Komödienkönner und Publikumsliebling Matthias Schweighöfer bekommt es als Baulöwe mit einem renitenten Mieter in Person von Milan Peschel zu tun.
Matthias Schweighöfer schlägt wieder als Hauptdarsteller und Regisseur zu - gemeinsam mit Milan Peschel, mit dem er jüngst die Hitcomedy "Schlussmacher" landete. Obwohl sich Schweighöfer gleich zu Filmbeginn mit einer die Leinwand füllende Großaufnahme ins Spiel bringt und dabei via voice over über die wichtigen Dinge des Lebens räsoniert, ist Peschel der eigentliche "Held". Von Rachegedanken getrieben schleicht er sich als Rolf Horst alias "Der Nanny" in die Familie des Immobilienlöwen Clemens Klina (Schweighöfer) - "Voll-Horst", "Cleaner"... Namenswitze sind diesmal Programm - ein, der für den Verlust seiner Wohnung verantwortlich ist.
Eine Abrissbirne hat den gebeutelten Mann gerade seiner vier Wände beraubt. Das konnte er nicht einmal dadurch verhindern, dass er sich aus Protest an den eigenen Kühlschrank gekettet hat. Gleich dieser Auftakt belegt, dass in der Folge mit Subtilitäten nicht zu rechnen ist. Slapstick und zum Teil grobe Verbalinjurien sind angesagt. Witwer Klina ist ein Workaholic, er plant im Hafenviertel eines der größten Bauprojekte der Stadt, es gilt nur noch ein paar Häuser zu räumen, darunter auch die gemütliche Kneipe "Fischereck", Lebensmittelpunkt von Rolf und seinen Kumpels.
So viel zum Thema Gesellschaftskritik. Bleibt das anrührende, das "menschelnde" Element. Hier kommen Klinas Kids, Winnie und Theo, ins Spiel. Vier Kindermädchen hat das dreiste Duo in drei Jahren verschlissen, weiß der Papa, sieben in zwölf korrigiert die Tochter. Letztes "Opfer" war Ilona (Veronica Ferres), die, völlig aufgelöst, weil des Scheidenpilzes und der Genitalherpes bezichtigt, entnervt das Feld räumt - mit keinerlei Aussicht auf Ersatz, wie die Agentur "Rotz & Gör" auf Nachfrage mitteilt. Immer voll drauf, so lautet das Motto der Drehbuchautoren Lucy Astner, Murmel Clausen ("Vaterfreuden") und Schweighöfer.
Wie nun Klina zum besseren Menschen und guten Vater wird, davon erzählt der durchgeknallte Spaß, bei der es auch um (erste) Liebe, Sex (beim Koreaner) und (zu viel) Alkohol geht. In der Schule kommt's zum Bitch-Fight, ein Ferrari landet im Gartenteich - die sündteuren Kois schwimmen daraufhin bauchoben - und zwecks Familienaussöhnung werden Flöße gebaut. Sympathieträger Schweighöfer gibt mit weit aufgerissenen Augen den überforderten Sunny Boy, Peschel zieht grimassierend vom Leder und hält Roches "Feuchtgebiete" für ein Buch über Geographie. Kommt die teilweise etwas umständlich erzählte, schön fotografierte und ausgestattete Story ins Stocken, sorgt der Ohrwurm-Soundtrack für Schwung. Family Entertainment gefertigt in Til-Schweiger-Manier. Das funktioniert, ist aber sicherlich nicht jedermanns Sache. geh.
Hersteller: Warner Home Entertainment Germany, Humboldtstr. 62, Hamburg, 22083, whvkundenservice@wbd.com