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Beschreibung
Er ist einer der größten Abenteurer unserer Zeit. Er war auf dem Nordpol und dem Südpol, hat den Mount Everest bestiegen, aber er war auch tagelang zu Fuß in Los Angeles unterwegs und ist hinabgestiegen in die Unterwelt Manhattans. Er hat die Juan Fernández Insel vor Chile aufgesucht, um dort den höchsten Berg zu erklimmen - weil er in die Fußstapfen von Robinson Crusoe treten wollte. Aber auch als Städter ist er ständig unterwegs. Wochentags läuft er zu Fuß zur Arbeit, am Wochenende bricht er auf in die Natur, die gleich hinter der Haustür beginnt.„Das Leben ist ein langer Fußmarsch“, sagt Kagge. Dies kann ein riskanter Marsch über Gletscherspalten, aber auch ein Spaziergang durch einen städtischen Park sein. Der Effekt ist derselbe: Ein Glücksgefühl stellt sich ein, unsere Gedanken beginnen zu fließen, unser Kopf wird klar, äußere und innere Welt gehen ineinander über, wir werden eins mit der Welt – im Gehen. Denn „der Kopf braucht Bodenhaftung, die bekommt er durch die Füße“. Der Abenteurer und Weltenwanderer Erling Kagge hat sich auf eine meditative Reise begeben, Philosophen, Autoren und Weggefährten befragt und mit seinen Füßen die Welt ausgeschritten und vergrößert. Das können wir auch. Denn „alle Menschen sind geborene Entdecker“.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
21.10.2018
Sprache
Deutsch
EAN
9783458177685
Herausgeber
Insel Verlag
Titel in Originalsprache
Å GÅ – ett skritt av gangen
Sonderedition
Nein
Autor
Erling Kagge
Seitenanzahl
160
Auflage
1
Einbandart
Gebundene Ausgabe

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3.3
Aus 3 Bewertungen zu Gehen. Weiter gehen
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Neuer Blickwinkel
Sabine W. - Bewertet am 10.12.2018
Zustand: Gut
"Erling Kagge ist ständig unterwegs: Als einer der größten Abenteurer unserer Zeit war er am Nord- und am Südpol und bestieg den Mount Everest. Wenn er nicht auf Weltreise ist, läuft er zu Fuß zur Arbeit und macht Wochenendausflüge in die nahegelegene Natur. »Das Leben ist ein langer Fußmarsch«, sagt der Weltwanderer. In seinem neuen Buch »Gehen. Weiter gehen« schildert er eigene Erfahrungen, befragt Weggefährten, Philosophen und Schriftsteller und nimmt uns mit auf eine meditative Reise zu Fuß. Kagge erklärt, warum sich beim Gehen ein Glücksgefühl einstellt, die Gedanken zu fließen beginnen und wir dabei mit der Welt eins werden – egal wo wir gehen." In Zeiten von zuviel Arbeit, zuviel Sitzen am Schreibtisch, auf der Couch liegen, ist Gehen eher zur lästigen Pflicht geworden, dabei bringt es soviel schönes mit sich. Erling Kagge nimmt uns mit auf die Reise des gehens. Gehen ist viel mehr als nur Gehen - das wird uns in diesem Buch in kleinen Geschichten, Fakten und Anekdoten erzählt. Dieses Buch ist gut für zwischendurch um immer einmal wieder darin zu lesen, jedoch habe ich es nicht am Stück geschafft, da es nicht einfach ein normaler Roman ist. Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen, auch wenn einige Textpassagen sehr langatmig und überflüssig waren. Das Cover und die Gestaltung des Buches fand ich sehr ansprechend. Alles in allem ein Buch dass man zwischendurch einmal lesen kann, wenn man etwas über den Tellerrand blicken möchte. 3 von 5 Sternen.
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Ge(h)nial
Manuela K. - Bewertet am 24.10.2018
Zustand: Exzellent
Das Buch „Gehen. Weiter gehen – eine Anleitung“ von Erling Kagge ist die deutsche Übersetzung des norwegischen Originaltitels A ga. Ett Skritt om gangen und im Insel-Verlag als Hardcover im Oktober 2018 erschienen. Erling Kagge ist selbst Abenteurer, Weitwanderer und Bergsteiger und schreibt in diesem Buch über seine Leidenschaft, das Gehen. Inhalt: Obwohl das Buch als Sachbuch gehandelt wird, sehe ich das Buch eher als philosophisches Werk über das Gehen. Viele Zitate und Studien, die allesamt mit Quellen belegt sind, finden sich in diesem dünnen Buch, das trotz weniger Seiten der umfassend ist. Meine Meinung: Der Autor, der selbst als erster sowohl den Nord- und Südpol sowie den Mount Everest begangen hat, weiß definitiv wovon er schreibt. Auch wenn ich selbst passionierte Geherin (und eher den „Wild Urbs“ zuzurechnen bin als den Bergsteigern und Weitwanderern) eher gemütlichere und familientaugliche Touren bevorzuge, so kann ich aus eigener Erfahrung den Reiz des Gehens nachvollziehen und hatte während der gesamten Lektüre das Gefühl, dass mir der Autor direkt aus der Seele schreibt. In vielen Sprachen, vor allem Sanskrit, worauf auch im Buch eingehend Bezug genommen wird, hat das Wort „gehen“ eine zentrale Bedeutung, die sich auch in der deutschen Sprache wieder findet. „Wie geht es dir?“ ist uns ebenso geläufig wie „etwas durchgehen“, jemanden etwas „angehen“ „umgänglich sein“ und „es geht“ als Synonym für etwas, das funktioniert. Gleichzeitig gehen wir immer weniger, so lange, bis nichts mehr geht und Menschen völlig ausgebrannt zurückbleiben, und nicht mehr „in die Gänge“ kommen. Angesteckt durch meinen Mann zähle ich mittlerweile, wie viele andere auch, wie viele Schritte ich täglich gehe und bin ähnlich entsetzt wie der Autor. Durchschnittlich bewegen sich Frauen in meinem Alter etwa 4000 Schritte täglich und auch Kinder bewegen sich immer weniger und befinden sich viel öfter in geschlossenen Räumen und vor Bildschirmen, obwohl weithin bekannt ist, dass gerade motorische Erfahrungen eng mit dem kognitiven Lernprozess von Kindern verknüpft ist. Das Gehen selbst wird von jeder möglichen Facette aus beleuchtet, so dass es „durchgängig“ spannend zu lesen ist. Fazit: Ein tolles Werk für Menschen, die gerne gehen, und jene, die gerne mehr gehen würden- es geht!
