Aus 4 Bewertungen zu Die Affäre Carambol (Goethe und Schiller ermitteln)
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Lesenswert
Edith S. - Bewertet am 08.05.2018
Zustand: Sehr gut
Goethe und Schiller - ja die bekannten Dichter - ermitteln. Eigentlich wollten sie nur Goethes Mutter in Franckfurth besuchen. Doch sie werden in einer brisanten Fall hineingezogen und obwohl sie sich zunächst Streuben, ermitteln sie, denn zwei Stadträte wurden bereits ermordet und es droht eine… Belagerung durch Frankreich.
Doch es wird zuweilen richtig brenzlig für die beiden Herren.
Dieser Schreibstil: einfach göttlich. In der Sprache und Schreibweise gehalten die sicher damals in dieser Zeit gesprochen und geschrieben wurde. Mit einer ordentlichen Portion trockenem Humor.
Mir gefiel auch besonders gut die Aufmachung des Büchleins - Rot mit Goldprägung. Es erinnerte mich sofort an einen Sammlband Goethes Werke in meinem Bücherregal.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Kurzweiliger Kriminalroman
Carmen M. - Bewertet am 10.04.2018
Zustand: Sehr gut
Der abwechslungsreiche Kriminalfall, in dem die beiden Schriftsteller ermitteln, ist sehr spannend. Da dieses Buch im Jahre 1801 spielt, gibt es keine Hilfsmittel zur Klärung von Fällen wie es sie heute gibt. Sehr interessant war daher, wie sie aus den verschiedenen Geschehnissen, durch die sich die… Verschwörung zeigt, ihre Schlüsse ziehen und ihre Theorien überprüfen. Nicht immer ist das ganz ungefährlich. Die Spannung war durchgehend vorhanden, in der einen oder anderen Situation wurde sie noch höher und steigerte sich bis zum Ende der Geschichte. Die Handlung im Buch bezieht sich nur auf den Fall, über Privates der beiden Persönlichkeiten oder ihre Freundschaft erfährt man hier kaum etwas, was mich aber nicht im Geringsten gestört hat.
Der Schreibstil ist ein wenig altertümlich, es werden Begriffe aus dieser Zeit verwendet und bei einigen Wörtern ist die Schreibung anders als heute, z.B. Franckfurth, Polizey, sey, bey, critisch, Thür usw. Trotzdem ist alles sehr gut und leicht zu lesen. Auch die kurzen Kapitel tragen dazu bei, dass man die ca. 200 Seiten schnell gelesen hat.
Fazit:
Bei Die Affäre Carambol handelt es sich um einen spannenden und kurzweiligen historischen Kriminalroman mit Goethe und Schiller als Ermittler.
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☆☆☆☆☆
Große Schriftsteller auf kriminalistischer Mission - lesenswert
Anna E. - Bewertet am 15.03.2018
Zustand: Sehr gut
Mysteriöses geschieht im Frankfurt von 1801: zwei Stadträte werden ermordet (?) aufgefunden, Depeschenreiter werden ausgeschickt (allerdings nicht von offizieller Stelle) und immer wieder hat man die drohende Besatzung durch Napoleon im Nacken. Eigentlich sind Goethe und Schiller nur zu einem… Anstandsbesuch angereist, doch plötzlich finden sie sich mitten im Geschehen wieder.
Schon in „Durch Nacht und Wind“ hat das Ermittlerduo Goethe/Schiller gezeigt, dass sie weit mehr können als am heimischen Schreibtisch große Literatur hervorbringen. Ich kenne Band 1 nicht, man kann aber ohne Probleme mit der Carambolaffäre in die Reihe einsteigen. Die beiden Ermittler ähneln dem bewährten Holmes/Watson-Team: Goethe ist brillant, etwas unnahbar und geheimnisvoll. Schiller der brave Chronist der beiden, verheiratet und – naja nicht ganz so überschlau wie sein Kumpan. Als Team haben mir die beiden trotzdem gut gefallen. Ich hatte mir etwas mehr Verbindung zu ihrem historischen Vorbild erwartet, zwar wird immer wieder auf das literarische Werk der beiden angespielt, so ganz abgenommen habe ich es dem Autor dann doch wieder nicht. Nichtsdestotrotz ein schönes Duo, das gut durch die Geschichte führt. Die entwickelt sich zu einem ganz netten Krimi, der zwar nicht hochkarätig nervenaufreibend, aber durchgehend ganz spannend ist. Den historischen Kontext der Bedrohung durch Napoleon fand ich sehr ansprechend, Lehnberg hat da eine hübsche fiktive Story drumrum gebastelt. Erzählt ist das Ganze aus Schillers Sicht, er schreibt standesgemäß etwas altertümlich, was aber beim Lesen keinesfalls stört, sondern den Leser eher in die richtige Stimmung versetzt. Insgesamt liest sich die Geschichte sehr flüssig.
