne sie zu übertönen, und liefern ihr in den ruhigeren Verschnaufpausen wie der Arie "Giusto ciel, in tal periglio" aus der Oper "Maometto II" das tragende Gerüst für ihren überzeugenden Ausdruck. Das beste Stück, "Una voce poco fa" aus dem "Barbier von Sevilla", ist allerdings nicht auf der CD enthalten, was schade ist. Es gibt ihn aber als Bonus-Track auf iTunes.
Birgit Schlinger
Für die einen sind sie eine Qual, für die anderen eine wahre Freude. Arien von Giachino Rossini zählt die amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato zu ihren Lieblingswerken, von denen nun einige auf "Colbran, The Muse" zu hören sind.
Rossini schrieb die Arien seiner Frau Isabella Colbran, im frühen 19. Jahrhundert eine gefeierte Sängerin in Neapel, auf den Leib. Darunter waren Opernrollen wie die Elisabetta in "Elisabetta, regina d'Inghilterra", die Armida in der gleichnamigen Oper und die Desdemona in "Othello". Wahrscheinlich war seine Muse ein Mezzosopran mit einer hohen Stimmlage, weshalb sie auch oft als Sopran bezeichnet wird - genau wie Joyce DiDonate.
Für ihre hohe Tonlage sind diese Arien optimal, und das unterscheidet sie deutlich von ihren Mezzokolleginnen Elina Garanca oder Vesselina Kasarova, die mit dunklerem und tieferem Timbre zuletzt ebenfalls gelungene Rossini-Interpretationen vorlegten. Um diese Arien zu bestehen, brauche man eine sehr agile Stimme, sagt die amerikanische Sängerin, eben das komme ihr sehr zugute. Mit welchem Elan und welcher Freude sie dieses Repertoire umsetzt, ist erstaunlich. Sie trällert vergnügt mit schier endlosem Atem und lässt sich auch von den äußerst anspruchsvollen Koloraturen nicht bremsen.
Mit dem Orchestra e Coro dell'Academia Nazionale di Santa Cecilia in Rom findet DiDonato zudem ideale Rossini-Interpreten. Die Musiker unter der Leitung von Edoardo Müller treiben die Sängerin an, ohne sie zu übertönen, und liefern ihr in den ruhigeren Verschnaufpausen wie der Arie "Giusto ciel, in tal periglio" aus der Oper "Maometto II" das tragende Gerüst für ihren überzeugenden Ausdruck. Das beste Stück, "Una voce poco fa" aus dem "Barbier von Sevilla", ist allerdings nicht auf der CD enthalten, was schade ist. Es gibt ihn aber als Bonus-Track auf iTunes.
Birgit Schlinger