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★★★★★
☆☆☆☆☆
Backklassiker
anonym - Bewertet am 06.11.2015
Zustand: Exzellent
Da ich das Buch im Rahmen einer Lesechallenge zum Rezensieren bekommen habe, habe ich mich relativ ausführlich damit auseinandergesetzt und insgesamt bisher 16 der 33 Rezepte ausprobiert.
Kurz vorweg: Das Buch ist eingeteilt in drei Abschnitte: Kleine Leckerbissen (Macarons, Muffins, Kekse… etc.), Klassische Kuchenwunder (Erdbeerkuchen, Apfelkuchen, Marmorkuchen etc.) und Großes Tortenglück (Sachertorte, Schwarzwälder Kirschtorte etc.). Wenn ich das Vorwort richtig deute, dann sind nur vier Rezepte von Johann Lafer persönlich (er „präsentiert“ ja nur…).
Insgesamt sind hauptsächlich klassische Rezepte enthalten, was viele während der Lesechallenge bemängelten, ich aber überhaupt nicht schlimm finde, da man so eine schöne Sammlung in einem Buch hat. Außerdem finde ich klassische Rezepte zum 40 jährigen Jubiläum der Küchenratgeber auch ganz passend. Man sollte sich aber beim Kauf darauf einstellen: Man bekommt kaum neue bzw. moderne Rezepte. Dieser Punkt lässt mich aber fragen, an wen sich das Buch eigentlich richtet. Jemand mit viel Backerfahrung wird diese Rezepte alle schon haben (und demnach dieses Buch nicht brauchen) und für jemanden ohne Erfahrung sind die Anleitungen meiner Meinung nach teilweise nicht ausführlich genug. Ich würde mich selbst zu den fortgeschrittenen Hobbybäckerinnen zählen, aber trotzdem hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle mehr Tipps gewünscht. Z.B. wie ich heiße Vanillekipferl vom Blech hebe, ohne sie dabei zu zerstören oder wie ich die Sachertorte mit Schokolade einpinsle, ohne ein streifiges Ergebnis zu erhalten.
Die meisten Sachen, die ich gebacken habe sind aber trotzdem lecker gewesen, so dass ich das Buch weiterempfehlen würde, vor allem weil ich auch noch keine Sammlung mit klassischen Rezepten besaß. Außerdem waren die meisten Zutaten (abgesehen von ungesalzenen Macadamianüssen) auch einfach zu besorgen, was ich sehr angenehm finde.
Abschließend noch meine zwei Lieblingsrezepte und zwei Rezepte, von denen man eher die Finger lassen sollte:
+ Himbeer-Macarons: sie waren optisch und geschmacklich ein Traum
+ Vanillekipferl: kein leichtes Rezept, aber trotzdem total lecker
- Zitronenkuchen: viel zu trocken
- Omas Apfelkuchen (ein Rezept von Lafer): Ich habe ihn nicht selber gebacken, aber die Resultate der anderen Teilnehmer der Lesechallenge waren ziemlich abschreckend, weil bei keinem die Apfelfüllung fest geworden ist.
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☆☆☆☆☆
Potential leider verschenkt...
Geri - Bewertet am 29.10.2015
Zustand: Exzellent
Was habe ich mich auf dieses Backbuch gefreut! Der (angebliche) Dessert-Gott der Fernsehköche versucht sich an einem Backbuch - das kann ja nur gut werden. Dachte ich...
Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis lässt schon erste Enttäuschung aufkommen:
Marmorkuchen? Zitronenkuchen? Nusskuchen? Alle in… der bekannten Aufmachung, wie Dr. Oetker sie schon seit Jahrzehnten präsentiert. Das soll was ganz Besonderes sein?!
Da fragt man sich, ob Herr Lafer auch wirklich was mit diesem Buch zu tun hat oder nur jeweils ein bekanntes Gesicht zu der neuen Jubiläumsreihe an Koch- und Backbüchern von GU gesucht wurde, ohne jeglichen Zusammenhang.
Dann ging es also ans Ausprobieren. Direkt das erste von mir ausgewählte Rezept "Omas Apfelkuchen" ging total in die Hose. Ich backe seit etwa 15 Jahren mit Leidenschaft und in den meisten Fällen gelingen meine Backwerke auch. Dieser Kuchen brauchte zunächst schon eine halbe Stunde länger im Ofen, als angegeben und war dann noch immer recht matschig im Inneren. Geschmacklich war er ganz in Ordnung, aber über die Konsistenz der nicht richtig gestockten Eimasse, konnte ich schlecht hinwegsehen.
Als nächstes war die Schwarzwälder Kirschtorte in kleinem Format an der Reihe. Jeder, der schon mal einen Kirschboden gebacken hat weiß, dass ein Glas Kirschen knapp für eine 26er Form ausreicht. Hier wurde die selbe Menge auf einen Boden einer 18er Form verteilt, was natürlich einlagig gar nicht geht. Da fragt man sich ernsthaft, ob die Rezepte mal vorher getestet wurden. Der Biskuit wird hier meines Erachtens nach "totgebacken" - 30 Minuten bei dieser geringen Menge müssen doch wirklich nicht sein?! Entsprechend wenig fluffig war er dann auch.
Positiv hervorheben möchte ich unbedingt das Nusseckenrezept! Da hatte ich bei meinen bisherigen Rezepten immer etwas auszusetzen und bin von diesem hier hellauf begeistert! Die Nussecken schmecken mindestens so gut, wie frisch vom Bäcker und überzeugen auf ganzer Linie.
Ansonsten habe ich noch ausprobiert:
- Marmorkuchen (fast identisches Rezept, wie ich es seit Ewigkeiten schon aus anderer Quelle mache)
- Nusskuchen (sehr lecker!)
- Rüblikuchen (geschmacklich nicht so richtig mein Fall, aber immerhin geglückt)
- Zimtmakronen (lecker, aber gibt bessere Rezepte)
Mit der Bewertung tue ich mich diesmal wirklich schwer, weil das ganze Ausprobieren großen Spaß macht und ich auch immer ein Goldstück unter den Rezepten finde. Hier ist aber nun die Summe an mangelhaften Rezepten doch sehr hoch, so dass ich nicht mehr als 2 Sterne geben kann. Hinzu kommt, dass ich die Auswahl der Rezepte als nicht passend für eine Lafer-Jubiläumsausgabe empfinde. Ich vermisse das Besondere! Dabei meine ich nicht, dass mehr ausgefallene Zutaten hinzu kommen sollen, sondern vielmehr ein Buch, was nicht Marmorkuchen, Zitronenkuchen und Vanillekipferl in klassischster Form zeigt. Sowas hat doch nun wirklich jeder Backfan schon zu Genüge...