Aus 3 Bewertungen zu Das Versprechen der Islandschwestern
Aus 3 Bewertungen zu Das Versprechen der Islandschwestern
Nach Produkt-Zustand filtern
Sicher bei rebuy kaufen
Deine Meinung ist uns wichtig
Alle Bewertungen, die wir veröffentlichen, wurden von echten rebuy Nutzer:innen geschrieben.
★★★★★
☆☆☆☆☆
Eine wunderschöne Geschichte
Michael S. - Bewertet am 09.07.2019
Zustand: Sehr gut
Dieser Roman nimmt seinen Leser mit in das faszinierende Island. Einmal wird zu der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg erzählt, als die jungen Geschwister Margarete und Helga ein Jahr lang dem kriegszerstörten Deutschland entfliehen. Es ist sehr interessant, welche Erfahrungen die beiden dort machen.… Aber der Leser weiß auch, dass in dieser Zeit etwas geschieht, dass die Geschwister für sehr viele Jahre trennen wird.
In der Gegenwart lesen wir von Pia, die sich mit ihrer pubertierenden Tochter und ihrer Großmutter auf die Reise nach Island macht um den 90. Geburtstag der Schwester der Großmutter zu feiern.
Durch die unterschiedlichen Erzählstränge erfahren wir in einer wunderschön erzählten Art und Weise, was damals geschehen ist.
Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine wunderschöne Reise in ein wunderschönes Island!
Ein Buch für unbeschwerte Lesestunden - einfach schön.
Hat dir die Bewertung geholfen?
★★★★★
☆☆☆☆☆
Eine neue Heimat
Christina B. - Bewertet am 21.05.2019
Zustand: Exzellent
In dem Versprechen der Islandschwestern geht es um die Geschichte zweier Schwestern, Helga und Greta, die um Trümmer- Deutschland und all den schlimmen Erinnerungen zu entfliehen im fernen Island als Landarbeiterinen anheuern. Doch die einst so innige Schwesternfreundschaft scheint zerrüttet, als… ca. 60 Jahre später die nun wieder in Hamburg lebende Greta mit Enkelin Pia und Urenkelin Leonie zum ersten Mal seit jahrelanger Funkstille zum 90 Geburtstag Helgas nach Island eingeladen werden. Sie entscheiden sich zu kommen und die verborgene Geschichte nimmt ihren Lauf. Doch nicht nur für die Schwestern weht ein frischer Wind ins Haus – schon bald macht Pia Bekanntschaft mit dem ebenso attraktiven wie charmanten Pferdewirt Ragnar und auch Leonie schließt neue Freundschaften.
Anders, als aus dem Klappentext heraus erwartet spielt die Geschichte in zwei unterschiedlichen Zeitsträngen. Für mich macht dies die Geschehnisse authentischer und spannender zu lesen. Es ist einfach ein gefühlter Unterschied, ob man aus dem nach hinein erzählt liest, wie es damals war, oder direkt in dieser Zeit erzählt wird.
Zweiteres ist für mich immer ergreifender. So haben wir einmal die Monate der Überfahrt, Ankunft und des Lebens auf dem isländischen Gutshof, als Helga und Margarete (Greta) noch junge Frauen waren, erzählt aus der Sicht Gretas, der jüngeren Schwester. In einem anderen Zeitstrang lernen wir dann im Jetzt (2017 hier) Pia, Leonie und Ragnar kennen, und die beiden Omas als alte Frauen. Hier ist die Geschichtserzählung ebenfalls nochmals unterteilt, einmal in Pias und einmal in Ragnas Sichtweise der Dinge. Das kann zwischendurch auch in einer Szene öfters mal wechseln und macht für mich einen besonderen Reiz dessen aus, wie die beiden sich gegenseitig umschleichen. Besonders gut gefällt mir die erste Begegnung, der Zufall des weiteren Kontakts und die Entwicklungen zwischen den beiden gegen Ende des Buches.
In diesem Roman habe ich den Eindruck, dass was die Charaktere angeht wirklich an alles gedacht wurde, alle sehr unterschiedlich und doch sehr sympathisch.
Den nächsten Bezug habe ich zu Pia und Margarete, was wohl auch daran liegt, dass wir über die beiden im Laufe des Buches so viel erfahren. Besonders den Mut der jungen Greta bewundere ich, alles hinter sich zu lassen um ein neues Leben für sich und ihre Schwester zu ergattern, auch wenn sie mir zwischenzeitlich ein wenig naiv wirkt. Es tut mir lange Zeit im Buch sehr leid für sie, was sich schon über viele Seiten hinweg abzeichnet. Helga macht für mich die heftigste Entwicklung durch. Lernen wir sie zu Beginn der Überfahrt als eher schüchterne, reservierte und vom Kummer noch schwer geschafftes Mädchen kennen, begegnen wir ihr in späteren Jahren als eine lebensfrohe, herzensgute alte Dame.
