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★★★★★
☆☆☆☆☆
Sehr guter Agententhriller
Florian E. - Bewertet am 18.09.2017
Zustand: Exzellent
Bei dem Buch Der Preis, den man zahlt, handelt es sich um einen Spionageroman, von Arturo Perez-Reverte.
Im November 1936, zur Zeit des Spanischen Bürgerkriegs, erhält Lorenzo Falco einen Auftrag, der es in sich hat. Er soll einen wichtigen politischen Gefangenen aus seinem Festungsgefängnis zu… befreien. Er lernt auf diese Weise Eva kennen, und sie wird für ihn nicht, wie bisher üblich, zu einer von vielen, sondern zu einer Person, die ihm wirklich wichtig ist. Doch sein Gegenüber ist ihm in seiner Mentalität gar nicht so unähnlich, und er muss sich fragen, ich will gerne vertrauen, aber kann ich es auch?
Bei diesem Buch handelt es sich einen Agenten Thriller der besonderen Art. Der Roman ist erzählerisch sehr gut geschrieben. Denn der Autor schafft es durch seinen passenden Erzählstil und seiner glaubwürdigen Atmosphäre ein tolles Gesamtbild, zu erzeugen. Zudem punktet der Roman mit feinen, fast humorvollen Dialogen zwischen Augenblicken der Angst und der kriegerischen Auseinandersetzungen. Sehr schön wird herausgearbeitet, wie in fast allen Involvierten zwei Seelen um die Vorherrschaft kämpfen: die, die Pflicht erfüllen und die eigene Haut retten will und die, die für Loyalität und Rechtssinn kämpft.
Fazit:
Es handelt sich hierbei um einen tollen Agententhriller, der vor allem für Männer sehr gut geeignet ist.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Historisch interessant, aber leider sehr ruhig
Anne M. - Bewertet am 20.08.2017
Zustand: Exzellent
Der Roman spielt im Jahre 1936, zu Beginn des spanischen Bürgerkrieges. Die Nationalisten unter Francisco Franco haben in ihrem Versuch, die gewählte Regierung zu stürzen, das Land gespalten. Beide Seiten kämpfen erbittert gegeneinander, in der Überzeugung, in Kürze den Sieg davonzutragen. Keiner… ahnt, dass der Krieg noch Jahre dauern und viele Opfer fordern wird.
Der Protagonist Lorenzo Falcó arbeitet auf Seiten der Nationalisten für den Geheimdienst. Falcó führt als Agent der Spezialeinheit Grupo Lucero jeden Auftrag auf – ohne Fragen oder Gewissensbisse. Er wird auf eine kriegswichtige und äußerst schwierige Mission geschickt: Die Befreiung des Parteiführers der Falange aus dem Gefängnis von Alicante.
Unterstützung bekommt er dabei von drei Mitstreitern. Unter ihnen Eva Rengel, eine Frau, die genauso undurchsichtig scheint, wie Falcó selbst es ist. Schon bald wird klar, dass nichts ist, wie es scheint und jemand ein doppeltes Spiel spielt...
Kurz etwas zum Schreibstil des Buches:
Der Autor hat einen flüssigen, angenehmen Schreibstil.
Die vielen spanischen Begriffe können mitunter etwas verwirrend sein. Gerade die vielen politischen Einheiten sind anfangs schwierig auseinander zu halten.
Die einzelnen Kapital haben mit ca. 20 Seiten eine gute Länge, um auch zwischendurch ein wenig lesen zu können, man nicht viel Zeit vorhanden ist.
Interessant fand ich, dass jedes Kapital nach einem Satz oder Begriff aus dem jeweiligen Kapital benannt ist.
Nun zu meiner Meinung:
Vom Tempo der Leseprobe begeistert, freute mich auf einen spannungsgeladenen und rasanten Roman in historischem Setting. Leider wurde ich enttäuscht.
Anfangs wird der Leser ausführlich in die verschiedenen Organisationen der Nationalisten eingeführt. Dies ist keinesfalls uninteressant, aber dadurch dauert es ein gutes Drittel des Buches, bis die Mission von Falcó überhaupt beginnt.
Und leider verläuft die gefährliche Reise Falcós auf die gegnerische, die kommunistische Seite Spaniens viel zu glatt, als das sich Spannung aufbauen kann.
In dem gesamten Buch gibt es m. M. n. nur drei Spannungspunkte. Die leider aber viel zu schnell abgehandelt werden. Zwischen diesen Punkten plätschert die Geschichte nur so vor sich hin. Es wird viel geredet und Falcós Leben beleuchtet, aber es passiert einfach nicht viel.
Der Großteil des Buches befasst sich mit der Planung der Mission und dem Protagonisten selbst. Falcó, unten den Frauen wegen seiner charismatischen Art beliebt, ist überzeugt von seinen Fähigkeiten.
Mir dagegen ist er einfach nur unsympathisch. Er scheint auf alle herabzublicken, die, im Gegensatz zu ihm, eine Überzeugung haben und nicht nur blind Befehle ausführen. Er steht sich selbst am nächsten und versucht mit allen Mitteln, seine eigenen Ziele zu verwirklichen. Stellenweise war ich sogar angewidert von ihm, so sehr missfiel mir die Art seines Vorgehens.
Mein Fazit:
Obwohl die Geschichte zum Ende hin nochmal mit einer Wende aufwartete, konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen.
Arturo Pérez-Reverte versteht es durchaus, ein Gefühl vom Bürgerkrieg mit all seinen Schrecken und seiner Sinnlosigkeit zu zeichnen. Die Geschichte um Falcó ist nicht uninteressant, aber mir einfach nicht spannend genug.
Wer auf ruhige Bücher mit historischem Setting steht, dem empfehle ich „Der Preis, den man zahlt“ wärmstens. Alle, die ein Buch suchen, das ihnen den Atem raubt, sollten sich vielleicht weiter umsehen.