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Der Umwelt zuliebe
Technische Daten
Erscheinungsdatum
01.04.2017
Sprache
Deutsch
EAN
9783804214583
Herausgeber
Boyens Buchverlag GmbH & Co. KG
Sonderedition
Nein
Autor
Jens Natter
Seitenanzahl
72
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Buch Untertitel
Geschichte und Geschichten in Stadtteilcomics
Autorenporträt
Jens Natter, geboren 1975, wohnt mit seiner Familie in Hamburg Eimsbüttel. Er illustrierte bereits mehrere Bücher, wie das Bilderbuch „De Jung mit`n Tüdelband“ und die Graphic Novel „Der Schimmelreiter“. Für seine Illustrationen erhielt er bereits mehrere Auszeichnungen. Des Weiteren betreibt Jens Natter einen Karikaturenservice. Informationen dazu und weitere aktuelle Arbeiten sind unter: www.bildernatter.com zu finden.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Mehr cozy crime als spannender Krimi
Mirjan S. - Bewertet am 12.02.2025
Zustand: Exzellent
Mit "Die Schanze" legt Lars Menz seinen ersten Thriller vor – eine düstere Geschichte, die sich in einem kleinen, alpinen Dorf entfaltet, in dem Abgründe menschlicher Beziehungen und Geheimnisse ans Licht kommen. Lars Menz, Jahrgang 1972, ist Journalist und mehrfach ausgezeichneter Autor von… Kurzgeschichten. Seine schriftstellerische Erfahrung spiegelt sich in einem flüssigen Schreibstil wider, der jedoch bei der Charakterzeichnung und Logik des Plots Schwächen zeigt.
Worum geht's genau?
Ellen kehrt nach Jahren in das Dorf ihrer Kindheit zurück, das sie einst aufgrund eines schrecklichen Verbrechens verlassen musste. Doch kaum ist sie zurück, wird ein Mord begangen: Ein Mann wird tot an der örtlichen Skischanze gefunden. Ellen kennt das Opfer, und die Spuren weisen in eine Richtung, die sie selbst zur Verdächtigen machen könnte. Während alte Wunden aufreißen, scheint die Wahrheit über die Vergangenheit des Dorfes unaufhaltsam ans Licht zu kommen – doch nicht, ohne noch mehr Leben zu zerstören.
Meine Meinung
Die Schanze ist ein ambitioniertes Debüt, das einige interessante Ansätze bietet, jedoch in der Umsetzung mit Schwächen zu kämpfen hat. Der Prolog gibt beispielsweise früh preis, dass der Täter ein Mann ist. Dies nimmt ein Stück weit die Spannung, die bei einem Thriller oft von der Ungewissheit lebt. Auch die Figuren wirken durchgehend stark belastet, sei es durch Kindheitstraumata, Krankheiten oder komplizierte Familienverhältnisse. Besonders auffällig ist, dass gleich mehrere Figuren mit Krebs diagnostiziert sind. Diese Häufung wirkt auf mich konstruiert und hat meine Glaubwürdigkeit in die Geschichte beeinträchtigt. Auch die Beziehung zwischen den Charakteren entwickelt sich oft unglaubwürdig schnell, und die angedeutete Liebesgeschichte zwischen zwei „verletzten Seelen“ wirkt eher aufgesetzt, unpassend und angesichts der Erlebten Traumata und Verletzungen ohne Zukunft.
Ein weiteres Problem sehe ich in der Darstellung der Figuren. Es fehlen häufig klare Beschreibungen, sodass es schwerfällt, sie auseinanderzuhalten. Manche Charaktere werden eingeführt, ohne dass wesentliche Merkmale ihres Äußeren oder ihrer Persönlichkeit beschrieben werden, was das Mitfiebern erschwert. Gleichzeitig gibt es Stellen, an denen die Darstellung (vor allem von Frauen) meiner Meinung nach unnötig wertend erscheint – etwa, wenn mehrfach von "Starke(n) Frau(en)" die Rede ist oder eine (weibliche) Figur durch die Wahl ihrer Kleidung negativ hervorgehoben wird: „Eine eng geschnittene rote Bluse betonte unvorteilhaft Saskias Bauch.“ Solche Kommentare haben bei mir den Eindruck erweckt, dass die Perspektive der Erzählung hier eher von einem männlichen Blick (male gaze) geprägt ist, was nicht nötig ist, um die Handlung voranzutreiben.
Die Handlung selbst bietet zwar einige spannende Wendungen, leidet aber an vielen Stellen unter unrealistischen oder unlogischen Ereignissen. So werden etwa Autos von Vermissten einfach weggefahren, ohne dass sich die Beteiligten über die Konsequenzen Gedanken machen. Auch wirkt es konstruiert, dass ein unerfahrener Skifahrer an gefährliche Stellen vordringt oder sogar eine Schlucht herunterklettert. Solche Szenen haben es mir schwer gemacht, mich in die Geschichte einzufühlen. Zusätzlich hätte ich mir bei der Erzählung ein klareres Gefühl für den zeitlichen Ablauf gewünscht. Die Handlung scheint innerhalb weniger Tage zu spielen, aber Zeitangaben oder Kapitelüberschriften, die das bestätigen, fehlen leider.
