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★★★★★
☆☆☆☆☆
Eine Reise in die Vergangenheit und zum eigenen Ich
Manuela - Bewertet am 09.06.2016
Zustand: Exzellent
Liebten wir ist der erste Ausflug der Autorin Nina Blazon in die Belletristik und ich kann schon gleich zu Anfang schreiben, dass mir dieser Ausflug sehr gut gefallen hat. Mit feinem Schreibstil und gutem Einfühlungsvermögen schreibt Nina Blazon eine Geschichte über Liebe, Familie und… Vergangenheitsbewältigung.
Mo ist Fotografin und kann ihre Welt am besten durch die Linse ihrer Kamera beobachten. Dabei sieht sie Zusammenhänge, die anderen gar nicht auffallen. Leon, Mo's Freund nimmt sie zum ersten mal mit auf ein Familienfest, dort begegnet Mo einer Familie, die sie sich nach dem Ansehen eines Fotoalbum eigentlich anders vorgestellt hat. Im Laufe der Feier kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen Mo und Leon und Mo flieht aus dem Haus. Dabei muss sie Aino, die etwas seltsame Großmutter von Leon unfreiwillig mitnehmen. Wie sich beiden Frauen einander annähern und was dabei aus der Vergangenheit beider Frauen zutage kommt, wird auf interessante Weise und mit gutem Schreibstil erzählt. Mich hat die Geschichte sehr schnell gefesselt und ich konnte das Buch nicht so schnell wieder aus der Hand legen. Das Ende des Buches war für mich schon überraschend und dennoch befriedigend. Die einzelnen Charaktere und ihre Eigenheiten werden gut herausgearbeitet und ich konnte mich gut in die einzelnen Handelnden hineinversetzen.
Für mich eine empfehlenswerte Lektüre die mir einige Stunden guter Unterhaltung gegeben hat. Es war mein erstes Buch von Nina Blazon das ich gelesen habe, aber es wird mit Sicherheit nicht mein letztes gewesen sein.
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☆☆☆☆☆
Wow, was für eine tolle Geschichte !!
Badeamsel - Bewertet am 13.10.2015
Zustand: Exzellent
Moira, genannt Mo, ist Fotografin. Sie hat ihren ganz eigenen Blick durch ihre Kamera. Mit ihrer eigenen Familie hat sie Probleme, aber sie träumt davon, in die Familie ihres Freundes Leon aufgenommen zu werden. Dieses Familientreffen geht allerdings ziemlich in die Hose, und Mo ist auf einmal auf… der Flucht. Mit dabei: Leons Großmutter Aino. Die will unbedingt nach Helsinki, Finnland, in ihre alte Heimat, und dort nach ihrer Freundin Matilda aus Jugendtagen suchen, die sie auf einem Bild einer finnischen Künstlerin in deren Ausstellung erkannt hat.
Mo und Aino könnten unterschiedlicher nicht sein. Und dennoch raufen sie sich auf dieser chaotischen Reise nach Finnland zusammen und versuchen, hinter das Geheimnis der verschwundenen Freundin zu kommen. Sowohl Mo als auch Aino müssen mit der Zeit zwangsläufig immer mehr Geheimnisse aus ihren Leben preisgeben und unterstützen sich trotz aller Unterschiede gegenseitig.
Meine Meinung:
Ich bin immer noch ganz platt von diesem Buch. Eigentlich weiß ich gar nicht, wie ich es beschreiben soll, denn nie im Leben hätte ich geahnt, wohin mich die Autorin mit ihrer Geschichte schickt. Bisher kannte ich die Autorin noch nicht, obwohl sie ja schon einige Jugendromane verfasst hat. "Liebten wir" ist ihr erster Erwachsenen-Roman, und der ist echt toll geworden. Liebesroman, Krimi, Weltkrieg, alles mit dabei. Die Beschreibung der Finnen ist göttlich (ich kenne zwar keine Finnen und war auch noch nie in deren Land, aber die Beschreibung deren Eigenheiten ist so bildhaft, dass ich mir das sehr gut vorstellen konnte).
Mehr zum Buch möchte ich eigentlich gar nicht mehr verraten, das soll jeder selbst lesen, der Lust auf dieses Buch bekommen hat.
