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☆☆☆☆☆
Wie lebt man mit der Schuld, einen Menschen getötet zu haben?
Anne M. - Bewertet am 30.08.2017
Zustand: Exzellent
Das Buch ist aus Sicht eines allwissenden Erzählers geschrieben. Dieser führt den Leser gekonnt durch die Geschichte, wirft Fragen auf und macht durch Andeutungen neugierig auf das weitere Geschehen. Der Schreibstil von Pierre Lemaitre ist flüssig und klar. Er schafft es, Bilder und vor allem… Gefühle real werden zu lassen – fast hat man das Gefühl, man selbst fürchte sich vor der Verhaftung als Mörder, so gekonnt beschreibt Lemaitre das Gefühlschaos der Hauptfigur.
Die Geschichte ist in drei große Abschnitte unterteilt: Antoines Leben wir in den Jahren 1999, 2011 und 2015 beleuchtet. Innerhalb dieser Abschnitte gibt es einzelne Kapitel. Diese haben eine gute Länge, um auch „schnell mal“ ein Kapitel lesen zu können, wenn man nur wenig Zeit hat.
Schon allein die Idee der Story – ein Zwölfjähriger, der zum Mörder wird und sein Kampf mit den Schuldgefühlen – ist grandios. Das Buch hält, was die Story verspricht: Eine wahnsinnige Geschichte viel Spannung und Gefühl.
Die Verzweiflung der Hauptfigur, die Angst, entdeckt und verhaftet zu werden, und die Schuld, die ihn auch Jahre später noch belastet – als dies fühlt sich beim Lesen so real an. Ich habe mit Antoine gelitten und mich bei der Frage ertappt, wie ich an seiner Stelle reagiert hätte…