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Beschreibung
Len Howard (1894-1973) verbrachte die zweite Hälfte ihres Lebens in einem kleinen, abgelegenen Haus in Sussex, Südengland. Sie veröffentlichte äußerst erfolgreiche Bücher über wild lebende Vögel, die sie in ihrer Umgebung beobachtete, und obwohl sie keine Biologin war, galt sie als Pionierin auf dem Gebiet der Tierforschung. Die faszinierende Lebensgeschichte dieser zu Unrecht vergessenen Vogelkundlerin inspirierte die Philosophin und Schriftstellerin Eva Meijer zu einem ganz besonderen Roman, der die Beziehung zwischen Mensch und Natur neu beleuchtet.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
09.03.2020
Sprache
Deutsch
Originalsprache
Niederländisch
EAN
9783442716265
Herausgeber
btb
Titel in Originalsprache
Das Vogelhaus
Sonderedition
Nein
Autor
Eva Meijer
Seitenanzahl
320
Einbandart
Taschenbuch

Hersteller: btb Taschenbuch, Neumarkter Straße 28, München, Deutschland, produktsicherheit@penguinrandomhouse.de, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

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3.8
Aus 4 Bewertungen zu Das Vogelhaus
Aus 4 Bewertungen zu Das Vogelhaus
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Eine melancholische, ruhige Geschichte
Julia S. - Bewertet am 17.09.2018
Zustand: Exzellent
INHALT: Len Howard (1894-1973) war eine britische Vogelforscherin und Musikerin, deren Leben die Autorin Eva Meijer in diesem Buch porträtierte. Die biografischen Fakten und Studienergebnisse von Len wurden dabei zusammen mit frei erfundenen Inhalten zu einem biografischen Roman verfasst. Len wächst mit ihren Geschwistern in einer Familie auf, die einen großen Wert auch kulturelle Interessen legt. Obwohl es ihre Familie nicht für gut heißt, entschließt sich Len 1914 nach London zu ziehen, wo sie von nun an regelmäßig als Geigerin im Orchester spielt und ihre Auftritte hat. Zu ihren Mitmenschen hat sie keinen sehr engen Kontakt. Umso faszinierender sind für Len jedoch die Vögel, die sie überaus häufig beobachtet und studiert. Schon als Kind ist die mit Vögeln aufgewachsen und hat dabei ihr Herz für die kleinen Lebewesen entdeckt. So entwickelt sie nach und nach den Wunsch, dem Alltag zu entfliehen und sich ganz ihrer Berufung zu widmen. In ihrer zweiten Lebenshälfte zieht sie dazu nach Sussex, wo sie sich ein abgeschiedenes Haus mitten in der Natur kauft. Dort widmet sie sich bis ins hohe Alter der Forschung von Amseln, Kohlmeisen, Spatzen und anderen Vögeln. Sie studiert und dokumentiert Gesang, Charakter und Verhalten der kleinen Tiere. Ihr Haus mit den offenen Fenstern wird zum "Vogelhaus" - die Vögel fassen Vertrauen und fliegen schließlich ein und aus. MEINUNG: Die Lebensgeschichte von Len wird im Buch chronologisch von ihrer Kindheit bis ins hohe Lebensalter erzählt. Dazwischen sind immer wieder Studien über die Vögel (v.a. über die Kohlmeise "Sternchen", Lens Lieblingsvogel) dokumentiert. Dadurch wirkte die Geschichte abwechslungsreich, was mir gut gefallen hat. Am Anfang musste ich mich mit den vielen Namen erst einmal zurecht finden, vor allem als noch Vogelnamen dazu kamen. Doch dann war ich mitten in der Geschichte. Das erste Drittel, in der Lens Kindheit und Jugend in der Familie dargestellt wird, fand ich ganz interessant. Und auch der zweite Teil, als die Protagonistin im Orchester aufgenommen wird, verschiedene Kontakte knüpft und den Wunsch entwickelt, sich ganz der Vogelforschung zu widmen, habe ich neugierig verfolgt. Gewundert hat mich jedoch, dass der Inhalt vom Klappentext - nämlich die Zeit im "Vogelhaus" - doch verhältnismäßig wenig Raum (ca. etwas mehr als 1/3) im Buch eingenommen hat. Hier hatte ich andere Erwartungen gehabt. Trotzdem konnte ich Lens Naturverbundenheit, sowie ihre Ruhe und Zufriedenheit später, regelrecht spüren. Auch die Beschreibungen der Vögel, fand ich schön und anschaulich gewählt. Insgesamt handelt es sich hierbei um eine melancholisch wirkende und recht ruhige Geschichte, ohne große Höhen und Tiefen. Emotional konnte mich das Buch leider nur in der ersten Hälfte des