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Beschreibung
Takis Würger erzählt mit Tempo und Wucht die Geschichte einer Liebe im Jahr 1942 Berlin im Jahr 1942. Eine Geschichte über Angst und Hoffnung – und über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe. Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.Friedrich kommt aus gut behütetem Haus vom Genfer See nach Berlin, ein stiller Mann auf der Suche nach der Wahrheit. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in ihre Nächte in geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Peitschenstriemen im Gesicht: „Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt.” Kristin ist nicht ihr richtiger Name. Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Ihre Entscheidung stellt Friedrich vor eine unmögliche Wahl.Gelesen von Hörbuchpreisträgerin Valery Tscheplanowa und Schauspielstar Robert Stadlober.(4 CDs, Laufzeit: ca. 5h 3)
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Hörspiel | Gut
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
14.01.2019
Sprache
Deutsch
EAN
9783837146431
Herausgeber
Random House Audio
Sonderedition
Nein
Autor
Takis Würger
Auflage
Ungekürzte Lesung
Einbandart
Audio CD
Einbandart Details
CD Standard Audio Format
Gelesen von
Robert Stadlober

Warnhinweise und Sicherheitsinformationen

Informationen nach EU Data Act

4.0
Aus 2 Bewertungen zu Stella
Aus 2 Bewertungen zu Stella
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Berührender Anfang, aber dann enttäuschend
Julia S. - Bewertet am 09.02.2019
Zustand: Exzellent
INHALT: Friedrich wächst 1922 in der Villa seiner Eltern bei Genf auf. An Geld mangelt es ihm nicht. 1942 zieht es ihn trotz des Krieges nach Berlin. Er bewundert die Stärke der Deutschen. In der dortigen Kunstschule lernt Friedrich Kristin kennen, die ihn mit in die geheimen Jazzclubs nimmt. Friedrich ist fasziniert von dieser außergewöhnlichen Frau. So dauert es nicht lange, bis sie ein Paar werden. Doch mit der Zeit muss sich Friedrich eingestehen, dass Kristin noch eine andere, äußerst dunkle Seite in sich trägt. Plötzlich steht sie als die jüdische "Stella" schwer verletzt vor seiner Tür... "Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht – über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe." MEINUNG: Ich wollte mir gerne eine eigene Meinung zu diesem Buch bilden, nachdem in letzter Zeit so häufig darüber diskutiert wurde. Vom Anfang des Buches war ich ziemlich begeistert. Schließlich gefiel mir der Schreibstil sowie die Tiefe in manchen Sätzen. Ich konnte alles bildlich vor mir sehen. Und obwohl die Sprache recht einfach wirkt, haben mich die Schilderungen berührt. Ich hatte großes Mitgefühl mit dem Protagonisten Friedrich, dessen familiäre Lebensumstände mir sehr zu Herzen gingen. Viele Gefühle kamen in mir hoch. Deshalb war ich froher Hoffnung, dass mir das Buch auch weiterhin gefallen würde... Doch nach etwa 1/4 der Geschichte, mit der Ankunft von Friedrich in Berlin, muss ich leider sagen, dass das Buch für mich immer schwächer wurde. Ich empfand den Protagonisten als zu übertrieben dargestellt. Seine Naivität wurde mit der Zeit ziemlich anstrengend und ich hätte ihn so gerne von seiner rosaroten Wolke geschubst. Klar, er ist verliebt. Aber wie er so blind Kristin vertraut und die Ausmaße des Krieges dabei fast komplett ausblendet, das wirkte auf mich irgendwann leider nicht mehr authentisch, sondern unglaubwürdig. Ich konnte kein Mitgefühl mehr für ihn aufbringen und hatte das Gefühl, immer mehr Distanz zu den Figuren zu erlangen. Gegen Ende empfand ich auch manche von Friedrichs Handlungen als untypisch für ihn. Von Stella hätte ich gerne noch mehr erfahren, als das, was der verliebte Friedrich durch seine rosarote Brille an ihr wahrgenommen hat. Das sind meine Hauptkritikpunkte. Und dann gibt es da draußen noch die heißgeliebte Diskussion darüber, inwieweit man in so einem Buch Tatsachen und Fiktion miteinander vermischen darf. Schwierige Frage. Klar wird bei einem fiktiven Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht, einiges dazuerfunden. Aber warum ändert man z.B. die Jahreszahlen, wenn man als Autor den tatsächlichen Zeitpunkt des Geschehens doch vorher recherchiert hat? Wegen mir hätte sich das Buch gerne noch mehr an den Tatsachen orientieren dürfen... FAZIT: Das Buch fing sehr stark an, doch dann wurde es für mich leider immer schwächer, konnte mich nicht mehr berühren und der Protagonist wirkte auf mich nicht mehr authentisch genug. Außerdem hatte ich gehofft, noch deutlich mehr von Stella zu erfahren. Ein Buch, das meiner Meinung nach leider zu viele Schwächen aufweist. 2,5/5 Sterne.
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Eine Frage von Moral und Schuld
Anne H. - Bewertet am 07.01.2019
Zustand: Exzellent
