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Beschreibung
Seit einem halben Jahrzehnt steht die Welt staunend und erschüttert vor der Beinahe-Kernschmelze des Finanzsystems und dem drohenden Bankrott ganzer Staaten. Der Zusammenbruch des Systems wurde bisher nur durch massive Hilfszahlungen und Haftungszusagen noch stabiler Länder und durch Subventionen über die Geldzufuhr durch die weit über ihr Mandat hinausgehende Europäische Zentralbank verhindert. Dies geschah zu Lasten des immer stärker in die Pflicht genommenen Steuerzahlers: Der Bürger wurde weitgehend ungefragt zum Bürgen. Lehren aus dieser Jahrhunderterfahrung wurden bislang nicht gezogen. Das Moneyfest stellt die Systemfrage und entwickelt eine alternative Sichtweise, die die tatsächliche Instabilität der Finanzmärkte und die Fehler der bisherigen Finanzmarktreformen sichtbar macht. Ferner werden die Ursachen der europäischen Staatsschuldenkrise, die Schwächen der "Rettungsschirme", der Fiskalpakt und die vielen neuen Reformvorschläge zu einer neuen Architektur der EU-Institutionen im Überblick diskutiert. Jenseits der üblichen Diskussionsfronten zwischen Markt- und Staatsgläubigkeit werden drastische, einfache, leicht verständliche und robuste Strukturreformen vorgeschlagen: eine Vollgeldreform (Geldschöpfung nur durch die Zentralbank), eine Größenbeschränkung für Banken, die institutionelle Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken, deutlich höhere Eigenkapitalanforderungen, die Aufgabe von Basel III mit seinen komplizierten Risikobewertungsmodellen, substantielle Beschränkungen des Derivatehandels, eine Finanztransaktions- und eine hohe einmalige Reichensteuer zum Rückkauf der Staatsanleihen. Wir brauchen ein soziales, demokratisches, ökologisches und auf fairem Wettbewerb beruhendes Europa, in dem die Schaffung sinnvoller und den Lebensunterhalt sichernder Arbeitsplätze zentrale Anliegen sind. Dies setzt neben einer konsequenten inneren europäischen Wettbewerbsordnung auch offensive Schutzzölle gegenüber unfairem sozialem und ökologischem Dumpingwettbewerb voraus. Die immer deutlicher zutage tretenden biosphärischen Grenzen unseres Planeten lassen Wachstum als Lösungsstrategie zur Überwindung der Staatsschuldenkrise fraglich erscheinen. In der Besinnung auf eine neue Weichenstellung zu einer gesamteuropäischen "Postwachstumsökonomie", die auf eine erhebliche Schrumpfung des Ressourceneinsatzes in Europa in den nächsten 15 Jahren abzielte, könnte die produktive Konsequenz aus den gegenwärtigen Finanz- und Staatsschuldenkrisen liegen. Der Autor ist Ökonom und Finanzwissenschaftler in der in Deutschland einzigen Staatswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Erfurt, die Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Politologie und Jurisprudenz interdisziplinär unter einem Dach vereint. Er gehört zur wachsenden Gruppe heterodoxer Ökonomen, die der in den Wirtschaftswissenschaften vorherrschenden „Neoklassik“ kritisch gegenüber steht. Durch mehrere Studienfächer und längere Aufenthalte im Ausland (u.a. New York und Cambridge (Mass.)) ist er einer derjenigen, die kompetent und normativ engagiert über den engen Tellerrand eines Spezialgebietes hinauszublicken versuchen. Neben seinen wissenschaftlichen Tätigkeiten und zahlreichen Auftritten zum Thema dieser Schrift in den Medien, auf Podiumsdiskussionen und mit Vorträgen gehört er dem wissenschaftlichen Beirat von Attac an und ist Mitglied der Gewerkschaft Verdi. Er engagierte sich in Frankfurt bei Occupy und ist Autor des Buches „Die große Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise“, das bereits in 5. Auflage ebenfalls im Metropolis-Verlag erschienen ist.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
01.01.2013
Sprache
Deutsch
EAN
9783731610427
Herausgeber
Metropolis
Sonderedition
Nein
Autor
Helge Peukert
Seitenanzahl
150
Auflage
1
Einbandart
Taschenbuch
Buch Untertitel
Ursachen und Lösungen der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise
Schlagwörter
Marktwirtschaft, Hayek Friedrich August, Wettbewerb, Spontane Ordnung, Institutionenökonomik, Wirtschaftspolitik, Evolutorische Ökonomik, Katallaxie, Ordnungspolitik
Höhe
208 mm
Breite
13.5 cm

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