Die Ausgangssituation von "Technicus - Ten Hours Left" ist ausgefallen: In einem Gasthaus wird der zu steuernden Meisterdiebin ein Vertrag angeboten, der es ihr erlaubt, in der Zeit zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen einen Schlossherrn um seinen Besitz zu bringen. Schafft sie es nicht, das Grundstück rechtzeitig zu verlassen, blüht ihr ein ungewisses Ende. Doch wer zuvor ein Denkmal aufgesucht hat, dürfte ohnehin gewarnt sein, war an Ort und Stelle doch zu lesen, man solle sich vor Sucht und Gier hüten ... Zu Fuß erforscht die fesche Protagonistin im hautengen Lederdress das weitläufige Anwesen des ungewöhnlichen Gastgebers: Auf einer Felseninsel findet sie allerhand Kisten mit wertvollen Gegenständen, kann zusätzliche Missionen übernehmen, geht lebensgefährlichen Hindernissen aus dem Weg, verschafft sich mit Hilfe logischer Denkvorgänge Zugang zu Räumen und bastelt an praktischen Vorrichtungen. Will es mit der einen oder anderen Denksportaufgabe mal nicht so recht klappen, greift die Protagonistin auf das "Tafelwerk" zurück, einem Buch, in dem Informationen nachgeschlagen werden, die für die technischen Rätsel von Nutzen sein können. Nicht selten wird darin auch historisches Wissen vermittelt. Wie wichtig dieses Kompendium für den Gesamtverlauf des Abenteuers ist, tut schon schon zu Beginn der Wirt des Gasthauses kund, wenn er sagt: "Es könnte deinen Arsch retten, und wenn du dich geschickt anstellst, auch vergolden."
Da der Spieler nur mit so genannten Mondsteinen seinen Fortschritt speichern kann, muss er stets die Kräfte der Heldin im Auge behalten. Dass es nicht möglich ist, etwa direkt nach einem gelösten Rätsel seinen Fortschritt auf Festplatte zu schreiben, kann mitunter frustrierend sein, zumal auch beim Rennen der Meisterdiebin die Lebenskraft schwindet. Zudem haben manche Schatztruhen ihre Tücken, nicht selten wurden sie mit explosionsartigen Stoffen präpariert. Insofern fährt derjenige besser, der mit Ruhe und Besonnenheit an die Sache herangeht. Auch bei "Technicus" ist Köpfchen und Konzentration gefragt, ganz so, wie man es etwa von "Chemicus" oder "Historion" kennt, wobei der prozentuale Spielanteil ein wenig höher ausgefallen ist als bisher. Eine gewisse Technikaffinität des Spielers vorausgesetzt, macht das Abeneuer viel Spaß.