Mit ihrem dritten Studioalbum hat die Band aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn bereits ein gewaltiges Rauschen im Blätterwald verursacht - in der Musikpresse ebenso wie in den Feuilletons der Tageszeitungen. Kein Wunder, zählt die nach einer unbewohnten Insel beim Cape Cod in Massachussetts benannte Songkollektion von Grizzly Bear doch zweifellos zu den ungewöhnlichsten und innovativsten Veröffentlichungen in diesem Jahr.
Das Quartett um die beiden Sänger, Songschreiber, Gitarristen und Keyboarder Ed Droste und Daniel Rossen kreiert auf "Veckatimest" ätherische, experimentelle, progressive und geheimnisvolle Songkleinode im Spannungsfeld von Art-Pop, Post-Rock, Folk, Kammermusik und Psychedelia, auch mal angereichert mit jazzigen Tönen oder elektronischen Klängen. Dabei gleicht ihre höchst vielfältige, einfallsreiche und originelle Musik einem abenteuerlichen Trip und verweigert sich melodisch wie strukturell konsequent herkömmlichen Strickmustern. Ein echtes Faszinosum sind vor allem die eigentümlichen, öfters gegen den Strich gebürsteten mehrstimmigen Gesangsharmonien. Für die zeichnet neben allen vier Bandmitgliedern von Grizzly Bear auch mehrfach der großartige Brooklyn Youth Choir verantwortlich - oder Victoria Legrand von der Band Beach House, die auf dem keyboardlastigen Dream-Pop-Stück "Two Weeks", einem der zugänglichsten und einprägsamsten Songs des Albums, als Gastsängerin dabei ist.
Stellvertretend genannt als Anspieltipps seien zudem der hippiesk anmutende Opener "Southern Point", das versponnene Stück "Cheerleader", das bizarre "Dory", das Music-Hall-Anklänge mit abgedrehter Psychedelik kreuzt, oder die spleenig-pfiffige, sich ins Rauschhafte steigernde Glanznummer "While You Wait For The Others". Die avantgardistische Ader von Grizzly Bear manifestiert sich beispielsweise in "I Live With You", einer in lustvoller Kakophonie kulminierendem Stück.
Mit "Veckatimest" haben Grizzly Bear ein wagemutiges und visionäres Werk geschaffen, das zwar nicht leicht konsumierbar und selten radiotauglich ist, aufgrund seiner überraschenden Richtungswechsel und unkonventionellen Melodik aber stetig spannend und dazu verblüffend originär klingt. Dem aufgeschlossenen Hörer offenbart es zudem immer wieder besondere Momente von entrückter Schönheit.
Frank Medwedeff
Mit ihrem dritten Studioalbum hat die Band aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn bereits ein gewaltiges Rauschen im Blätterwald verursacht - in der Musikpresse ebenso wie in den Feuilletons der Tageszeitungen. Kein Wunder, zählt die nach einer unbewohnten Insel beim Cape Cod in Massachussetts benannte Songkollektion von Grizzly Bear doch zweifellos zu den ungewöhnlichsten und innovativsten Veröffentlichungen in diesem Jahr.
Das Quartett um die beiden Sänger, Songschreiber, Gitarristen und Keyboarder Ed Droste und Daniel Rossen kreiert auf "Veckatimest" ätherische, experimentelle, progressive und geheimnisvolle Songkleinode im Spannungsfeld von Art-Pop, Post-Rock, Folk, Kammermusik und Psychedelia, auch mal angereichert mit jazzigen Tönen oder elektronischen Klängen. Dabei gleicht ihre höchst vielfältige, einfallsreiche und originelle Musik einem abenteuerlichen Trip und verweigert sich melodisch wie strukturell konsequent herkömmlichen Strickmustern. Ein echtes Faszinosum sind vor allem die eigentümlichen, öfters gegen den Strich gebürsteten mehrstimmigen Gesangsharmonien. Für die zeichnet neben allen vier Bandmitgliedern von Grizzly Bear auch mehrfach der großartige Brooklyn Youth Choir verantwortlich - oder Victoria Legrand von der Band Beach House, die auf dem keyboardlastigen Dream-Pop-Stück "Two Weeks", einem der zugänglichsten und einprägsamsten Songs des Albums, als Gastsängerin dabei ist.
Stellvertretend genannt als Anspieltipps seien zudem der hippiesk anmutende Opener "Southern Point", das versponnene Stück "Cheerleader", das bizarre "Dory", das Music-Hall-Anklänge mit abgedrehter Psychedelik kreuzt, oder die spleenig-pfiffige, sich ins Rauschhafte steigernde Glanznummer "While You Wait For The Others". Die avantgardistische Ader von Grizzly Bear manifestiert sich beispielsweise in "I Live With You", einer in lustvoller Kakophonie kulminierendem Stück.
Mit "Veckatimest" haben Grizzly Bear ein wagemutiges und visionäres Werk geschaffen, das zwar nicht leicht konsumierbar und selten radiotauglich ist, aufgrund seiner überraschenden Richtungswechsel und unkonventionellen Melodik aber stetig spannend und dazu verblüffend originär klingt. Dem aufgeschlossenen Hörer offenbart es zudem immer wieder besondere Momente von entrückter Schönheit.
Frank Medwedeff