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Beschreibung
"Ein fantastisch gutes Buch!" Gabriele Haefs  Eine junge Architektin und ihr Traum von der größten Prachtstraße der DDR Berlin in den Nachkriegsjahren: Die Stadt liegt in Trümmern, doch die Lebenslust der Menschen erwacht. Die junge Architektin Ilse hat eine Vision. Sie will die Stadt wieder aufbauen und Wohnungen auch für die einfachen Arbeiter schaffen. Der Wettbewerb für den Bau der Arbeiterpaläste in der Karl-Marx-Allee in Ostberlin ist ihre große Chance. Als einzige Frau will sie sich gegen ihre männlichen Kollegen durchsetzen. Und ihre Pläne werden tatsächlich ausgewählt. Aber ihr Ehemann erpresst Ilse und gibt die Entwürfe als seine eigenen aus. Ilse soll den Architekten nur zuarbeiten. Enttäuscht fasst sie einen Entschluss: Sie wird diese Ungerechtigkeit nicht hinnehmen, sondern um ein freies Leben und den richtigen Mann an ihrer Seite kämpfen.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
25.01.2019
Sprache
Deutsch
EAN
9783548291420
Herausgeber
Ullstein Taschenbuch Verlag
Sonderedition
Nein
Autor
Ulrike Gerold
Seitenanzahl
560
Auflage
1
Einbandart
Taschenbuch
Einbandart Details
mit Klappen

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3.8
Aus 4 Bewertungen zu Allee unserer Träume
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Interessante Charaktere und spannende Handlung vor historischem Hintergrund
Anja T. - Bewertet am 04.03.2019
Zustand: Exzellent
Ilse wächst Anfang des 20. Jahrhunderts als Tochter eines Architekten in Thüringen auf und interessiert sich selbst zunehmend für Architektur. Doch kann sie ihren Traum von diesem Beruf verwirklichen, in einer Branche, die von Männern dominiert wird? Der zeitliche Schwenk in die 1950er Jahre zeigt, dass Ilse es trotz des Kriegs geschafft hat, Architektur zu studieren und sich für ein Großprojekt in Ost-Berlin, den Wiederaufbau der Stalinallee zu bewerben. Doch vor Ort nimmt ihr Vorsprechen eine ganz neue Wendung. Die Leser erfahren, dass sie sich nicht als Ilse, sondern als deren Schwester Marga beworben hat. Unerwartet wird die Situation vor allem dadurch, dass sie plötzlich vor deren Mann Helmut steht, der – wie seine Frau Marga – eigentlich in Russland bei einem Unfall ums Leben gekommen sein sollte. Ilse steht vor der Entscheidung, die Wahrheit auf den Tisch zu legen und damit ihren Traum von dem Entwurf eines ganz neuen Wohnviertels aufzugeben oder einen Deal mit Helmut einzugehen. Das Buch ist sehr gut geschrieben und recherchiert. Die Stalinallee und die Träume und Vorstellungen der Protagonisten sind so anschaulich beschrieben, dass ich als Leserin das Bedürfnis verspürte, dies mit der Realität abzugleichen und die jetzige Karl-Marx-Allee und das Café Sylvia in Berlin demnächst einmal vor Ort zu besuchen. Nur am Anfang tat ich mich etwas schwer, in die Handlung und die Charaktere hineinzukommen. Häufig werden vorangehende Ereignisse angedeutet und erst viel später erklärt. In meinen Augen unnötig und teilweise etwas nervig. Warum im ersten Teil des Buches die Handlung immer zwischen 1940 und 1950 hin- und hersprang blieb mir ebenso ein Rätsel und verwirrte mich zunehmend, so dass ich nach der Hälfte beschloss, zunächst den älteren Handlungsstrang und dann erst den jüngeren zu lesen. Dies machte das Nachvollziehen der Charaktere, ihrer Erlebnisse und Motive deutlich einfacher und tat m.E. der Spannung keinen Abbruch. Erleichtert stellte ich fest, dass der zweite Teil des Buches chronologisch aufgebaut und zu lesen war. Bis zum Ende blieb allerdings die Frage, warum am Anfang jedes Kapitels eine Kurzzusammenfassung des Inhalts steht. Auch diese habe ich nach drei Kapiteln einfach ignoriert, um mir nicht die Spannung beim Lesen zu nehmen. Mein Fazit: Interessante Charaktere in spannender, angenehm zu lesender Schreibweise vor gut recherchiertem historischem Hintergrund, was über die einzelnen für mich unverständlichen und überflüssigen Stilmittel hinwegsehen lässt.
