Im nächsten Spin-Off des bonbonfarben-braven Fantasy-Märchens aus dem Peter Pan-Universum steht die Freundschaft zwischen Fee Emily und einem Monster mit Herz im Mittelpunkt.
Ein Glück, dass Tinkerbell, die kleine Fee aus Peter Pans fantastischem Reich, so viele Freundinnen hat. Sind doch dadurch unzähligen weiteren Spin-Offs Tür und Tor geöffnet. Nach Zarina aus "Tinkerbell und die Piratenbraut", der es 2014 in Deutschland auf stattliche 800.000 Besucher brachte, steht nun die freche, neugierige Emily im Mittelpunkt. Sie gilt unter den Feen als besonders tierlieb, schleppt auch schon mal einen jungen Habicht an, ohne dabei zu bedenken, dass dieser Raubvogel zu den natürlichen Feinden der Fabelwesen gehört. Die eigentliche animalische Hauptrolle aber spielt das titelgebende Nimmerbiest, eine Art ungezähmte Version des Drachen Fuchur aus der "unendlichen Geschichte". Mit diesem durchaus furchterregenden Geschöpf freundet sich Emily an. Was ihr erneut jede Menge Ärger einbringt, schließlich soll das von ihr liebevoll Grummel getaufte Nimmerbiest der Sage nach einst das Feenland zerstören. Für einiges mehr an Spannung ist also gesorgt in diesem ansonsten wieder eher vergnüglich, bonbonfarben und zuckerwattesüß angelegten Heile-Welt-Fantasy-Märchen, das diesmal Steve Loter inszenierte, der sein Handwerk als Regisseur der populären Animationsserie "Kim Possible" erlernte. Loter setzt denn auch alle Mittel ein, die sich in der Tinkerbell-Vergangenheit bereits bewährt haben. So dürfen sich die kleinen weiblichen Feen-Fans auf den wohldosierten Einsatz technisch perfekter 3D-Effekte freuen - etwa bei einer wilden Verfolgungsjagd durch den Wald oderverschiedenen Flugeinlagen. Zudem gibt es zwischendurch immer wieder die eine oder andere Song-Einlage, um ein wenig Tempo aus der Handlung zu nehmen und dem jungen Publikum Zeit zum Verarbeiten des gerade Gesehenen zu geben. Spaß machen ein paar witzige Dialoge, die den sanften Zickenkrieg unter den geflügelten Mädchen amüsant flankieren, sowie einige originelle Details wie die Stachelschweinstachel, die die Feenkriegerinnen als Waffe verwenden oder wenn das riesige Nimmerbiest von unzähligen winzigen Heldinnen in bester "Gulliver"-Manier mit einem Netz eingefangen wird. Nur zum Schluss, kurz vor dem unvermeidlichen, rundum versöhnenden Happy Ending, geht dem Film auf visueller Ebene die Puste aus -mit ein paar billigen Blitzeffekten unter giftig grüner Wolkendecke, um so etwas wie Weltuntergangsstimmung zu suggerieren. lasso.