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★★★★★
☆☆☆☆☆
Selbstwahrnehmung
Ursula U. - Bewertet am 02.05.2026
Zustand: Exzellent
Tilda ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, geschieden, mit zwei erwachsenen und erfolgreichen Töchtern. Sie lebt in einem schönen Haus mit Hund und Katze und hat Freundinnen, die ihr immer zur Seite stehen. Bis sie eines Tages feststellt, dass ihr kleiner Finger verschwunden ist. Er ist noch da, sie… sieht ihn nur nicht. Die Diagnose ihrer Ärztin lautet Unsichtbarkeit, eine unheilbare Krankheit, die Frauen ab Mitte 40 betrifft. Es kann bis zum völligen Verschwinden führen. In der Therapeutin Selma findet sie Hilfe um doch eine Heilung zu erlangen. Sie soll in sich hineinhorchen, feststellen, wie sie sich selbst wahrnimmt und meditieren.
Neben der Unsichtbarkeit, die viele Frauen kennen, auch wenn sie körperlich noch vollständig sind, werden sie bei Beförderungen übergangen, Leistungen nicht erkannt und ihre Aufopferung bis zur Selbstaufgabe für die Familie nicht gewürdigt, sind die Themen Gewalt in der Ehe, Autismus, ADHS und Erblindung in die Handlung eingewoben. Der Selbstfindungstripp Tildas führt über mehrere Formen der Meditation hin zu einem völlig unrealistischen Happyend, bei dem wirklich alles perfekt ist.
Die Idee ist hervorragend, an der Umsetzung hapert es leider. Für einen Roman ist viel zu viel Meditation dabei, und das Ende einfach nur rosarot und unglaubwürdig.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Witziger Kampf gegen Unsichtbarkeit
Diana K. - Bewertet am 26.04.2026
Zustand: Exzellent
"Mit anderen Augen" von Jane Tara ist ein kluger, ermutigender Roman über weibliche Identität, der mit Humor und Tiefe unter die Haut geht. Tilda Finchs unerwartete Unsichtbarkeit wird zum Ausgangspunkt für eine inspirierende Reise der Selbstwiederentdeckung. Ein Buch, das zum Schmunzeln und… Nachdenken anregt.
Tilda Finch, 52-jährige erfolgreiche Geschäftsfrau und Mutter erwachsener Zwillingstöchter, entdeckt eines Morgens, dass ihr kleiner Finger spurlos verschwunden ist – ohne Blut oder Schmerz. Ihre Ärztin diagnostiziert "Unsichtbarkeit", eine unerforschte Krankheit, die Frauen ab einem gewissen Alter trifft und unaufhaltsam fortschreitet. Statt sich ihrem Schicksal zu ergeben, nimmt Tilda mit Witz und Mut den Kampf auf, um sichtbar zu bleiben – für ihre Töchter, ihr Business und ihre Freundinnen – und lernt, sich selbst mit anderen Augen zu sehen.
Besonders gelungen sind die passenden Zitate vor jedem Kapitel, die wie Leuchttürme wirken und Tildas innere Reise perfekt untermalen – etwa „Du bist nicht unsichtbar, wenn du dich selbst siehst.“. Jane Tara verpackt die Metapher der Unsichtbarkeit in eine märchenhafte, witzige Handlung voller Komik und Inspiration, die weibliche Selbstwahrnehmung klug beleuchtet. Die Figuren sind lebendig und nachvollziehbar: Tildas Alltag mit Familie, Freundinnen und Karriere fühlt sich authentisch an und macht den Roman zu einem echten Pageturner.
Manche Szenen wirken stellenweise etwas überspitzt, was die Ernsthaftigkeit der Themen wie Alterung und Identitätsverlust leicht verwässert. Dennoch überwiegt der charmante Gesamteindruck bei weitem.
"Mit anderen Augen" ist eine herzliche Empfehlung für alle, die humorvolle Romane mit Tiefgang suchen – perfekt, um sich selbst neu zu entdecken. Jane Tara schafft ein inspirierendes Werk, das unterhält und motiviert, sichtbar zu bleiben.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Ein Buch, das den Blick verschiebt
Carina U. - Bewertet am 22.04.2026
Zustand: Exzellent
Das Cover des Buches deutet es bereits an: der "alte" Vorhang wird weggeschoben und macht den Blick frei für etwas Neues. Jane Taras "Mit anderen Augen" hat mich auf leise, beinahe unmerkliche Weise beeindruckt. Während der Lektüre hatte ich wiederholt den Eindruck, dass sich mein Blick auf… scheinbar Vertrautes behutsam verschiebt; ganz so, wie es der Titel suggeriert. Taras Sprache ist von bemerkenswerter Präzision und Zurückhaltung geprägt; sie verzichtet auf dramatische Übersteigerung und vertraut stattdessen auf die Wirkung genauer Beobachtung und feiner Zwischentöne. Gerade diese Zurückhaltung empfinde ich als besondere Stärke des Buches: Figuren und Gedanken entfalten sich allmählich und mit großer Sensibilität. Für mich wurde der Text zu einer stillen Einladung, die eigenen Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen. Ein unaufdringliches, doch nachhaltig wirkendes Buch.