Im Abspann von "Hotel Lux" sieht man, in hübscher Anmutung, als handle es sich um Sternenbilder, die wahren Sterne, um die es geht im Filmgeschäft: Hollywood-Stars. Den Anfang macht Groucho Marx in "Duck Soup", später folgt die Monroe in Billy Wilders "Das verflixte 7. Jahr". Das ist kein Zufall. Marx und Wilder, anarchischer Urwitz wider den institutionalisierten Wahnsinn und fein gedrechselte humoristische Betrachtungen über Jedermänner in außergewöhnlichen Situationen - das ist das Spannungsfeld, in dem sich Leander Haußmanns bislang aufwendigste Kinoproduktion bewegt.
Die naheliegenden Vorbilder für die Komödie mit der denkbar höchsten tragischen Fallhöhe, in der sich Michael Bully Herbig auch in ernsten Momenten als souveräner und charmanter Akteur erweist, sind Lubitschs "Sein oder Nichtsein" oder Chaplins "Der große Diktator". Noch näher steht "Hotel Lux" indes "Manch mögen's heiß". Beides Verwechslungskomödien, in denen es um Leben und Tod geht, in beiden schlittern die unbedarften Protagonisten in unkontrollierbare Situationen und müssen versuchen, den Kopf über Wasser zu halten. Vor allem sind beide Filme Musterbeispiele für die gekonnte Balance aus Humor und Tragödie, aus befreiendem Lachen und abgrundtiefem Schrecken, eingebettet in eine ganz klassische Erzählung in großen artifiziellen Kinobildern.
Hier, in dieser Produktion von Günter Rohrbach und Corinna Eich, steht der deutsche Komödiant Zeisig im Mittelpunkt, der nach der Machtergreifung Hitlers eigentlich nach Hollywood fliehen will und doch nur vom Regen in die Traufe kommt, sprich: in das Moskauer Auffangbecken für geflohene Kommunisten, vor allem aus Deutschland.
Sich aus allem raushalten, wie es der unpolitische Zeisig eigentlich vorhat, wird zunehmend schwieriger, weil man ihn für den Leibastrologen Hitlers hält und Stalin einen Narren an ihm frisst - und schließlich unmöglich, als im Zuge der großen Säuberung nicht nur sein Leben, sondern auch das seines besten Freundes und der Frau, die er liebt, in akute Gefahr gerät.
Es ist nicht das erste große historische Thema, das sich Haußmann vorgenommen hat - anders aber als in seinem unkonventionell respektlosen "Sonnenallee", der die Mauer auf legendäre Weise einfach wegtanzte, wählt er für dieses Stück "historically correct fiction" (O- Ton Thekla Reuten) die Form einer klassischen Hollywood-Vorzeigekomödie, um einerseits einen angemessenen Ton für den nackten Horror zu finden, andererseits aber auch eine Grundlage für Kinounterhaltung im Auge des Wirbelsturms zu schaffen. Es gehört Mut dazu, sich einer so heiklen Thematik anzunehmen und dennoch auf Lacher zu hoffen.
Dabei schärft gerade das Lachen den Blick auf die Schrecknisse der Geschichte - und lenkt nicht von ihnen ab: Wenn Stalin den vermeintlichen Wahrsager stets zu sich aufs Scheißhaus einlädt, weil er sich nur hier nicht vom eigenen Geheimdienst belauscht glaubt, dann hat das etwas Groteskes und Aberwitziges, aber eben auch Monströses, das die Ereignisse ins rechte Verhältnis setzt. ts.
Im Abspann von "Hotel Lux" sieht man, in hübscher Anmutung, als handle es sich um Sternenbilder, die wahren Sterne, um die es geht im Filmgeschäft: Hollywood-Stars. Den Anfang macht Groucho Marx in "Duck Soup", später folgt die Monroe in Billy Wilders "Das verflixte 7. Jahr". Das ist kein Zufall. Marx und Wilder, anarchischer Urwitz wider den institutionalisierten Wahnsinn und fein gedrechselte humoristische Betrachtungen über Jedermänner in außergewöhnlichen Situationen - das ist das Spannungsfeld, in dem sich Leander Haußmanns bislang aufwendigste Kinoproduktion bewegt.
Die naheliegenden Vorbilder für die Komödie mit der denkbar höchsten tragischen Fallhöhe, in der sich Michael Bully Herbig auch in ernsten Momenten als souveräner und charmanter Akteur erweist, sind Lubitschs "Sein oder Nichtsein" oder Chaplins "Der große Diktator". Noch näher steht "Hotel Lux" indes "Manch mögen's heiß". Beides Verwechslungskomödien, in denen es um Leben und Tod geht, in beiden schlittern die unbedarften Protagonisten in unkontrollierbare Situationen und müssen versuchen, den Kopf über Wasser zu halten. Vor allem sind beide Filme Musterbeispiele für die gekonnte Balance aus Humor und Tragödie, aus befreiendem Lachen und abgrundtiefem Schrecken, eingebettet in eine ganz klassische Erzählung in großen artifiziellen Kinobildern.
Hier, in dieser Produktion von Günter Rohrbach und Corinna Eich, steht der deutsche Komödiant Zeisig im Mittelpunkt, der nach der Machtergreifung Hitlers eigentlich nach Hollywood fliehen will und doch nur vom Regen in die Traufe kommt, sprich: in das Moskauer Auffangbecken für geflohene Kommunisten, vor allem aus Deutschland.
Sich aus allem raushalten, wie es der unpolitische Zeisig eigentlich vorhat, wird zunehmend schwieriger, weil man ihn für den Leibastrologen Hitlers hält und Stalin einen Narren an ihm frisst - und schließlich unmöglich, als im Zuge der großen Säuberung nicht nur sein Leben, sondern auch das seines besten Freundes und der Frau, die er liebt, in akute Gefahr gerät.
Es ist nicht das erste große historische Thema, das sich Haußmann vorgenommen hat - anders aber als in seinem unkonventionell respektlosen "Sonnenallee", der die Mauer auf legendäre Weise einfach wegtanzte, wählt er für dieses Stück "historically correct fiction" (O- Ton Thekla Reuten) die Form einer klassischen Hollywood-Vorzeigekomödie, um einerseits einen angemessenen Ton für den nackten Horror zu finden, andererseits aber auch eine Grundlage für Kinounterhaltung im Auge des Wirbelsturms zu schaffen. Es gehört Mut dazu, sich einer so heiklen Thematik anzunehmen und dennoch auf Lacher zu hoffen.
Dabei schärft gerade das Lachen den Blick auf die Schrecknisse der Geschichte - und lenkt nicht von ihnen ab: Wenn Stalin den vermeintlichen Wahrsager stets zu sich aufs Scheißhaus einlädt, weil er sich nur hier nicht vom eigenen Geheimdienst belauscht glaubt, dann hat das etwas Groteskes und Aberwitziges, aber eben auch Monströses, das die Ereignisse ins rechte Verhältnis setzt. ts.