Pia und Leonie dagegen sind ein typisches Mutter – Tochter Gespann, schwer geprägt durch die aufblühenden Pubertät Leonies. So sind Zickerein an der Tagesordnung und über den Besuch der weiterführenden Schule wird ausgiebig immer wieder verhandelt, für Leonie ist klar: So nicht! Pia dagegen möchte als doch sehr beschützende Mutter selbstverständlich das Beste für ihre Teenagerin. Hinzu kommt der ständige Streit mit Ex-Mann und Klienten-ferne Fälle bei ihrer Arbeit beim Jugendamt. Pia lernt auf diesem Urlaub nicht nur viel über ihre Familie, sondern auch mal auf ihr Herz zu hören. Und ein Schlüssel hier ist Ragnar, der sympathische Neuzeit- Wikinger vom Pferde - Hof nebenan. Er gefällt mir total gut, wirkt sehr bodenständig und doch gefühlsbetont, sorgt sich um seine kleine Tochter, die bei seiner Exfrau lebt. Somit haben er und Pia so einiges gemeinsam. Es ist sehr unterhaltsam, den beiden dabei zuzuschauen, wie sie sich auf oberflächlicher Ebene umschleichen und die Dialoge wurden mich viel Herz und Humor verfasst. Ein genialer zweiter Handlungsstrang, der den ersten in früheren Jahren, der teil etwas melancholisch und schwermütig daherkommt mit einer beschwinglichen Leichtigkeit ergänzt.
Ein wenig polarisiert dagegen hat für mich die immer mal wieder unterschwellig genannten Erziehungstipps im Buch. Zum einen fand ich es authentisch, dass man sich als Eltern natürlich viel über sowas unterhält, gerade auch, wenn unterschiedliche Kulturen wohl andere Sichtweisen auf bestimmte Entwicklungen haben. Zum anderen war mir das teils zu viel und wirkte wie überflüssig in Szene gesetztes Besserwisserei zu einem Klischee Thema, das einfach weit von der eigentlichen Geschichte entfernt liegt.
Am tiefsten bewegt hat mich, ganz dem Titel nach, die Geschichte, die die beiden Schwestern verbindet, sowie die Auflösung gegen Ende des Buches. Das war wirklich wunderschön zu lesen!
Neben dem Hauptstrang ist auch die Kulisse atemberaubend. Die Darstellung Islands läd zum träumen ein und hat eindeutiges Reise- Sucht Potential! Außerdem gefallen mir die vielen kleinen isländischen Anekdoten und die einfließende Sprache.
Fazit: Ein schöner Roman, der von allem ein bisschen zu bieten hat. Es macht wirklich Spaß ihn zu lesen, einen bleibenden Eindruck hinterlässt er aber eher nicht.
Hat dir die Bewertung geholfen?
★★★★★
☆☆☆☆☆
Lesehighlight
Stephanie p. - Bewertet am 30.04.2019
Zustand: Exzellent
Pia begleitet gemeinsam mit ihrer Tochter ihre Oma nach Island, da deren Schwester ihren 90. Geburtstag feiert. Pias Oma und ihre Schwester haben seit Jahrzehnten kein Wort mehr miteinander gewechselt und dieses angespannte Verhältnis scheint sich bis heute nicht geändert zu haben. Pia fragt sich,… was zwischen den beiden Frauen vorgefallen ist.
Karin Balvinssons Schreibstil ist flüssig, fesselnd und unglaublich bildgewaltig. Ich war vor ein paar Jahren in Island und hatte beim Lesen der bildlich beschriebenen Landschaften sofort großes Kopfkino. Die Handlung konnte mich von Anfang bis Ende in ihren Bann ziehen und komplett überzeugen. Ich konnte das Buch nur schwer zur Seite legen. Besonders gut gefällt mir, dass sich immer ein Kapitel rund um Pias Fahrt nach Island und eines aus der Vergangenheit von Pias Oma ablösen. Dies erzeugt besonders hohe Spannung und als Leser kann man sowohl das Island der heutigen Zeit als auch der Nachkriegszeit kennen lernen. Aber auch die authentischen atmosphärischen Beschreibungen, vor allem jene aus den späten vierziger Jahren, konnten mich restlos begeistern und überzeugen.
Die einzelnen Protagonisten sind authentisch und facettenreich. Da ausnahmslos jeder Charakter eigene Probleme und Sorgen hat, wirken diese besonders glaubwürdig und menschlich. Aber auch die isländischen Dialoge ermöglichen dem Leser ein authentisches Bild von Island. Dennoch ist es für das Verständnis nicht notwendig Isländisch zu können. Im Buch gibt es zwei Handlungsstränge: Zum Einen jenen rund um Pia und deren schwieriges Verhältnis zur Tochter und das Kennenlernen von Ragnar und zum Anderen Pias Oma und deren Schwester, welche nach Kriegsende nach Island auswanderten. Beide Handlungsstränge konnten mich begeistern, mitreißen und komplett in ihren Bann ziehen. Zudem fand ich die Verbindung der beiden Handlungsstränge äußerst gelungen.
FAZIT:
„Das Versprechend er Islandschwestern“ ist für mich ein absolutes Lesehighlight. Neben der mitreißenden Handlung und den liebenswerten Protagonisten konnten mich vor allem die bildgewaltigen Landschaftsbeschreibungen und die authentische Atmosphäre wirklich überzeugen. Daher vergebe ich 5 Sterne!