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Stellenweise langweilig
Carmen M. - Bewertet am 19.02.2019
Zustand: Sehr gut
Das Buch erzählt in Zeitsprüngen, wie Ilse bei dem Projekt, der Bau der Karl-Marx-Allee in Ostberlin, als Architektin mitwirkt und wie sie an diesen Punkt gelangte, ihre Entwürfe einzureichen. Die Rückblicke fand ich am Anfang nervend und sehr verwirrend, weil ich mich immer erst orientieren musste, in welcher Zeit man sich gerade befindet und wie weit zurückgesprungen wurde. Immer, wenn man sich in der Handlung zurechtgefunden hat, wurde man wieder herausgerissen. Nach 150 Seiten habe ich mich daran gewöhnt. Trotzdem hätte mir Ilses Leben chronologisch erzählt sehr viel besser gefallen. Die Kapitel sind sehr lang, haben kaum Absätze und sehr lange Sätze. Es werden häufig Nebensächlichkeiten beschrieben, beispielsweise wird oft erwähnt, was es zu essen gibt. Dadurch kam ich nur sehr langsam voran. Schade finde ich, dass aufgrund des distanzierten und emotionslosen Schreibstils Ilse unnahbar bleibt und man keine Verbindung zu ihr aufbauen kann. Am Anfang eines jeden Kapitels steht kurz und knapp in ein paar Sätzen, was in diesem passieren wird. Das ist total überflüssig, da die Handlung und Spannung vorweggenommen wird. Fazit: Ilses Leben ist eigentlich sehr interessant und aufregend, aber durch die Erzählweise bleibt die Protagonistin distanziert und das Buch wirkt streckenweise langweilig.
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Perfektes Maß an historischen Elementen
Julia S. - Bewertet am 04.02.2019
Zustand: Exzellent
INHALT: Mühlhausen, 1940: Deutschland befindet sich im Krieg. Ilse träumt davon, eines Tages in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und Architektin zu werden. Noch weiß sie nicht, dass ihre Pläne sie einmal zur größten Baustelle Deutschlands führen werden... Berlin in der Nachkriegszeit, 1950: Für die neugegründete DDR wurde ein Wettbewerb unter Architekten für den Bau der schönsten Prachtstraße ausgeschrieben. Diese soll als Symbol für die gesellschaftliche Überlegenheit des Systems gegenüber dem Westen stehen. Als sich Ilse als einzige Frau unter all den Männern mit ihren Ideen tatsächlich durchsetzen kann, wird sie erpresst, und jemand anderes gibt ihre Ideen als die eigenen aus... Doch Ilse gibt nicht auf. Zu groß ist der Wunsch selbst daran beteiligt zu sein, tausenden von Arbeitern ein bezahlbares und komfortables Zuhause bieten zu können. Und für ein freies Leben und den richtigen Mann an ihrer Seite, weiß sie ebenfalls zu kämpfen... MEINUNG: Dieses Buch rund um die Entstehung der Karl-Marx-Allee, beginnt mit einem liebevoll geschilderten Prolog, in dem man einen Einblick in Ilses Kindheit bekommt. Unter den Überschriften findet man immer eine kurze Zusammenfassung des Kapitels. Dies empfand ich eher als spoilernd und würde empfehlen, diese beim Lesen zu überspringen! Der Leser begleitet die Protagonistin abwechselnd in ihrer Vergangenheit ab 1940 und in der Gegenwart ab 1950. Die jeweiligen historischen Gegebenheiten sind anschaulich und angenehm mit der Handlung verknüpft. Für mich beinhaltet die Geschichte das perfekte Maß an historischen Aspekten, ohne dabei zu sehr in die Tiefe zu gehen. Durch den zeitlichen Wechsel kommt Schwung in das Buch, wodurch für mich keinerlei Längen entstanden sind. Später werden die beiden Zeitstränge gekonnt zusammengeführt. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Manche Stellen haben mich berührt und ich hätte gerne noch ein paar Szenen mehr davon gehabt! Mit Ilse findet der Leser eine sehr taffe und starke Protagonistin vor, die sich für ihre Mitmenschen einsetzt, Veränderungen anstrebt und sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Es war sehr interessant, ihren Lebensweg als Architektin, eingebettet in die damalige Zeit, zu verfolgen! Fazit: Ein tolles Buch rund um die Entstehung der Karl-Marx-Allee! Leseempfehlung und 4/5 Sterne!