Für mich ein Highlight dieses Jahres, dieses Buch erhält von mir eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne
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☆☆☆☆☆
Erinnerungen machen uns zu dem, was wir sind
Schnuck59 - Bewertet am 30.06.2015
Zustand: Sehr gut
Auf Ahnungen ist sie spezialisiert – eine kleine Veränderung des Blickwinkels genügt ihr manchmal. Dies ist ein Gedanke, der am Anfang des Buches „Liebten wir“ von Nina Blazon steht. Es gibt weitere interessante und nachdenkliche Themen bezogen auf Bilder und deren nicht sofort erkennbaren… Aussagen.
Die junge Fotografin Mo möchte mit ihren Freund Leon ein Teil seiner glücklichen Familie werden. Doch auf einer gemeinsam besuchten Familienfeier kommt es zum Eklat und sie befindet sich plötzlich auf der Flucht mit dessen etwas schrulliger Großmutter Aino. Diese will einfach nur weg, allerdings will sie bis nach Helsinki, dort hat sie noch was zu erledigen. Sie will dort mit ihrer Vergangenheit abschließen. Der Aufenthalt in Finnland bewirkt, dass auch Mo sich während der gemeinsamen Reise mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzt. „Freunde sind niemals Fremde. Bei Verwandten ist es manchmal Glücksache.“ Freunde kann man sich aussuchen, die Verwandtschaft leider nicht.
Der Schreibstil von Nina Blazon gefällt mir gut. Sie schreibt flüssig, mit einer kleinen Prise Humor, aber auch emotional und tiefgründig. „Wären die offiziellen Bilder die großen Worte, dann könnte man die Zwischenbilder als die bedeutungsschweren Pausen bezeichnen.“ Darüber lohnt es sich meiner Meinung nach kurz nachzudenken um die Zwischentöne zu erkennen. Gut finde ich die in kursiver Schrift eingearbeiteten Teile aus der Vergangenheit. So heben sie sich auch von den anderen Textteilen gut ab und das Unterscheiden der einzelnen Zeiten ist einfach. „Erinnerungen machen uns zu dem, was wir sind.“
Das interessant gestaltete Cover und die hier verwendete Klappenbroschur finde ich gut. Die Einblicke in die finnische Mentalität sind der Autorin hier gut gelungen. Die Geschichte ist unterhaltend und regt an manchen Stellen zum weiteren Nachdenken an. Wäre das eine neue Geschäftsidee-Gutachten für Fotoalben?
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☆☆☆☆☆
Die Wahrheit hinter der schönen Fassade
Jenny - Bewertet am 06.06.2015
Zustand: Sehr gut
Dieser Roman lebt durch die Echtheit seiner beiden Hauptprotagonistinnen, er erzählt und beschreibt die Lebensgeschichte zweier Frauen, die in jungen Jahren sehr schwere Zeiten erlebt haben und ihr Leben dennoch gemeistert haben. Er sensibilisiert den Leser für die menschlichen Schicksale während… eines Krieges, zeigt die Abhängigkeit von anderen Menschen, die Unveränderlichkeit von bitteren Enttäuschungen und verschiedene Auswege aus einem persönlichen Dilemma. Konfrontation versus Flucht. Schöne Bilder versus echte, gelebte Augenblicke. Nina Blazon gelingt es durch ihren harmonischen, fließenden Erzählstil den Leser nicht nur am Geschehen teilhaben zu lassen, sondern ihn regelrecht in die Geschichte einzubeziehen. Es fällt schwer, sich keine eigene Meinung zu bilden, es gelingt nicht eine Person zu lieben und die andere nicht zu mögen – alles scheint seine ureigene Berechtigung zu haben. Außerdem zeugt das Geschriebene von Niveau, es regt zum Nachdenken an und hinterlässt eine unumstößliche Wahrheit: „Wie auch immer dein Lebensweg aussehen mag, es gibt einen wichtigen Moment, der zählt, der dich ausmacht, der alles erklärt, alles an seinen Platz rückt und alles vollendet.“
Fazit: Ein wunderschöner, einfühlsamer, ehrlicher und überzeugender Roman. Bestens geeignet für Liebhaber persönlicher Schicksalsromane, die zumindest entfernt der Überzeugung anhängen „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Dennoch würde ich das Buch als klassischen Frauenroman einstufen, obwohl es fast gänzlich ohne Klischees auskommt.