Mit diesem Album macht sich Anne-Sophie Mutter ihr eigenes Geschenk zum 35-jährigen Bühnenjubiläum und trumpft mit vier Weltersteinspielungen auf, die eigens für sie erschaffen wurden.
Die drei Komponisten Wolfgang Rihm, Krzysztof Penderecki und Sebastian Curriert kennt sie schon aus diversen Projekten, und so konnten sie Einfluss auf die Werke nehmen, die im Dialog mit ihr entstanden: Bei "Lichtes Spiel" (Rihm) äußerte Anne-Sophie den Wunsch, wie in einem Mozart-Orchester die leitende Geige zu spielen. Das Stück verzichtet auf Schlagwerk, wird von den Streichern getragen und nur von flirrenden Geigensoli unterbrochen.
Im "Duo Concertante" (Penderecki) führt sie ein Zwiegespräch mit dem Kontrabass (gespielt von Roman Patkoló), das zwischen einem vorsichtigen Herantasten und einer Auseinandersetzung der beiden Soloinstrumente schwankt.
Ebenfalls für Violine und Kontrabass ist das Rihm-Stück "Dyade" angelegt, mit irrwitzigen Sprügen auf dem Bass und anspruchsvollen Passagen auf der Geige. Das längste Werk auf diesem Album, "Time Machines" von Sebastian Currier ist eigentlich ein Violinkonzert - klassisch instrumentiert, aber äußerst facettenreich in punkto Rhythmik. Die Spannungen zwischen gestern, heute und morgen, die Zeit als Kaleidoskop reflektiert dieses Stück in sieben Sätzen. Die Musik verhält sich dabei wie das Erleben von Zeit, die mal gedehnt, verzögert oder komprimiert scheint und dann wieder sprunghaft und treibend vorwärts eilt.
Mutter geht in diesen Stücken auf, zelebriert sie mit Leidenschaft und leistet einen großen Beitrag, zeitgenössische Musik einem größeren Publikum näher zu bringen. Sie bietet sicherlich keine leichte Musik, die man nebenbei hören kann. Dafür gibt es hier unendlich viel zu entdecken.
Birgit Schlinger
Mit diesem Album macht sich Anne-Sophie Mutter ihr eigenes Geschenk zum 35-jährigen Bühnenjubiläum und trumpft mit vier Weltersteinspielungen auf, die eigens für sie erschaffen wurden.
Die drei Komponisten Wolfgang Rihm, Krzysztof Penderecki und Sebastian Curriert kennt sie schon aus diversen Projekten, und so konnten sie Einfluss auf die Werke nehmen, die im Dialog mit ihr entstanden: Bei "Lichtes Spiel" (Rihm) äußerte Anne-Sophie den Wunsch, wie in einem Mozart-Orchester die leitende Geige zu spielen. Das Stück verzichtet auf Schlagwerk, wird von den Streichern getragen und nur von flirrenden Geigensoli unterbrochen.
Im "Duo Concertante" (Penderecki) führt sie ein Zwiegespräch mit dem Kontrabass (gespielt von Roman Patkoló), das zwischen einem vorsichtigen Herantasten und einer Auseinandersetzung der beiden Soloinstrumente schwankt.
Ebenfalls für Violine und Kontrabass ist das Rihm-Stück "Dyade" angelegt, mit irrwitzigen Sprügen auf dem Bass und anspruchsvollen Passagen auf der Geige. Das längste Werk auf diesem Album, "Time Machines" von Sebastian Currier ist eigentlich ein Violinkonzert - klassisch instrumentiert, aber äußerst facettenreich in punkto Rhythmik. Die Spannungen zwischen gestern, heute und morgen, die Zeit als Kaleidoskop reflektiert dieses Stück in sieben Sätzen. Die Musik verhält sich dabei wie das Erleben von Zeit, die mal gedehnt, verzögert oder komprimiert scheint und dann wieder sprunghaft und treibend vorwärts eilt.
Mutter geht in diesen Stücken auf, zelebriert sie mit Leidenschaft und leistet einen großen Beitrag, zeitgenössische Musik einem größeren Publikum näher zu bringen. Sie bietet sicherlich keine leichte Musik, die man nebenbei hören kann. Dafür gibt es hier unendlich viel zu entdecken.
Birgit Schlinger