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★★★★★
☆☆☆☆☆
Das Leben eines Anderen
Sabine W. - Bewertet am 24.09.2018
Zustand: Sehr gut
Der Roman "TEXT" von Dmitry Glukhovsky handelt von Ilja. Ilja musste trotz seiner Unschuld 7 lange Jahre im Gefängnis absitzen und kommt nun endlich frei. Doch Ilja muss erkennen, dass sich die Welt auch ohne ihn weitergedreht hat und sich sein Leben und Umfeld stark verändert haben. So ist seine… Mutter verstorben und seine Freundin bekommt ein Kind mit einem anderen Mann. Das alles ist sehr hart für ihn und er begreift was er alles verpasst hat. Ilja wird immer hasserfüllter und lässt sich schließlich zu einem Mord hinreißen. Er ersticht den Fahnder der ihn unschuldig ins Gefängnis gebracht hat - doch auch das kann ihm seine verlorenen Jahre nicht wiedergeben. Damit niemand etwas merkt, nimmt er das Handy seines Opfers an sich und beginnt im Namen des Fahnders Nachrichten zu schreiben. Schon bald wird er in einen Strudel aus Geheimnissen hineingezogen.
Ein etwas gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, der nach Gewöhnung sehr spannend und fesselnd ist!
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Grau, trist und hoffnungslos
Melissa M. - Bewertet am 12.09.2018
Zustand: Exzellent
Russland so trist und hoffnungslos, Glukhovsky's Charaktere (leider) auch (?).
Ich habe bisher nur die Metro-Reihe gelesen und war dort vom dritten Teil maßlos enttäuscht. Leider konnte ich einige der dortigen Kritikpunkte ebenfalls in TEXT wiederfinden.
Man kämpft sich nämlich auch hier immer… wieder durch die panischen und chaotischen Gedanken des Protagonisten und die Gespräche der unterschiedlichen Charaktere sind stellenweise leider auch nicht weniger hektisch. Das spiegelt natürlich perfekt deren Verzweiflung, den Druck von außen und die allgemeine Hektik wieder, ist mir aber nach 200 Seiten viel zu anstrengend geworden. Ein Pluspunkt ist allerdings, dass man hier nicht mehr erraten muss, zwischen welchen Charakteren denn nun Unterhaltungen stattfinden. Das Buch hat tatsächlich etwas mehr Struktur bekommen und fühlt sich nicht mehr an, wie ein wahnwitziger Fiebertraum.
Allerdings fühlt man auch sonst nicht sehr viel. Drogen, Alkohol, Illegales. Käufliche Polizisten, leichte Mädchen, ein korrupter Staatsapparat. Das macht es unheimlich schwer, sein Herz für irgendeinen dieser Charaktere zu öffnen. Da bleibt eine unüberbrückbare Distanz, als würde man abends die Nachrichten lesen.
Ich befürchte, das Buch ist einfach zu melancholisch, zu grau, zu aussichtslos für mich. Es hat mich ab einem gewissen Punkt regelrecht zermürbt. Was natürlich für die Fähigkeiten des Autors spricht, aber leider nicht für mein persönliches Lesevergnügen.