Am Neujahrstag des Jahres 1942 trifft Friedrich in Berlin ein. Aufgewachsen in Chouleux bei Genf, Sohn eines Samthändlers und seiner Frau, der Tochter eines deutschen Großgrundbesitzers. Der Vater reist, die Mutter malt und trinkt nicht allzu heimlich. Friedrich soll nach ihrem Wunsch auch ein Künstler werden, doch verliert er nach einer Gesichtsverletzung die Fähigkeit Farben zu sehen, eine Tatsache, die in der allgemeinen Tendenz zur Realitätsflucht seiner Mutter nicht gerade zu einem entspannten Familienleben beiträgt. Ganz offensichtlich sympathisiert die Mutter mit der nationalsozialistischen Ideologie, was letztlich die Ehe der Eltern endgültig zerrüttet. Ende 1941 plant die Familie ihre Zerstreuung in verschiedene Himmelsrichtungen: die Mutter zieht nach München, der Vater geschäftlich nach Istanbul und Friedrich will reisen, etwas Zeichenunterricht nehmen - gerade das ein unwirkliches Szenario bedenkt man die Jahreszahl -, noch skurriler mutet die Reiseroute an, zunächst will er nach Berlin fahren. Das Großstadtszenario reizt ihn, das Getuschel über das Nachtleben, Drogen, Klubs – und gegensätzlicher geht es nicht: die Gerüchte über einen ominösen Möbelwagen, der Menschen abholt, Gerüchte, die der Vater ihm bestätigt, deren Ausmaß und Tragweite aber nicht fassbar erscheinen und deshalb möchte Friedrich die „Grauzone“ selbst ausloten, sehen, was „die Deutschen“ da tun, die im andererseits so verlockend stark vorkommen, selbstbewusst, ein Volk von Siegern. Kurz nach seiner Ankunft lernt er die junge Kristin kennen und sofort ist er mittendrin in diesem verführerischen Taumel aus Alkohol, verrauchten Nachtklubs, Verliebtsein. Das alles zwischen Menschen mit dem gelben Stern auf dem Mantel, Bombenalarm, Nächten im Bunker. Kristin ist alles was Friedrich nicht ist, frech, draufgängerisch, geheimnisvoll und deshalb so unglaublich anziehend für ihn. Als sie einige Tage verschwindet und plötzlich in einem schlimmen, misshandelten Zustand vor ihm steht, muss er erkennen, dass Kristin nur eine Fassade war, eine Lüge. Die Wahrheit heißt Stella Goldschlag, ist Jüdin und schwebt selbstverständlich in größter Gefahr. Stella fühlt sich nicht als Jüdin, sie sieht nicht so aus und hat vor langer Zeit schon eine Entscheidung getroffen, die einem Tanz auf der Rasierklinge gleicht. Nun wird sie gezwungen, diesen Tanz sogar über einem Abgrund weiterzuführen. Takis Würger erzählt die Geschichte von Stella Goldschlag, die es tatsächlich gab. Nicht als Biographie, nicht als Nacherzählung der tatsächlichen Geschehnisse, sondern als mögliches Szenario. Stella Goldschlag war Gestapo-Kollaborateurin und als Greiferin tätig. Nach dem Krieg wurde sie von einem sowjetischen Militärtribunal verurteilt. Für mich spielt es aber auch keine Rolle, inwieweit sich der Autor und im Detail an die Fakten gehalten hat und welche Bestandteile er fabuliert hat, das Thema des Buches liegt für mich deutlich auf einem anderen Schwerpunkt. Zum einen ist für mich, und er ist nun einmal auch der Erzähler, Friedrich der Protagonist. Es geht um ihn, um seine Art, mit Realität, mit Gefühl, mit Liebe umzugehen – mit den Frauen in seinem Leben: seiner Mutter, Stella. Da gibt es einige Parallelen. So wie er in einer Art von Co-Abhängigkeit vor den Problemen seiner Mutter die Augen (mit)-verschließt, so tut er es im Wesentlichen auch später bei Stella, aus Liebe. Das ist für mich ein ganz zentraler Ansatzpunkt bei der Lektüre des Buches. Viel schwieriger zu fassen, finde ich wirklich die Auseinandersetzung und Bewertung mit der Person Stella Goldschlag. Sie ist mir nicht sympathisch, von Beginn an nicht, tatsächlich mag ich auch diese etwas rotzige Art mancher Menschen einfach überhaupt nicht. Dann liest man und es ist so furchtbar was sie tut, mit ihrem Hintergrund und man fragt sich, wie kann sie das tun, wie viel Schuld lädt diese Person auf sich und dann ist man selbst schockiert davon, dass man sich fragt, wie moralisch man selber wäre. Sie fühlt sich nicht als das, was die Nationalsozialisten aus ihr gemacht haben und sie möchte leben und sie ist vielleicht auch einfach kein netter, selbstloser, sich aufopfernder Mensch? Das entschuldigt nicht, aber darf es erklären ?– auch sehr schwierig. Viele Gedanken, die noch lange nach dem Lesen des Buches nachklingen. Das inhaltliche beiseitegelassen, hat mich auch der Aufbau des Romans und der Stil Takis Würgers sehr angesprochen. Ein Highlight war der – mein Deutschlehrer hätte es damals „Einordnung in den historischen Kontext“ – zu Beginn jedes Kapitels, begonnen mit der Vorgeschichte der eigentlichen Romanhandlung. Grundsätzlich schreitet die Handlung ab dem Eintreffen Friedrichs in Berlin monatsweise voran und wird eingeleitet von einer Zusammenfassung der politischen Gesamtlage, kleinen Details, Einzelschicksalen und Zitaten. Würgers Stil ist sehr prägnant, manchmal direkt nüchtern anmutend – aber er macht einfach keine unnötigen Worte. Das führt dazu, dass man manchmal einen kurzen Satz mit einem z.B. in dem Moment erschreckenden Inhalt noch einmal lesen muss, da er allzu unvermittelt auftauchte. Das hat mir letztlich sehr gut gefallen. Ein lesenswertes Buch, sehr viel anspruchsvoller als ich es vermutet hätte, definitiv ein Lesehighlight im noch jungen Jahr!
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