Als Rettungspilot evakuiert Dwayne, ehemals "The Rock", Johnson seine Familie aus L.A., das in diversen Monster-Erdbeben in Trümmern versinkt.
Seit Charlton Hestons Einsatz in "Erdbeben" 1974 gab es kein Katastrophen-Spektakel mehr in Kinoformat, das die Verheerungen der San-Andreas-Verwerfung, jener erdbebenträchtigen tektonischen Plattengrenze, die Kalifornien durchschneidet, so konsequent durchspielt. Dennoch gleicht das imposante Destruktions-Szenario Roland Emmerichs Weltuntergangs-Orgien "2012" und "The Day After Tomorrow" und damit vielmehr einem Videogame, dessen Kamera stets mitten durch die turbulente 3D-Action rotiert und mit zahllosen einstürzenden Neubauten aus Helikopter-Perspektive der Sucht nach der sensationellsten Einstellung freien Lauf lässt. Vom Emmerich-Prinzip weicht "San Andreas" keine Erdspalte weit ab, ist aber weniger flapsig, dafür von heiliger Ernsthaftigkeit beseelt und wird mit einer anrührenden Familienzusammenführung emotional zusammengehalten.
Diese obliegt Publikumsmagneten Dwayne "The Rock" Johnson, der seinen Charme ausspielt und als selbstloser Hubschrauber-Rettungsflieger Ray lässig Insassen aus über dem Abgrund hängenden Autos birgt. Auch der Soundtrack lässt keinen Zweifel an seinem Heldenstatus, wiewohl Ray weder den Tod seiner zweiten Tochter noch die Scheidung von seiner Frau Emma (Carla Gugino) verhindern konnte. Der von CalTech-Wissenschaftler Hayes (sorgenvoll-seriös: Paul Giamatti) vorhergesagte Beginn eines Schwarmereignis extremer Erdstöße reißt zunächst den Hoover-Damm ein, bevor er L.A. und weitere Westküsten-Metropolen in eine Trümmerlandschaft verwandelt. Die ultimative Katastrophe dient als idealer Charaktertest: Emmas neuer reicher Freund lässt ihre Tochter Blake (Alexandra Daddario, "Percy Jackson") in der Not feige im Stich. Also rettet Ray erst Emma vom Dach eines Hochhauses (unter dem kurz zuvor Kylie Minogue in einem Cameo starb) und fortan lautet seine Mission, sein Sweetheart Blake aufzuspüren, die der propere Joby (Colton Haynes, "Teen Wolf") und sein jüngerer Bruder aus einer verschütteten Limousine befreit haben.
Die nach "Die Reise zur geheimnisvollen Insel" zweite, deutlich bildgewaltigere Kooperation von "The Rock" und Brad Peyton lässt in ihrem In-letzter-Sekunde-Stil keinen Stunt und keine Gefahrensituation aus. Von Luftakrobatik und Fallschirmsprüngen, dem Klettern durch kollabierende Gebäuderuinen und Schnellbootfahrten auf durch die Stadt pflügenden Tsunamis ist alles dabei - was definitiv Spaß macht, weil sich der Effekt-Aufwand sehen lassen kann. Hilfreich ist auch Dwayne Johnsons jedes physikalisches Gesetz bezwingende Tatkraft, ebenso die seiner aufgeweckten Filmtochter, deren technisches Wissen als Überlebensversicherung dient. Peytons Herz schlägt für die sich wieder vereinigende Familie, feiert Heldenmut wie Nationalflaggen mit gebührendem Pathos und findet zwischen Blake und Joby eine zum Schmelzen schöne Lovestory, die in der perfekt digital animierten Materialschlacht und konstanter Zerstörung Grace Under Pressure entwickelt.
tk.
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