In der Fortsetzung der Seniorenerfolgskomödie werden Herzen und Häuser saniert wie auch Generationen und Kulturen verbunden.
Mit zwei Neuzugängen, der britischen Komödiantin Tamsin Greig und dem amerikanischen Silberfuchs Richard Gere, eröffnet das "Best Exotic Marigold Hotel" ein weiteres Mal mit der vertrauten Truppe aus brillanten Charakterdarstellern und der optimistischen Botschaft, dass sich europäische Pensionäre im indischen Alterssitz nicht zum Sterben versammeln, sondern die Möglichkeiten, die das Leben auch jetzt noch bietet, umarmen.
Nachdem der Vorgänger schwerpunktmäßig noch die Eingliederung in eine fremde Kultur und das Auftauen distanzierter Figuren thematisierte, fehlt dem Nachfolger dieser erzählerische Impuls, tut er sich anfangs schwer, neue dramaturgische Brennpunkte zu finden. Zentraler Konflikt ist jetzt die Erweiterung des erfolgreichen Geschäftsmodells, der Ankauf eines zweiten in die Jahre gekommenen indischen Hotels, das zum letzten Refugium westlicher Oldtimer werden kann. Das zumindest ist der Plan des erneut überschwänglich euphorischen Hotelmanagers Sonny, bis ein alter Freund seiner Verlobten zum geschäftlichen und romantischen Konkurrenten wird. Das Drama um Sonnys bevorstehende Hochzeit köchelt allerdings auf kleiner Flamme - wie überhaupt alle Brennpunkte hier, die am Ende problemlos gelöscht werden können. Im Unterschied zum Vorgänger gibt der Tod kein Gastspiel, ist Sterben vor allem ein Motivator, noch einmal richtig zu leben.
"Wie war Amerika", wird Maggie Smiths erneut bissig-herzliche alte Dame nach ihrer Geschäftsmission in den Staaten gefragt. "Der Tod wurde dadurch noch reizvoller", ist einer von vielen knackigen Einzeilern, mit denen Smith die Verführungs- und Versöhnungsatmosphäre des Films nüchtern erdet, der zwei junge Liebende in die Ehe führen und zwei alte einsame Herzen endlich vereinen will. Letztere, gespielt von Judi Dench und Bill Nighy, dominieren die romantische Betriebsamkeit des Films auf charmant-authentische Weise, während Richard Geres Eroberung einer indischen Matriarchin etwas konstruiert und forciert wirkt. Wie schon im Vorgänger sind die britischen Bühnen- und Filmveteranen die besten Werbeträger für das Hotel - wie auch die Dialoge, die Witz mit klugen Beobachtungen und Kommentaren zum Leben paaren. kob.
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