Aus Dรคnemark kommen immer wieder kleine, feine, hintersinnige und respektlos witzige Film-รberraschungen. Und nicht alles, was dรคnisch ist, ist DOGMA, siehe "Nachtwache" von Ole Bornedal. Stuntman und Kameramann Lasse Spang Olsen hat vor fรผnf Jahren auf Regie umgesattelt und brilliert nun in seinem zweiten Spielfilm mit frรถhlich finsterer Grotesk-Thriller-Action um einen miรverstandenen Bankraub und seine verheerend kriminellen bis mรถrderischen Folgen. Fรผr Liebhaber frech schrรคger Ironisierung des Gangsterfilm-Genres ein diebisch spannendes und manchmal ziemlich heftiges Vergnรผgen.
Es beginnt ganz normal mit einer Beziehungskrise, die hรถchstens durch ihre lakonische Endgรผltigkeit รผberrascht. Die junge Frau verlรครt ihren Partner, weil sie ihn langweilig findet. Aus dem gleichen Grund war, wie sie dem verdutzten netten Arvid Blixen (Dejan Cucik) erklรคrt, bereits die gemeinsame Katze vor einiger Zeit abgehauen. Bankangestellte leben gefรคhrlich, und weil Arvid in einem solchen Geldinstitut arbeitet, รคndert sich sein Leben schlagartig. Er streckt einen Bankrรคuber mit einem Squash-Schlรคger nieder und wird als Held gefeiert. Aber nur kurz - bis eine junge Frau auf ihn einprรผgelt, weil mit dem geraubten Geld ihre kรผnstliche Befruchtung bezahlt werden sollte. Als ein Bandleader im Gefolge seiner vor Wut rasenden Rockmusiker eine Flasche auf Arvids Kopf zerdeppert wegen eines verweigerten Kredits, wird der gutmรผtige Bankangestellte von Gewissensbissen รผberwรคltigt. Er beschlieรt, alles wieder gut zu machen.
Und nun beginnt der Aberwitz, die in surrealen Schalk abdriftende Krimi-Action, der Suspense des Absurden im Clinch mit dem Tรผcken der Objekte. Drehbuchautor Anders Thomas Jensen und Regisseur Lasse Spang Olsen lassen es an nichts fehlen - von Arvids kriminellem Bruder und Restaurantbesitzer Harald (Kim Bodnia) รผber dessen Komplizen, die im Hauptberuf Kรถche sind, bis zum serbischen Kรผchenhelfer, der immer zur falschen Zeit am falschen lebensgefรคhrlichen Ort ist. Der รberfall auf einen Geldtransporter mรผndet in eine gigantische Action-Szene und hinterlรครt ein Schlachtfeld brennender Autowracks. Eine Probe-Sprengung zerfetzt einem Beteiligten das Trommelfell, und der aus dem Knast freigesprengte Bankrรคuber reagiert stocksauer und fรคngt einen tรถdlichen Streit an. Dabei sind sie eigentlich alle ganz nett, diese Galgenvรถgel mit dem sympathischsten Pokerfaces der skandinavischen Filmgeschichte. Dรคnisch sein heiรt eben, den schwรคrzesten Humor mir der freundlichsten Geste servieren. Selbst auch in den heftigen Szenen dieses Films, der allen gutherzigen Absichten zum Trotz doch noch ein paar Leichen rumliegen hat. Richtig? Falsch? Wer weiร das schon? Das muร jeder fรผr sich entscheiden. In China essen sie Hunde. Und in Dรคnemark machen sie witzige Filme. fh.
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