Positiv hervorzuheben ist die Atmosphäre des Buches. Das alpine Dorf mit seiner düsteren, beklemmenden Stimmung wird sehr anschaulich beschrieben. Diese Szenerie hat dazu beigetragen, dass ich zumindest stellenweise in die Geschichte eintauchen konnte. Zudem blieb ich als Leserin lange Zeit im Unklaren, wem ich trauen konnte. Dieses Element hat der Spannung durchaus gutgetan, auch wenn ich mir noch tiefere Einblicke in die Perspektive des Täters gewünscht hätte - bspw. dazwischen vermehrt Kapiteln/Szenen aus seiner Sicht/Perspektive geschrieben.
Der Schluss hat mich jedoch nicht überzeugt. Einige Fragen werden zwar geklärt, aber vieles wirkt überzogen oder zu sehr auf einen dramatischen Effekt hin konstruiert. Auch die Einbindung von Diversität (Merab und queere Charaktere) wirkte auf mich eher beiläufig und nicht organisch in die Geschichte eingebettet. Das mag daran liegen, dass der Fokus stärker auf der Hauptgeschichte lag, aber es wirkte, als sei dies nachträglich hinzugefügt worden.
Fazit
"Die Schanze" hat Potenzial, das jedoch durch konstruierten Plot, blasse Figuren und unrealistische Szenen verschenkt wird. Zwar liest sich die Geschichte flüssig, und die düstere Dorfatmosphäre ist gelungen, doch die Handlung wirkt an vielen Stellen unlogisch und aufgesetzt. Insgesamt vergebe ich 2,5 von 5 Sternen.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Dunkle Geheimnisse am Abgrund
Diana K. - Bewertet am 24.01.2025
Zustand: Exzellent
Lars Menz gelingt mit Die Schanze ein fesselnder Thriller, der die düsteren Abgründe einer kleinen Dorfgemeinschaft im Alpenland beleuchtet. Das Cover ist ein echter Hingucker: die Schanze in Vogelperspektive, mit stimmigen Schwarz-Weiß-Kontrasten und grünen Highlights, die den grünen Farbschnitt… perfekt ergänzen. Es weckt sofort das Gefühl von Höhe und Gefahr und spiegelt die Spannung des Romans treffend wider.
Die Handlung packt von der ersten Seite an. Der grausame Mord, bei dem ein Mann von einer Schanze gestoßen wird, zieht den Leser in eine Welt aus Schuld, Misstrauen und Geheimnissen. Die Hauptfigur Ellen Roth ist komplex und glaubwürdig. Ihre Rückkehr in das Dorf ihrer Kindheit, das von einem düsteren Verbrechen aus der Vergangenheit überschattet wird, ist eindringlich geschildert. Die Frage, ob sie selbst eine Verbindung zum Mord hat, sorgt für einen ständigen Nervenkitzel.
Der Autor schafft es meisterhaft, die Enge und Spannung einer abgeschotteten Dorfgemeinschaft zu transportieren. Jeder Charakter ist mit Bedacht gezeichnet, und die Beziehungen zwischen den Dorfbewohnern sind geprägt von einem Geflecht aus Lügen, Schuld und alten Geheimnissen. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist fließend und verstärkt die bedrückende Atmosphäre des Romans.
Besonders beeindruckend ist die Intensität, mit der die Emotionen der Figuren und die Konfrontation mit der Vergangenheit geschildert wird. Der Spannungsbogen wird bis zum letzten Kapitel aufrechterhalten, und die Auflösung ist schockierend und plausibel zugleich.
Die Schanze ist ein hervorragend konstruierter Thriller, der durch seine vielschichtigen Charaktere, die beklemmende Dorfatmosphäre und den raffinierten Plot überzeugt. Lars Menz versteht es, seine Leser in Atem zu halten und gleichzeitig die Frage nach Schuld und Vergebung in den Mittelpunkt zu stellen. Ein absolutes Muss für Thriller-Fans, die psychologische Tiefe und unvorhersehbare Wendungen schätzen.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Nichts ruht für immer!
Petra B. - Bewertet am 23.01.2025
Zustand: Sehr gut
Das Cover ist mit einer Schanze in einer Schneelandschaft gestaltet. Die neongrünen Streifen führen zum Ort des Mordes.
Ellen Roth sucht nach der Trennung von ihrem Freund nach einem neuen Anfang, kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück und übernimmt dort eine Hausarztpraxis. Kurz darauf geschieht… ein Mord.
Der Schreibstil liest sich leicht verständlich und angenehm flüssig.
Von Anfang an besteht eine bedrückende Atmosphäre und die Spannung fesselt den Leser sofort.
Ellens Vergangenheit schleicht sich immer wieder in die Gegenwart und erinnert an ihre eigene Katastrophe.
Viele Geheimnisse und viele Verdächtige tauchen auf, die ein Motiv für den Mord haben könnten.
Über allem schwebt eine schreckliche Tat in der Vergangenheit, die eigentlich vergessen bleiben sollte.
Fazit:
Eiskalter dramatischer Thriller in einem beschaulichen Ort!