Buches richtig erreichen, als Len noch in der Familie gelebt hat, bzw. noch öfter mit ihr zu tun hatte. Die Familienmitglieder hatten interessante Charakterzüge. Lens Mitmenschen lernt man sonst als Leser nur sehr oberflächlich kennen, da diese nie lange in ihrem Leben bleiben. Zudem sind die Zeitsprünge oftmals sehr groß, da sich das Buch über das ganze Leben von Len erstreckt. Len empfand ich anfangs als eine interessante und starke Protagonistin. Sie setzt sich gegen die Vorstellungen ihrer Familie durch, geht ihre eigenen Wege und kümmert sich voller Hingabe, liebevoll um die Vögel. Doch mir war sie etwas zu distanziert. Um die Vögel nicht zu stören, möchte Len keinen Besuch und hat dadurch schließlich kaum noch menschlichen Kontakt. Dadurch wurde mir die Protagonistin mit der Zeit leider immer unsympathischer, ich empfand sie fast schon als mürrisch und leider auch als recht anstrengend, da sie von anderen Menschen so genervt war. Somit konnte mich das Buch zum Ende hin leider immer weniger erreichen. FAZIT: Ein Buch das stark anfängt, mich aber zum Ende hin leider eher enttäuscht hat: 3 Sterne
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Flügel
Sabine G. - Bewertet am 16.09.2018
Zustand: Exzellent
Die Vogelforscherin Len Howard, die Ende des 19. Jahrhunderts in England geboren wurde und 1973 starb, war mir bisher kein Begriff. In der Tat ist sie zu Unrecht in Vergessenheit geraten, da sie keine wissenschaftliche Ausbildung besaß und das Verhalten verschiedener Wildvögel nicht unter reproduzierbaren Bedingungen in einem Labor erforschte, sondern sie sich in ihrem natürlichen Umfeld so vertraut machte, dass sie ihr in ihr Haus folgten. Zu Lebzeiten wurde ihr der Vorwurf gemacht, sie vermenschliche Vögel. Das war nicht der Fall, vielmehr erkannte Len, dass bestimmte Gefühle wie Freude und Trauer nicht allein Menschen vorbehalten sind. Damit hat mir das Buch aus dem Herzen gesprochen. Für mich überraschend war, dass das Buch in Rückblicken Len lange während ihrer Kindheit und Jugend sowie während ihrer Londoner Karriere als Orchester-Geigerin begleitet. Erst in der zweiten Hälfte ihres Lebens wendet sich Len radikal ihrer wirklichen Leidenschaft, den Vögeln zu. Sie bezieht ein einsam gelegenes Haus auf dem Land. Menschen sind von da an nur noch ungern geduldete Gäste, da sie die Vögel in die Flucht schlagen. Mir persönlich haben beide Teile des Buches sehr gut gefallen, zumal die Autorin das Bild einer tief empfindenden, faszinierenden Frau in poetischen Bildern zeichnet:"Der Gedanke an Paul umgibt mich wie ein Geist, Anwesenheit des Abwesenden."..."Verlust heißt begreifen, dass dir nichts je gehört hat. Trauer heißt begreifen, dass die Hoffnung dahin ist, oder vielleicht noch nicht ganz begreifen." Mich hat das Buch tief berührt, allerdings auch melancholisch gestimmt. Wer Tiere nicht liebt, wird leider auch durch dieses wunderbare Buch nicht verstehen, warum die Gesellschaft von Vögeln manchmal der der Menschen vorzuziehen sein kann.
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Von menschlichen und nicht-menschlichen Tieren
Anke B. - Bewertet am 15.09.2018
Zustand: Exzellent
Eva Meijer erzählt in diesem Roman die außergewöhnliche Lebensgeschichte der britischen Vogelforscherin Len Howard. Sie vermischt dabei gekonnt biografische Fakten mit der fiktiven Erzählung von Lens Lebensweg. Gleichzeitig vermittelt sie auf faszinierende Weise Lens Zusammenleben mit den Vögeln, ihre Forschungsmethoden und -ergebnisse. Howard wächst zunächst um die Jahrhundertwende in einer wohlhabenden Familie mit mehreren Geschwistern auf. Vor allem ihr Vater prägt sie, der seine Liebe zu Vögeln an seine Tochter weitergibt. Das Anwesen der Howards dient zudem als kultureller Salon – Malerei, Dichtung, Musik spielen eine große Rolle im Leben der Familie. Früh zeigt sich, dass Len ihren eigenen Weg geht. Statt sich einen passenden Ehemann zu suchen, zieht sie volljährig nach London um in einem Orchester Geige zu spielen. Ein mutiger Schritt für eine Frau ihrer Zeit, den ihr zudem vor allem ihre Mutter und Schwester übelnehmen. