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Beschreibung

Kompromissloser, in Schwarzweiß erzählter Kriegsfilm über den Gefreiten Willi Herold, der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in einer Offiziersuniform unaussprechliche Kriegsverbrechen begeht. Eine Köpenickiade hat Robert Schwentke gedreht bei seiner Heimkehr nach Deutschland, nach 13 Jahren, in denen er als erfolgreicher Mainstream-Regisseur in Hollywood gearbeitet hat. Wie die Geschichte des Schusters Wilhelm Voigt, der von Carl Zuckmayer als "Hauptmann von Köpenick" in einem Theaterstück verewigt wurde, das Helmut Käutner 1956 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmte, ist auch das, was "Der Hauptmann" erzählt, tatsächlich geschehen: Aber war "Der Hauptmann von Köpenick" ein Schelmenstück, der verschmitzt von einem Akt zivilen Ungehorsams und Behördenwahnsinn erzählte, geht es bei Schwentkes in beklemmendem Schwarzweiß gedrehten Film um Abgründe und Entmenschlichung, um das Ende der Menschlichkeit selbst, um Kadavergehorsam, ein deutsches "Salo" über den Faschisten, der in allen Menschen schlummert: Wehe, wenn er geweckt wird. Wie Schuster Voigt findet auch der Gefreite Willi Herold eine Hauptmannsuniform. Allerdings befinden wir uns in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Deutschland ist ein Trümmerfeld, jegliche Form von Ordnung und Zivilisation scheint aufgehoben. Herold ist desertiert, irrt frierend und hungrig durch die eisigen Landschaften, kann nur mit Mühe deutschen Soldaten entkommen, die Jagd auf ihn machen. Die Uniform verändert ihn auf einen Schlag. Mann um Mann schart Herold andere Soldaten um sich, fast alle ebenfalls desertiert, alle gezeichnet vom Schrecken des Krieges, manche buchstäblich zu jeder Schandtat bereit. Auf wundersame Weise fliegt Herold nicht auf: Mit seiner Truppe hält er Einzug in das Lager II der Emslandslager. Seine Ankündigung, der Führer höchstpersönlich habe ihm unbeschränkte Vollmachten verliehen, öffnet ihm Tür und Tor zu tun und zu lassen, wie es ihm gefällt. Herold und seine entmenschte Rotte richten ein Massaker an, keine Untat ist grausam genug. Es wäre nicht zu ertragen, was man auf der Leinwand sieht, wäre Schwentke nicht so ein guter und kluger Filmemacher, der genau weiß, was man zeigen darf und was nicht. An Pasolini muss man denken, an "Salon Kitty" und "Steiner", an "Son of Saul" und "The Clown Who Cried". "Der Hauptmann" ist nicht einfach die Fallstudie des Mannes, der als "Henker vom Emsland" zu trauriger Berühmtheit kam: Weil Max Hubacher diesen Willi Herold so emotionslos spielt, wie eine Chiffre, ein hübscher Kerl mit leeren Augen und ohne wirklichen Plan, was er da eigentlich macht, als sei er selbst überrascht, wie weit man ihn gehen lässt, kann sich der mit Namen wie Frederick Lau, Alexander Fehling oder Samuel Finzi bis in die kleinsten Nebenrollen hochkarätig besetzte Film steigern in eine Art von Raserei, zu einer abstoßenden Travestie, die nicht einfach nur Lebensdaten eines Monstrums abhakt, sondern sich verdichtet zu einer quälenden Betrachtung der Maßlosigkeit männlicher Wut, eine Abrechnung mit Machtmissbrauch und der unstillbaren Lust auf Zerstörung. Doch obwohl Schwentke den Hammer so kompromisslos niedersausen lässt, steckt "Der Hauptmann" voller absurder Ironien, die den Film zur Groteske macht. Er verweist in seinen burleskesten Momenten auf "Cabaret" wie auch Hieronymus Bosch, ist eine bitterböse und endlos traurige surreale Komödie, die deutsche Antwort auf Richard Lesters "The Bed Sitting Room". ts.

Hersteller: Universum Film, Neumarkter Str. 28, München, 81673, info@universumfilm.de

Warnhinweise und Sicherheitsinformationen

Informationen nach EU Data Act

Technische Daten


Erscheinungsdatum
07.09.2018
Sprache
Deutsch
EAN
4061229015912
Herausgeber
Universum Film
Titel in Originalsprache
Der Hauptmann
Altersfreigabe
16
Bildformat
21:9
Laufzeit
119 m
Datenträger Typ
Blu-ray Disc
Anzahl Discs
1
-.-
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