Die Fortsetzung von Marvels global erfolgreichem Superheldengipfel prรคsentiert sich als technisches Wunderwerk mit Humor und Nonstop-Action.
"Atemlos, schwindelfrei, groรes Kino fรผr uns zwei!" Prophetisch gab Deutschlands Super-Helene das Motto vor fรผr die Fortsetzung des (vor Inflationsanpassung) dritterfolgreichsten Films aller Zeiten, der mit Highspeed durch 141 Filmminuten rauscht, einen beispiellosen Actionkrieg entfacht und dabei eine Roboterarmee, ja sogar eine ganze Stadt รผber die Wolken fliegen lรคsst, ohne als seelenloses Unterhaltungsmonstrum abzustรผrzen.
Dass Joss Whedon, erneut Drehbuchautor und Regisseur, รผber das Kernteam hinaus neue Figuren einfรผhren, die Avengers erstmals auch in die Welt hinausschicken muss und trotzdem knapp kรผrzer als der Vorgรคnger blieb, sieht man dem Film schon an, der extrem verdichtet wirkt, Wichtiges manchmal geradezu beilรคufig platziert, als mรผssten sich unsere Synapsen und emotionalen Rezeptoren der Geschwindigkeit anpassen, die eine Figur vorzugeben scheint. Pietro Maximoff, schneller als der Schall, und seine Zwillingsschwester Wanda, die ihren Opfern mit รผblen Visionen wirklich den Kopf verdrehen kann, sind starke Neuzugรคnge, deren fiktive osteuropรคische Heimat auch das Plotzentrum bildet. In Sokovia attackieren die Avengers zu Beginn die Bergfestung eines HYDRA-Schurken, finden das Chitauri-Zepter, das Loki im Vorgรคnger groรe Macht gab. Hier treffen sie auch auf die Zwillinge, die dann in den Diensten des faszinierenden Antagonisten stehen, den Tony Stark und Bruce Banner mithilfe des Zepters erschaffen. Ultron ist eine รผberragende kรผnstliche Intelligenz, die einen Kรถrper sucht und zwischenzeitlich in einem mรคchtigen Roboter parkt, der sich beliebig oft replizieren kann. Dass dieses renitente Kind, dem die ganze Welt als Spielplatz gegeben wurde, die Menschheit auslรถschen will, muss als Plotmotor reichen.
Dabei zeigt der visuell und kinetisch unglaubliche, fast halbstรผndige Showdown mit ihm und seinen Klonen, dass Ultrons zerstรถrerischem Einfallsreichtum kaum Grenzen gesetzt sind, auch wenn dieses Spektakel eigentlich nicht seinem Metaplan, sondern als รผberfordernde Multitasking-Rettungsaufgabe fรผr die Avengers deren Vernichtung dient. Das mag manchmal zu viel an Actionรผberdruck sein, aber Whedon hรคlt auch inne fรผr einige wirklich majestรคtische Momente, verliert seine Figuren, bei denen Scharfschรผtze Hawkeye prominenter als bisher in Erscheinung tritt, nie aus den Augen, bereist ihre Vergangenheit, zeigt Verwundungen, Parallelen, vor allem aber auch ikonische Teambildung, die in Verbindung mit Dialogwitz und Situationskomik diese Avengers wirklich atemlos fliegen lรคsst. kob.
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