Mรคrchenhaft und wunderbar erzรคhlte Geschichte um eine blutjunge Mutter, die wie eine Lรถwin um ihre sechsjรคhrige Tochter kรคmpft.
Beim Festival de Cannes, wo der neue Film von "Tangerine"-Macher Sean Baker in der Nebenreihe Quinzaine des Rรฉalisateurs seinen Erfolgslauf angetreten hatte, war "The Florida Project" die groรe Sensation. Seither haben sich auch das Publikum der Festivals u.a in Toronto, San Sebastian und Hamburg verzaubern lassen von diesem wundersamen Film. Es ist unmรถglich, nicht hingerissen zu sein von Bakers mรคrchenhaftem Blick auf eine Welt, die den meisten fremd sein wird, aber doch absolut echt und wahrhaftig ist, die Welt der vielen Billigmotels nur wenige Kilometer entfernt von Disneys Magic Kingdom in Florida, wo die sozial Abgehรคngten fรผr ein paar Dollar die Nacht eine Bleibe gefunden haben. Aus den Augen eines aufgeweckten sechsjรคhrigen Mรคdchens und ihrer nicht minder frechen Freunde erzรคhlt, ist auch ihre Welt voller Zauber und Wunder. Wie ein De kleinen Strolche im Herzen des White Trash entwickelt sich der herrlich komische und liebevolle Film zum Portrรคt einer 20-jรคhrigen Mutter, die von ihrem eigenen Leben vรถllig รผberfordert ist, aber wie eine Lรถwin darum kรคmpft, ihrem sechsjรคhrigen Mรคdchen ein lebenswertes Dasein zu bescheren. Ob sie nun Billigparfum vor den besseren Absteigen der Gegend rund um Kissimmee verhรถkert, sich Kohle mit anderen Gaunereien besorgt oder als Tรคnzerin in einem der zahllosen Stripschuppen, oder schlieรlich, wenn alle Stricke reiรen und der Rausschmiss aus ihrem in strahlendes Rosa bemalten Motel bevorsteht, auch
ihren mit zahllosen Tรคtowierungen und Piercings รผbersรคhten Kรถrper an Mรคnner verkauft, nie wรผrde man der von der Laiendarstellerin Bria Vinaite mit einem Hรถchstmaร an Authentizitรคt gespielten Halley vorwerfen, ihrer Moonee nicht eine gute Mama zu sein. Neugierig sieht man dieser ungewรถhnlichen Beziehung zu, und weil man weiร, dass ihr Arrangement auf Dauer nicht gut gehen, sind auch die wunderbar leichten und lustigen Szenen, die die beiden miteinander haben, immer erfรผllt mit einer gewissen Trauer und Wehmut: Wenn sie gemeinsam durch einen Supermarkt
toben und das Leben genieรen, weiร man, dass das Glรผck endlich sein wird. Und man weiร, dass The Florida Project einem das Herz brechen wird, aller tollen Abenteuer und Streiche zum Trotz. Dass der von Willem Dafoe gespielte Manager des Motels sie nicht ewig beschรผtzen kรถnnen wird, und wenn er sich noch so darum mรผht, dass sich auch die Elendsten unter seiner Obhut sich fรผhlen kรถnnen wie Menschen, die ernst genommen werden. Wie dieser Bobby, ein Fagin der Gegenwart, fรผhlt und bangt auch der Film mit denen, die nichts haben als sich selbst: Und er feiert ihren ganz persรถnlichen amerikanischen Traum so bunt und lebendig, wie es nur das amerikanische Kino kann. ts.
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