Mir hat „Die Affäre Carambol“ ganz gut gefallen und ich bin gespannt welche Fälle die beiden in Zukunft noch lösen werden.
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☆☆☆☆☆
Vom Dichterfürsten zum Criminalisten
Anne H. - Bewertet am 07.03.2018
Zustand: Exzellent
Friedrich Schiller (noch ohne „von“) und Johann Wolfgang von Goethe besuchen für einige Tage die Heimatstadt Goethes, Frankfurt. Viel hat sich hier in den letzten Jahren geändert, die napoleonischen Kriege haben wie überall in Europa deutliche Spuren hinterlassen. Im Stadtbild, im täglichen Leben,… in der Bevölkerung. Fast sind die beiden schon wieder auf dem Weg zurück nach Thüringen, als sie um Hilfe gebeten werden. Aufgrund ihrer Strahlkraft und allgemeinen Anerkennung, erachtet man die beiden als fähig, das nötige kosmopolitische Flair und die Diplomatie mitzubringen, in einer heiklen Angelegenheit vermittelnd aufzutreten, die den Angehörigen des Stadtrates heftiges Kopfzerbrechen bereitet. Falsche Kuriere könnten den Eindruck erwecken, von Frankfurt ginge eine Revolte aus, die letztlich wiederum zu einem Angriff oder einer Belagerung Frankfurts führen könnte, die den Ruin für die in den letzten Jahren stark mitgenommenen Stadt und ihrer Bevölkerung bedeuten würde. Doch offensichtlich ist jemand nicht mit der Einmischung der beiden einverstanden: sowohl auf die beiden Dichter als auch andere wichtige Schlüsselpersonen werden regelrechte Anschläge verübt, und schnell ist klar, wie in jedem guten Kriminalfall, die entscheidende Frage ist „cui bono?“ – wem nützt es was? – die dann letztendlich zum „whodunnit“ – wer war’s? führen wird.
Ach ja, was dann folgt, das ist nun kein hochspannender ausgeklügelter Psychokrimi – aber etwas anderes, ganz wichtiges: extrem unterhaltsam und kurzweilig erzählt. Dazu tragen verschiedene Faktoren bei: zum Einen gefällt mir Schiller als Erzähler sehr gut und die Weise wie der Autor ihn einsetzt: als bewussten Erzähler. Schiller macht den Leser direkt darauf aufmerksam: ich werde euch etwas erzählen. Und deshalb ist eben auch hier und da eine persönliche Adressierung enthalten und nicht nur das Geschehen an sich. In der Erzählweise und der Perspektive existiert auch der Zeitpunkt an dem Schiller am seinem Schreibtisch sitzt und die ganze Begebenheit aufschreibt. Außerdem berichtet er auch über seine Sicht auf Goethe (und die Damenwelt), seine Bewertung der Pläne und den ein oder anderen Disput (sehr schön, als Goethe sich über Schillers Darstellung seiner Person im ersten Band der Reihe beschwert…). Zum anderen fand ich auch den Fall an sich gut durchdacht und plausibel. Mit dem Leid anderer Geschäfte zu machen – dass ist wohl so alt wie die Menschheit, bzw. so alt wie die arbeitsteilige Gesellschaft.
Von daher passt das für mich alles gut. Die Geschichte schreitet in einem guten Tempo voran, sprachlich macht das auch einfach Spaß. Ein Krimi, der keine schlaflosen Nächte bereitet, dafür aber gut unterhält und einen feinen Humor besitzt. Wie authentisch jetzt die handelnden Personen charakterlich getroffen sind - wer mag das beurteilen, ich finde sie sind denkbar getroffen.
Viele Jahre waren Schiller ja nun nach den hier geschilderten Ereignissen nicht mehr gegönnt, aber ich hoffe, dass der Autor Goethe und ihn noch ein drittes Mal „ermitteln“ lässt.