Die Absolventin der Mannheimer Popakademie erweist sich mit diesem Werk, das Sven Regener (Element Of Crime) als Produzent betreute, als neuer Stern am Liedermacherhimmel. Ihre Betrachtungen über Liebe und Leben sind wortgewandt und -gewaltig, originell, poetisch und intelligent. Mit Charme, Natürlichkeit und Spontaneität bringt Maike Rosa Vogel dabei Pop, Folk und Chansoneskes unter einen Hut.
Die elf Titel aus Vogels Feder umfassende Songkollektion ist sparsam instrumentiert. Im Fokus steht stets der zwischen Sanftmut und eher rauen, kantigen Phrasierungen pendelnde Sprechgesang der gebürtigen Frankfurterin, die heute in Berlin lebt. Farbtupfer liefern punktgenau eingesetzte Accessoires wie die Geigen- und Bläserbeigaben im Opener "Alle meine Liebe". "Die Mauern kamen langsam", ein Folksong über die Gesetzmäßigkeiten des Scheiterns, frischt Maike Rosa Vogel mit dylanesken Mundharmonikasoli auf.
Mit getragenen Pianotönen eröffnet "Alle meine Träume wahr", ein Stück, das mit schrägen E-Gitarrenbeigaben und kratziger Geige zu einem betrunkenen Walzer mutiert. Auch "Ich bau mir ein Zelt" beginnt ganz ruhig, um in schwungvollen Schrammelfolk mit feierlichen Bläserverzierungen von Sven Regener überzugehen. In manche Songs wie "Deine Haut" streut Frau Vogel englischsprachig gesungene Passagen ein - hier mit leicht punkiger Attitüde. Das namentlich nur durch einen Buchstaben abweichende "Meine Haut" geht dem Hörer unter selbige in seiner Intimität und Intensität.
Zu den schönsten Stücken gehört auch "Liebe gemacht ", ein bezauberndes Stück im Walzertakt über den "Morgen danach" - wobei Vogel zum Schluss mit sich selbst im Duett singt. Ähnlich adrett fällt auch ihre bewundernde Personenschilderung "Das mutigste Mädchen der Welt" aus. "Faule Menschen" ist ein zeitgemäßer Protestsong mit hübscher Melodik. Im kammermusikalischen Pop-Chanson "Kann ich bleiben?" liefert die Sängerin mit der Zeile "Dann knips ich das Licht aus damit nicht noch ein AKW unausweichlich wird" ihren persönlichen Beitrag zur aktuellen Energiedebatte.
Zum Schluss folgt mit "Er sagte" noch ein emotionaler Höhepunkt, wobei sich Vogels Stimme, ihr simples, aber effektives Gitarrenspiel, Violine und Blechgebläse stellenweise fast hymnisch zusammenfügen. Maike Rosa Vogel, die auch schon durch ihre Zusammenarbeit mit Konstantin Gropper (Get Well Soon) im Duo The Grand Mirage auf sich aufmerksam machte, profiliert sich mit diesem Album als eigenständige Persönlichkeit, als sympathisches Unikum in der deutschen Musiklandschaft. Ihre Songs und ihre Vortragsweise sind berührend, aber nicht sentimental, in der Tat nicht perfekt oder vollkommen, aber ungekünstelt und einnehmend.
Frank Medwedeff
Die Absolventin der Mannheimer Popakademie erweist sich mit diesem Werk, das Sven Regener (Element Of Crime) als Produzent betreute, als neuer Stern am Liedermacherhimmel. Ihre Betrachtungen über Liebe und Leben sind wortgewandt und -gewaltig, originell, poetisch und intelligent. Mit Charme, Natürlichkeit und Spontaneität bringt Maike Rosa Vogel dabei Pop, Folk und Chansoneskes unter einen Hut.
Die elf Titel aus Vogels Feder umfassende Songkollektion ist sparsam instrumentiert. Im Fokus steht stets der zwischen Sanftmut und eher rauen, kantigen Phrasierungen pendelnde Sprechgesang der gebürtigen Frankfurterin, die heute in Berlin lebt. Farbtupfer liefern punktgenau eingesetzte Accessoires wie die Geigen- und Bläserbeigaben im Opener "Alle meine Liebe". "Die Mauern kamen langsam", ein Folksong über die Gesetzmäßigkeiten des Scheiterns, frischt Maike Rosa Vogel mit dylanesken Mundharmonikasoli auf.
Mit getragenen Pianotönen eröffnet "Alle meine Träume wahr", ein Stück, das mit schrägen E-Gitarrenbeigaben und kratziger Geige zu einem betrunkenen Walzer mutiert. Auch "Ich bau mir ein Zelt" beginnt ganz ruhig, um in schwungvollen Schrammelfolk mit feierlichen Bläserverzierungen von Sven Regener überzugehen. In manche Songs wie "Deine Haut" streut Frau Vogel englischsprachig gesungene Passagen ein - hier mit leicht punkiger Attitüde. Das namentlich nur durch einen Buchstaben abweichende "Meine Haut" geht dem Hörer unter selbige in seiner Intimität und Intensität.
Zu den schönsten Stücken gehört auch "Liebe gemacht ", ein bezauberndes Stück im Walzertakt über den "Morgen danach" - wobei Vogel zum Schluss mit sich selbst im Duett singt. Ähnlich adrett fällt auch ihre bewundernde Personenschilderung "Das mutigste Mädchen der Welt" aus. "Faule Menschen" ist ein zeitgemäßer Protestsong mit hübscher Melodik. Im kammermusikalischen Pop-Chanson "Kann ich bleiben?" liefert die Sängerin mit der Zeile "Dann knips ich das Licht aus damit nicht noch ein AKW unausweichlich wird" ihren persönlichen Beitrag zur aktuellen Energiedebatte.
Zum Schluss folgt mit "Er sagte" noch ein emotionaler Höhepunkt, wobei sich Vogels Stimme, ihr simples, aber effektives Gitarrenspiel, Violine und Blechgebläse stellenweise fast hymnisch zusammenfügen. Maike Rosa Vogel, die auch schon durch ihre Zusammenarbeit mit Konstantin Gropper (Get Well Soon) im Duo The Grand Mirage auf sich aufmerksam machte, profiliert sich mit diesem Album als eigenständige Persönlichkeit, als sympathisches Unikum in der deutschen Musiklandschaft. Ihre Songs und ihre Vortragsweise sind berührend, aber nicht sentimental, in der Tat nicht perfekt oder vollkommen, aber ungekünstelt und einnehmend.
Frank Medwedeff