Abenteuerkino mit Leinwandfรผllenden Bildern ist die Verfilmung von David Granns Roman "Die versunkene Stadt Z" รผber den realen Entdecker und Soldaten Percy Fawcett, der bei einer Expedition am Amazonas 1925 verschollen ist.
Der ursprรผnglich mit Brad Pitt in der Hauptrolle angedachte Film wird nurmehr von seiner Firma Plan B produziert. Mit Charlie Hunnam ("Sons of Anarchy") ist ein charismatischer Ersatz gefunden, der auch kรถrperlich perfekt auf die Rolle des Abenteurers passt, der eine alte Hochkultur mitten im Dschungel vermutet, dem aber niemand Glauben schenkt, was auch fรผr seine รberzeugung gilt, dass die Menschen, denen er im Dschungel begegnet, keine Wilden sind wie sie von den meisten seiner Zeitgenossen abqualifiziert werden. Hunnam nimmt man jederzeit ab, dass er den anstrengenden, entbehrungsreichen Reisen durch den Dschungel gewachsen ist. Tatsรคchlich passt auch "Twilight"-Teenieschwarm Robert Pattinson - ungewohnt mit Bart und รผberhaupt in einer solchen Rolle - als sein wackerer Begleiter Henry Costin. Mitreiรend, ja atemberaubend ist der Anfang des von Independentliebling James Gray inszenierten Filmes. Er beginnt in Irland, wo der ausgezeichnete, englische Soldat Fawcett bei der Wildschweinjagd seine das eigene Leben gefรคhrdende Unerschrockenheit und sein Kรถnnen als Reiter und Schรผtze unter Beweis stellt. Unheimlich dynamische, atmosphรคrische Bilder gelingen hier. Aber auch erzรคhlerisch ist es klasse gemacht, wenn im Anschluss an die Jagd bei einem Ball nicht er die Lorbeeren erntet und so gleich die Triebfeder fรผr alles Tun des jungen Mannes offensichtlich wird. Bei seinen Fรคhigkeiten wรคre er lรคngst befรถrdert worden, doch weil sein Vater ein Trinker war, bekommt er nicht den ihm angestammten Platz in der Gesellschaft, den er nicht nur fรผr seinen eigenen Ruhm will, sondern auch um Frau (Sienna Miller) und Sohn (als junger Mann vom neuen Spiderman Tom Holland gespielt) versorgt zu sehen. Als die Royal Geographical Society sich an ihn wendet, eine heikle kartographische Mission an der Grenze von Bolivien durch zu fรผhren, sieht er eine Chance, sich verbessern zu kรถnnen und nimmt sie an, auch wenn es bedeutet zwei Jahre von der Familie getrennt zu sein. U.a. "Fitzcarraldo" und "Apocalypse Now" kommen einen kurz in den Sinn, wenn Fawcett mit seinen Mannen den Rio Verde entlang durchs ewige Grรผn schippert und in einer Siedlung herauskommt, in dem der die Eingeborenen als Sklaven missbrauchende reiche Hรคndler eine Oper auffรผhren lรคsst. Berรผckend sind die Bilder von Darius Khondji von weiter lateinamerikanischer Berglandschaft (nur kurz eingeblendet) und des Dschungels, der mit seinem dichten, dunklen Grรผn manchmal fรผr Unschรคrfe sorgt, (was vielleicht dafรผr die Authentizitรคt unterstreicht). Der 140 Minuten lange Film kann das sehr hohe Niveau und die packende Atmosphรคre nicht durchgehend aufrechterhalten - Fawcett unternimmt mehrere Reisen und kรคmpft dazwischen in den Schรผtzengrรคben des Ersten Weltkrieg - dennoch ist er ein tolles Abenteuer, das im Vergleich zu "King Kong" natรผrlich mehr auf Realismus setzt und weniger auf Wissenschaft wie "Kontiki" und, was dem Regisseur und Drehbuchautor besonders wichtig war, wie er in der Pressekonferenz erlรคuterte, dass er ein Menschenbild transportiert, bei dem andere Kulturen respektiert und als gleichwertig betrachtet werden. hai.
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