Kinoadaption des auch als Puppen-Serie populären Kinderstoffes nach Boy Lornsen um die Freundschaft eines Jungen und eines Roboters.
Das knapp 50 Jahre alte Kinderbuch, das vor allem durch die gleichnamige Puppenserie aus den frühen 1970er Jahren populär ist, modernisierten die Produzenten von Wüste Film und Regisseur Wolfgang Groos (einschlägig erfahren mit "Vorstadtkrokodile 3", "Vampirschwestern" und "Rico, Oskar und das Herzgebreche"), behielten aber auch den altmodischen Charme bei. So ist aus dem bösen Zauberer aus dem Buch ein schnieker, geldgieriger Konzernboss (Friedrich Mücke) geworden, der von einer hochmodernen Zentrale in Hamburg, die selbst die Elbphilharmonie überragt, seine Geschäfte regiert. Seine niedliche runde Optik erhalten hat dagegen das von Hauptfigur Tobbi (Arsseni Bultmann) entworfene Fliewatüüt, ein Fahrzeug, das auch fliegen und schwimmen kann und bei dem ähnlich wie bei Robbi auf CGI weitgehend verzichtet wurde.
Zentrum der teils an "E.T." oder "Nummer 5 lebt" erinnernden Geschichte bleibt die Freundschaft zweier junger Außenseiter, des elfjährigen Erfinders Tobbi, der von seinen Mitschülern gemobbt wird, und des außerirdischen Roboters mit Herz Robbi. Der kracht buchstäblich in das Leben von Tobbi, als er auf der Erde bruchlandet und dabei seine Eltern verliert. Die sind am Nordpol aufgeschlagen und erfrieren, wenn Robbi sie nicht rettet. Doch wie dorthin kommen, wenn das einzige Raumschiff in Tütermoor ein Spielgerät vor der Apotheke ist? Tobbi hilft. Gemeinsam mit Rockern - eine sympathische und amüsante Ergänzung der Filmemacher - bauen die beiden das Fliewatüüt aus Schrottplatzteilen zusammen und starten ins Abenteuer.
Das ist auch für die jüngsten Zuschauer gedacht, die höchstens von der Laufzeit von 105 Minuten abgeschreckt werden könnten. Nicht dass Langeweile aufkäme. Jede Menge Gags sorgen für Kurzweil, auch hübsch altmodische, die immer wieder funktionieren. Etwa , wenn Tobbi den Mitschüler, der ihn immer fertig macht, "fernsteuert" und er ihn zu seiner Mutter (Jördis Triebel als patente Mechanikerin) schickt, damit er sich als bester Freund ausgibt. Die Musik von Helmut Zerlett, die auch die Musik aus der Serie zitiert, begleitet die komischen Szenen passend ebenso wie die dramatischen. Ein Coup gelang den Machern mit der Besetzung des prominenten Paars im richtigen Leben, Alexandra Maria Lara und Sam Riley, als knallharte Killeragenten Sharon Schaldämpfer und Brad Blutbad, die Robbi aufspüren sollen. Sie hatten offensichtlich viel Spaß dabei, sich als Rivalen zu kabbeln. Spaß dürfte auch Bjarne Mädel in seinem Kurzauftritt als einsamer Leuchtturmwärter gehabt haben, der im Käpt'n Blaubär-Tonfall mit sich selbst "Mensch ärgere dich nicht" spielt. Da bleibt auch den Erwachsenen nichts anderes übrig als zu schmunzeln.
hai.