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Der Umwelt zuliebe
Beschreibung
Todernste Charakterstudie, in der Jonah Hill und James Franco ein psychologisches Katz- und Mausspiel ausfechten.
Dies mag zunächst ein wenig überraschend anmuten, da die beiden zuletzt zusammen in der bizarren Chaoskomödie "Das ist das Ende" schrägem Stoner-Humor frönten. Nicht zu vergessen ist jedoch, dass sowohl Jonah als auch Franco für ihre Rollen in respektive "Moneyball" und "The Wolf of Wall Street" sowie "127 Stunden" Oscar-Nominierungen erhielten. Jetzt liefern sich die gut aufeinander eingespielten Komödienkompagnons in dem auf Tatsachen basierenden Kriminaldrama (adaptiert von Finkels gleichnamigen Memoiren) ein komplexes schauspielerisches Duell. Jonah mimt den wegen Unehrlichkeit entlassenen New-York-Times-Journalisten Mike Finkel, der eine enge Bekanntschaft mit dem manipulativen Killer Christian Longo (Franco erweitert sein ohnehin unkonventionelles Rollen-Repertoire) eingeht. Dass beide Männer gar nicht so grundverschieden sind, wie man vielleicht annehmen könnte, verdeutlicht bereits der Prolog. Mit Understatement inszeniert ist das um Wahrheits- und Identitätsfindung kreisende Kammerspiel vom britischen Theaterregisseur Rupert Goold, der hiermit sein Leinwanddebüt abgibt.
Der erfolgsverwöhnte Finkel befindet sich auf Reportage in Afrika. Für seine Story über moderne Sklaverei erfindet er eine Figur die auf mehreren Personen basiert, woraufhin er gefeuert wird. Longo hingegen weilt in Mexiko, wo er sich als der Journalist Mike Finkel ausgibt. Er wird kurz darauf für den Mord an seiner Frau und drei kleinen Kindern verhaftet und zurück in die USA ausgeliefert. Aus Neugierde weshalb Longo seine Identität angenommen hat, kontaktiert Finkel den inhaftierten, auf Unschuld pochenden Longo und beginnt ihm regelmäßige Besuche abzustatten. Beide Männer tauschen alsbald intimste Geheimnisse aus und stellen viele Ähnlichkeiten miteinander fest. Dies umschließt auch ihren Opportunismus - beide haben eine unterliegende Motivation für ihre seltsame Freundschaft.
Mit vielen Großaufnahmen wird die Annäherung der Protagonisten detailliert ins Bild gerückt. Gleichzeitig webt Goold träumerisch wirkende Flashbacks von Longos Familie (tot und lebendig) ein, womit Puzzlefragmente der Mordtragödie enthüllt werden. Akustisch getragen wird das bedächtige Psychogramm von Marco Beltramis melancholischen Instrumentalscore. Die Story an sich wartet zwar nur bedingt mit Spannung auf, das schauspielerische Tete-a-Tete hingegen ist durchaus sehenswert. ara.
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