Aberwitzige Spionagekomödie, in der Melissa McCarthy als mausige CIA-Schreibtischtäterin auf einmal an vorderster Front kämpfen muss.
Aller guten Dinge sind drei. Zumindest was die Zusammenarbeit von Regisseur Paul Feig mit seinem Star Melissa McCarthy angeht. Mit "Brautalarm" machte er sie zum Star; "Taffe Mädels" bestätigte den Status der Ulknudel. Und nun "Spy - Susan Cooper Undercover", der einerseits gelungenste, andererseits auch aberwitzigste ihrer gemeinsamen Filme, der weniger eine betont feministische Parodie auf Agentenfilme im Stil von "Austin Powers" ist, sondern ein clever im Genrekino verankertes Starvehikel, der sämtliche komischen Vorzüge McCarthys ins rechte Licht rückt. Und weil man in den USA ein R-Rating nicht scheute, ist gewährleistet, dass McCarthy ihrem unerhörten Mundwerk keinen Riegel vorschieben muss. Und Feig kann auch bei der Ausgestaltung in die Vollen gehen: Ein paar der komischsten Sequenzen nutzen groteske Gewaltszenarien: Während man lauthals lacht, ist man auch schockiert: Dürfen die das wirklich? Sie dürfen. Und das ist gut so.
Diese Susan Cooper ist maßgeschneidert für Melissa McCarthy, eine geniale CIA-Agentin, die ihre Arbeit allerdings komplett an ihrem Schreibtisch sitzend verrichten muss, von wo aus sie einem von Jude Law herrlich eitel und selbstverliebt gespielten Superagenten Anweisungen und Infos per Ohrstöpsel zuflüstert. Ein perfekt eingespieltes Team, das allerdings jäh voneinander getrennt wird, als der CIA sich an die Fersen der durchtriebenen Waffenhändlerin Rayna Boyanov setzt. Nun wird Susan selbst auf Globetrotter-Mission geschickt, in der Verkleidung einer dicken Hausfrau aus dem amerikanischen Hinterland -sehr zum Missfallen des erfahrenen Machos Richard Ford: ein atemberaubend komischer Jason Statham, der überhaupt kein Problem damit hat, sich fortwährend selbst auf den Arm zu nehmen. Fortan hetzt man über den Globus, um der bösen Boyanov doch noch das Handwerk zu legen, und nutzt jede erdenkliche Situation, Action mit gelungenen Gags anzureichern, während Susan mehr und mehr in ihre neue Rolle hinein- und über sich selbst hinauswächst.
"Spy" ist natürlich deshalb so gelungen, weil er sich offenbar nicht besonders ernst nimmt, unter der auf Hochglanz polierten Oberfläche aber durchaus einen subversiven Spaß daran hat, gängige Genre-Stereotypen ad absurdum zu führen und auf den Kopf zu stellen. Und Melissa McCarthy freien Lauf zu lassen. ts.
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