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Zusammenhangloses Potpourri
Anke B. - Bewertet am 22.10.2018
Zustand: Exzellent
Erlin Kagge ist zum Nordpol gegangen, zum Südpol, und – was ich am extremsten finde – durch die New Yorker Kanalisation. Hier ist er durch Fäkalien und Kakerlaken nicht nur gewatet, nein, auch gekrochen. Er hat also auf jeden Fall einiges erlebt bei seinen Wanderungen, und es finden sich auch durchaus kluge Bemerkungen und interessante Geschichten in diesem Buch. Am besten hat mir noch gefallen, dass er Maurice Merlau-Ponty aufgreift, der sich gegen den kartesischen Leib-Seele-Dualismus ausgesprochen hat: Wir sind nicht ein Bewusstsein, das zufällig in einem Körper ist oder gar einen Körper besitzt. Wir sind vielmehr unser Körper und durch unseren Körper, dessen Bewusstsein und Erfahrungen sind von ihm nicht zu trennen (in der aktuellen Philosophie spricht man von „embodiment“). Beim Gehen, so Kagge, wird uns die Künstlichkeit dieser Trennung klar; ebenso wie die Trennung von Mensch und Natur als illusorisch erkannt werden kann. Ansonsten finden sich einige erwartbare Dinge wie: Gehen ist gesund, Sitzen eher nicht so. Menschen gehen an vielen verschiedenen Orten und zu verschiedenen Gelegenheiten. Dabei werden Gedanken an Zitate an Anekdoten gereiht, ohne dass es einen erkennbaren Zusammenhang gibt; höchstens eine lose assoziative Verknüpfung. Entsprechend gibt es auch kein Inhaltsverzeichnis, es fehlt einfach an jeglicher Gliederung. Das ist für mich eher eine erste Sammlung von Notizen, aber definitiv nicht buchreif. Einige davon sind durchaus interessant; der Autor bleibt aber immer an der Oberfläche, statt einem Gedanken mal wirklich konsequent zu folgen und ihn auszuarbeiten. Wenn es überhaupt so etwas wie eine übergeordnete These oder ein Leitmotiv gibt, dann wohl, dass das Gehen ein Gegengewicht zur Konsumgesellschaft darstellt, die es immer möglichst bequem und schnell haben will. Gehen also als Subversion und Protest. „Es ist für Regierungen und Firmen leichter, uns zu kontrollieren, solange wir sitzen.“ (82) Weil wir nämlich zum Beispiel gehend, bzw. marschierend, gegen Regierungen demonstrieren. (Wer übrigens noch geht, bzw. marschiert, sind Soldaten; also ist das Gehen nach dieser Logik für alle Kriege verantwortlich?) Diese These des Gehens als Gegengewicht gegen den Konsum (oder das extreme Wandern als Hilfsmaßnahme gegen die Übersättigung und Langeweile), finde ich sehr fragwürdig. Seine Wanderungen, so Kagge, haben ihn „überzeugt, dass das Beste im Leben umsonst ist“. Das ist es aber eben nicht. Vielmehr kann man sich solche Touren überhaupt nur unter bestimmten Voraussetzungen erlauben: dass man beispielsweise Freizeit hat und nicht permanent arbeiten muss, um sich und seine Familie irgendwie über Wasser zu halten, dass man eine solche guten Gewissens eine Weile zurücklassen kann, weil man in einem friedlichen, demokratischen Land lebt, usw. Viele Menschen auf der Welt gehen tatsächlich sehr viel, einfach weil sie keine Wahl haben. Weil sie anders nicht zur Arbeit kommen, weil die nächste Schule 15km entfernt ist. Andererseits gibt es auch Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht gehen können. Setzt Kagge das Nicht-gehen anfangs noch mit Tod und Verfall gleich, sagt er deshalb später, es geht einfach um die Bewegung. Nach einer kurzen Episode mit einem Rollstuhlfahrer wird dann gesagt, worum es geht, ist die Welterfahrung, nicht, wie man sie macht. Das scheint mir widersprüchlich, wird aber einfach so unkommentiert nebeneinandergestellt. Ich gehe selber wirklich gern und viel, das war immer meine liebste Art der Fortbewegung; dabei kann ich am besten denken, und auch am besten nicht denken. Deshalb hatte ich mich wirklich auf das Buch gefreut – und war dann von der Oberflächlichkeit und Strukturlosigkeit enttäuscht. 2,5 Sterne.
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