Ostalgische Komödie über Jugendliche, die im Dessau der 1980er Jahre mit ungewohntem Breakdance Parteifunktionären einheizen.
Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Nach dieser Devise reagieren misslaunige DDR-Funktionäre auf ein schlimmes Zeichen westlicher Dekadenz, dem Breakdance. Der begeistert 1985 die Jugendlichen auf Dessaus Straßen, die bald die wildesten Verrenkungen machen, um ihren Vorbildern in "Beat Street" nahe zu kommen. An der Spitze stehen der 18jährige Frank, seine zwei Freunde Alex und Michel und die erfolgreiche Turnerin Matti, die das Pflaster heiß tanzen. Bald schreitet die Volkspolizei ein. Um nicht im Knast zu landen, verklickert das Quartett den Herren von Stasi & Co. Breakdance sei doch ein Ausdruck der Unterprivilegierten in USA. Das leuchtet ein und die "Kommission für Unterhaltungskunst" erfindet den offiziellen Begriff "akrobatischer Schautanz", eingeordnet in der Kategorie B. Unter diesem Signum dürfen die Vier Karriere machen, touren als "Break Beaters" durch die Jugendclubs und werden berühmt und Teil des Systems - bis sie in der populären TV-Show "Ein Kessel Buntes" auftreten. Zwischen politischer Auseinandersetzung und Ostalgie-Komödie, Musical und Tanzfilm bleibt Jan Martin Scharf bei diesem durchaus unterhaltenden Blick zurück etwas unschlüssig, die Gags sind populär, aber nicht besonders subtil, und Parteibonzen als Betonköpfe zu zeigen, die jugendliche Rebellen routiniert vereinnahmen, revolutioniert das Genre nur bedingt. Die auf einer wahren Begebenheit beruhende und "erzählerisch verdichtete" Geschichte mit "frei erfundenen" Figuren spiegelt ein Stück Jugendkultur und Aufbruchsstimmung in der späten DDR wider, wie - sehr gut getroffen - auch die Arroganz der Alten gegenüber den Jungen, wenn der staatliche Betreuer (Rainer Bock) seine Vorgesetzten beruhigt: "Wenn ich das will, dann zucken die voll synchron". Doch fehlt dem "Zucken" trotz guter Choreografie die animalische Physis und die exakte Körperbeherrschung, einzig Breakdance-Weltmeister Sebastian Jaeger, besser bekannt unter seinem B-Boy-Namen "Killa Sebi", Mitglied der "Flying Steps" lässt ahnen, was Breakdance sein kann. mk.
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