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Beschreibung
In seiner zweiten Adaption nach einem Kinderbuch von Jo Nesbø verpackt Arild Fröhlich nicht mehr ganz so originell eine kuriose Zeitreise als amüsanten Geschichtsunterricht.
Nach "Doktor Proktors Pupspulver" erweist sich der norwegische Krimi-Schriftsteller Jo Nesbø ("Headhunters", "The Snowman") ein weiteres Mal als ausgezeichneter Vorlagengeber für einen originellen wie die Fantasie beflügelnden Kinderfilm. Auch bei "Doktor Proktors Zeitbadewanne" hat Nesbøs Landsmann Arild Fröhlich Regie geführt. Und weil seine erste Verfilmung sowohl in punkto (Wort)-Witz, komplexer Charakterzeichnung, liebevoller Ausstattung und ausgereifter Spezialeffektetechnik überzeugen konnte, hat sich der Filmemacher selbst die Messlatte für Nummer Zwei sehr hoch gelegt. Also hält er sich - wie bei Sequels üblich - nicht lange mit der Vorstellung seiner inzwischen bekannten Figuren auf und wirft sich gleich mitten hinein ins Handlungsgetümmel. Ausgelöst wird es durch eine seltsame Postkarte, die die beiden Freunde Lise und Bulle aus Paris erreicht - im Jahre 1969 abgesendet von ihrem alten Kumpel und famosen Erfinder Doktor Proktor (Gard B. Eidsvold hat Norwegens Superstar Kristoffer Joner abgelöst). Schnell merken die zwei, dass ihr Freund Hilfe braucht. Ein Glück, dass ihnen die Zeitbadewanne samt einer guten Portion Zeitseife zur Verfügung steht. So können sie Proktor quasi in jede x-beliebige Epoche nachreisen und ihn bei seinem Ziel zu unterstützen, das Rad der Geschichte im Dienste der Liebe und des Friedens ein wenig zu manipulieren. Es versteht sich von selbst, dass es bei diesen Aktionen immer wieder zu großen Überraschungen und unerwarteten Wendungen kommt. Daraus ergeben sich auch die meisten humorvollen Szenen. Allerdings ist die Gagdichte diesmal etwas luftiger angelegt, Fröhlichs Augenmerk gilt mehr einem, durchaus amüsant verpackten, Geschichtsunterricht, bei dem im Schnelldurchlauf Persönlichkeiten wie Napoleon und Johanna von Orléans und Begriffe wie Waterloo, die Guillotine oder die Französische Revolution erklärt werden. Dass daraus keine dröge Lektion in Sachen Historie wird, dafür sorgt Fröhlich mit ideenreichen Einschüben wie einer perfekt inszenierten Stummfilmeinlage, in der Proktor in Rückblicken von seiner großen Liebe Juliette Margarine erzählt, einem Auftritt von Anke Engelke, die nach ihrem Cameo als Patentamtschefin in Teil 1 nun mit herrlichem französischen Akzent die Rezeptionistin der Pariser Pension "Pommes frites" gibt, oder Bulles Ausflug ins Moulin Rouge zu den Can-Can-Girls. Dass der Bösewicht samt seiner tumben Glatzköpfe einem kuriosen Hosenträgertrick in die Falle geht, sich Bulle als falscher Napoleon zum Pazifisten wandelt und auch Mädchen mit dem ominösen Pupspulver erstaunliche Wirkungen erzielen können, machen auch die zweite Adaption nach Nesbø zu einem anarchischen Vergnügen, das ganz in der guten alten Tradition des skandinavischen Kinderfilms steht. lasso.
Hersteller: Universum Film, Neumarkter Str. 28, München, 81673, info@universumfilm.de
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