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Stein auf Stein
Anne H. - Bewertet am 01.02.2019
Zustand: Exzellent
Ilse weiß von klein auf, dass sie in die Fußstapfen des Vaters treten möchte, der ein Baugeschäft in Thüringen betreibt. Und zu dieser Zeit ist dies eben nicht nur mit dem heutigen Bauunternehmer gleich zu setzen, sondern auch mit dem Architekten. Sie hat ein Auge für Dimensionen und Symmetrien, Raum und Gestaltung. Häuser, die in den Himmel wachsen möchte sie entwerfen. Anfang der 1940er Jahre beginnt sie ihr Studium in Weimar und wird schließlich Architektin. Eigentlich ein Zufall räumt ihr eine für sie großartige Chance ein und sie wird Teil des Bauleitungs-Stabes für Entwurf und Verwirklichung eines großen Prestigeprojektes, dem Bau der „Stalinallee“, dem Wiederaufbau des im Bombenkrieg vollkommen zerstörten Straßenzuges zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz in Berlin-Mitte. In weiten Zügen sind es Ilses moderne, innovative Ideen, die die Partei begeistern und schließlich durch das Architekten-Kollektiv umgesetzt werden sollen. Doch agiert sie weder unter ihrem richtigen Namen noch werden ihre Ideen tatsächlich als ihre Schöpfung gewürdigt. Denn neben der aktuellen Handlung ist alles was geschieht auch bedingt durch Ilses Vergangenheit, Entscheidungen, die sie getroffen hat, Menschen, die darüber Bescheid wissen und nicht zu vernachlässigen – dem Gefüge in einem männlich dominierten Konsortium und den Eitelkeiten und Empfindlichkeiten jedes einzelnen Beteiligten, so dass jede kollektive Entscheidung oft einem taktierenden Eiertanz gleichkommt. Der Leser begleitet Ilses Werdegang im ersten Teil ausgehend von der Entwurfsvorstellung der Allee in Berlin 1950 immer wieder in Rückblenden in ihre Jugendzeit und die Zeit nach dem Krieg, so dass hierdurch ein Gesamtbild der Familiensituation, ihrer persönlichen Situation bis zu diesem Status Quo gezeichnet wird. Danach schreitet die Handlung linear fort, beschreibt den Fortgang der Bauarbeiten, den sozialen und ökonomischen Schwierigkeiten in der jungen DDR, Ilses Rolle und eben die zahlreichen persönlichen Irrungen und Wirrungen bis zum Arbeiteraufstand 1953, der mit einer gravierenden Änderung in Ilses Privatleben einhergeht. Am Ende stehen zwei Kapitel mit jeweils großen Zeitsprüngen, die noch einmal Ilses Sicht auf ihr Projekt, ihre Arbeiterpaläste, lange nach der Bauzeit in den 1950er Jahren beleuchten. Das alles liest sich flüssig und flott, die Protagonisten sind greifbar, all das drumherum, das diesen Roman zu einer Familiengeschichte macht, ist auch im Großen und Ganzen in Ordnung, aber begeistert hat es mich nie. Auch wenn die Personen nicht blass bleiben, die ganze Handlung bleibt es schon in gewisser Weise. Selten habe ich einen so merkwürdigen Lese-Flow gehabt wie bei diesem Buch. War ich einmal dabei, flogen die Seiten nur so dahin. Allerdings hat es mich selten mehr als ein Stündchen gefesselt, dann zog mich auch nichts zurück und es lag auch tatsächlich einmal zwei Tage unberührt da. Irgendwie ist es eine gut erzählte Geschichte, die sich wirklich prima liest, aber viel mehr als der Inhalt des Buches hat mich dann doch mal wieder die Realität interessiert und ich habe mich immer wieder bei Hintergrund“recherchen“ zum Bau der Stalinallee, zu den einzelnen Blöcken der Architekten, zum Arbeiteraufstand 1953, zum Aufbau der SED, zu Mühlhausen in Thüringen, Sektorengrenzen in Berlin etc. etc. etc. fast länger aufgehalten als beim Roman selbst. Von daher kann ich es auch in keiner Weise negativ bewerten, denn für mich hat es wieder viel getan und das finde ich toll. Für mich sind es 3,5 Sterne, da es die nicht gibt – 4 Sterne aufgerundet.
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