Im Genre des U-Boot-Films, in dessen Tiefen zuletzt selbst Steven Seagal mit "Submerged" flach blieb, kreiert eine britisch-russische Schatzsuche auf Verzweiflungskurs eine neue Variante.
Regisseur Kevin Macdonald ("Der Adler der neunten Legion"), ein Genresurfer mit Qualitรคtsgarantie, war selbst Initiator des Drehbuchs von Dennis Kelly, das kritische Kommentare zu einem rรผcksichtslosen Arbeitsmarkt mit einem Trip in menschliche und marine Abgrรผnde verknรผpft und dabei bis zum Schluss Spannung generiert.
Neu sind dabei nur der Schauplatz und die Koppelung eines U-Boot-Thrillers mit dem Mythos verschwundenen Nazi-Golds, ergรคnzend dazu werden viele Konflikt generierende Elemente aus dem Bauplan des Genres wiederverwendet. Die Rostflecken auf dem im Plotfokus stehenden museumsreifen russischen U-Boots zรคhlen muss der Zuschauer aber nicht, denn Langeweile verhindert das Drama mit Figuren, die permanent unter Hochdruck stehen, und Krisenmomenten, die Leben und Nerven kosten. Spannung ist die zentrale Unterhaltungswaffe des Films, der ein dreckiges Dutzend verzweifelter Mรคnner, angefรผhrt vom stolzen und integeren U-Boot-Captain Robinson (Jude Law), zum Schwarzen Meer schickt, um dort, finanziert von einem Investor, ein 1941 gesunkenes U-Boot mit Goldbarren zu bergen. Die meisten Besatzungsmitglieder wurden von ihren Bossen als รผberflรผssiger Ballast gefeuert, wollen sich mit diesem Himmelfahrtskommando in einer Schrottlaube beweisen und in einen finanziell gesicherten Hafen tuckern.
Mit an Bord sind ein junger Frischling, der Auslรถser einer unaufdringlichen Vater-Sohn-Dynamik wird, und ein windiger Amerikaner, dem das Skript bezeichnenderweise die mieseste Persรถnlichkeit zuweist. Frauen sind auf dieser Mรคnnermission, die durch den russisch-britischen Besatzungsmix zusรคtzlich angeheizt wird, in Sekundenshots und Rรผckblenden verbannt. Zum Glรผck fรผr sie - angesichts von schwitzenden, streitenden, im psychischen รberdruck austickenden Mรคnnern, die nicht nur mit dem Ausfall von Antriebswelle und Radar, sondern auch mit Geldgier und Wahn zu kรคmpfen haben. Das Ende ist in Konsequenz und Kompromisslosigkeit kein Glรผcksgarant fรผrs groรe Publikum, aber dennoch ein Hoffnungstrรคger, weil es die Unschuld belohnt. kob.