Mit einer größtenteils wahren Geschichte über zwei junge amerikanische Waffenschieber inszeniert "Hangover"-Regisseur Todd Phillips seinen bisher besten Film.
Die unglaublichen Abenteuer der beiden machten Ende der 2000er Jahre Schlagzeilen, wurden in Guy Lawsons Buch "Arms and the Dudes" dokumentiert und bilden das Gerüst für Phillips' Verfilmung, die komisch, ernst, absurd und satirisch ausbalanciert und einmal ohne platten Humor amüsiert. "War Dogs" wildert im Revier von "The Wolf of Wall Street", in den juristischen und ökonomischen Schlupflöchern, die auch Außenseitern, Blendern oder Systemversagern den amerikanischen Traum ermöglichen, zeigt zudem die Macht des Kinos, das den Protagonisten den Weg vorzeichnet.
Anspielungen auf Brian De Palmas Koks- und Gangsteroper "Scarface" ziehen sich durch den ganzen Film, manifestieren sich auch im US-Plakat, auf dem nun nicht die Silhouette von Al Pacino, sondern von Jonah Hill mit der Waffe in der Hand grimmige Entschlossenheit signalisiert. Hills Figur ist auch der Auslöser für die Geschichte, die sich gegenüber den realen Vorfällen einige Freiheiten nimmt, insbesondere im surrealen LKW-Trip durch den Irak, der symbolhaft für das "mehr-Glück-als-Verstand"-Resümee der gefährlichen Geschäfte des Duos steht. David Packouz (Miles Teller) war Masseur in Miami, als ihn Efraim Diveroli (Jonah Hill) mit einem Angebot köderte, das er nicht ablehnen konnte. Mit minimalem Aufwand durchforsteten die beiden lukrative Ausschreibungen des Pentagons für Waffen- und Munitionslieferungen, die online zugänglich waren und auch kleinen Lieferanten den Zuschlag ermöglichten. Mit dreisten Lügen und gefälschten Dokumenten sicherte sich das Duo 2007 einen Multimillionendeal, der die Blase letztlich platzen ließ.
Die Story ist so unfassbar wie amüsant und folgt einem klassischen Aufstiegs- und Absturzszenario, in dem Hill, zurück im John-Goodman-Kampfgewicht, mit einer manipulativen, intriganten, aber eben nicht unkomischen Figur vom Leder ziehen darf. Teller ist der verführte Sympathieträger des Zuschauers, der Tourguide durch ein absurdes Szenario, in dem Sätze wie "Das ist wie die Comic-Con, nur mit Granaten" (über eine Waffenmesse) oder "Ich bin gegen den Krieg, aber für Geld" (über moralische Bedenken) so irrsinig wie absolut plausibel klingen. kob.