Tetsuya Nakashimas Psychothriller über den Rachefeldzug einer traumatisierten Lehrerin bestätigt eindrucksvoll, warum er 2011 zum Kandidatenkreis für den Oscar als "Bester fremdsprachiger Film" zählte.
Unter die letzten neun Nominierten kam Japans Beitrag, doch auch der Einzug unter die magischen Fünf wäre gerechtfertigt gewesen, verbindet "Geständnisse" doch visuell elegantes Erzählen mit Statements zu gesellschaftlichen Entwicklungen, die über den japanischen Kulturkreis hinausgehen. Das Spektrum reicht von sozialer Distanzierung, Mobbing, Soziopathie, Angst der Erwachsenen vor unkontrollierbar werdenden Kindern bis hin zur Konfrontation mit einer Krankheit, die noch vor nicht allzu langer Zeit das Todesurteil bedeutet hätte. Eine Reihe von Geständnissen und Enthüllungen geben Details über den Plot und die Figuren preis, halten den Zuschauer im Aufmerksamkeitsmodus und liefern neue Perspektiven auf das Erzählte.
Yuko (Takako Matsu) ist eine engagierte Lehrerin. Ihren oft teilnahmslosen Schülern versucht sie, den Wert des Lebens zu vermitteln, das der aidskranke Vater ihrer jungen Tochter viel zu früh verlieren musste. Als das Mädchen ertrunken im Schulpool gefunden wird, entdeckt die Pädagogin, dass zwei Jungen aus ihrer Klasse dafür verantwortlich sind und nimmt grausame Rache. Den Teenagern Shuya und Naoki enthüllt sie, dass die Tütenmilch, die sie gerade getrunken haben, mit dem HIV-Virus infiziert war. Danach zieht sie sich aus dem Film zurück, wechselt die Perspektive auf die Seite der beiden Schüler und einer Klassenkameradin, die glaubt, im Soziopathen Shuya eine verwandte verwundete Seele entdeckt zu haben, bis die Pädagogin am Ende ein perfides und triumphales Comeback feiert.
Drei Mutterfiguren, die ihre Kinder lieben, fürchten oder verlassen haben, spielen eine zentrale Rolle in dem unberechenbar bleibenden Plot, in dem sich die Konfusion der Pubertät, eine suizide Sehnsucht durch Druck und Vereinsamung, aber auch emotionale Verwahrlosung, Arroganz und Grausamkeit manifestieren. Obwohl Regisseur Nakashima exzessiv auf Zeitlupenästhetik setzt und sein Film wie ein überlanger Clip der (auch im Soundtrack präsenten) Melancholierocker Radiohead wirkt, ist die optische Verführungskraft seines ungewöhnlichen und ambitionierten Films, der versucht, Täter auch als Opfer zu beschreiben, unbestreitbar. kob.
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