Die neue Komödie der "Hangover"-Autoren lässt zwei Freunde die Körper tauschen, zeigt aber ansonsten in der Erfolgsspur etwas derberer Komik kein Wechselfieber.
Nächtliches Windeln, beim dem ein Vater von freiliegenden Baby-Geschützen unter Beschuss genommen wird, gibt von Beginn an den Ton vor, mit dem die Drehbuchautoren Jon Lucas und Scott Moore hier operieren. Drastisch und frech bis hin zu lustvoll vulgär sein, ist ihre Strategie in einem Szenario, das sich wie "Hangover" auf Situationskomik fokussiert und pointierte Dialogduelle der Konkurrenz überlässt. Mit Jason Bateman ("Umständlich verliebt") und Ryan Reynolds ("Selbst ist die Braut") schlüpfen echte Genreprofis in die Rollen zweier bester Freunde, die durch eine magische Fügung für ein paar Tage das Leben des Anderen führen dürfen.
Dave (Bateman) ist ein erfolgreicher Anwalt, der kurz vor der Partnerschaft in seiner Kanzlei steht, wenn er die geplante Fusion mit einem japanischen Konzern einträglich abschließen kann. Als dreifacher Familienvater, der nachts bei seinen beiden Jüngsten Sanitärdienste leisten muss, beneidet er seinen alten Kumpel Mitch (Reynolds), der als Schauspieler sorglos durchs Leben surft, auch im Bett die Ungebundenheit liebt und so auch bei Daves scharfer Kollegin (Olivia Wilde) keinen Einspruch erheben würde, wovon der treue Ehemann nur träumen kann. Nach einer Kneipentour gestehen sich die Freunde, dass sie einmal der Andere sein wollen. Am nächsten Morgen hat sich ihr Wunsch erfüllt. Lebenskünstler und Frauenheld Mitch besetzt nun den Körper von Dave - und umgekehrt.
Verschiedene Generationen und Geschlechter ließ Hollywood bereits des Öfteren die Körper tauschen, die Variation liegt hier in einem Ansatz, der Geschmacksgrenzen überschreitet, in puncto Moral aber doch schamhaft bleibt. Von der Intimrasur bis hin zum simulierten Sex mit grenzgelifteten Blondinen wird ausgereizt, was Judd Apatow salonfähig machte. Die Brücke zu seinen Komödien schlägt auch Apatows Frau Leslie Mann, die die Leiden einer dreifachen Mutter outen und, nach einer schwangeren Stripperin, auch ihren Körper (digital) unverhüllt ausstellen darf - beides zumindest für amerikanische Augen eine Provokation. Die besten Gags in dieser Komödie, die liefert, was das Zuschauerherz derzeit fordert, bleiben Batemans Babys vorbehalten, die im Umgang mit Messer, Mixer und Elektrik zeigen, was es eigentlich nicht gibt: charmanten Terrorismus.
kob.
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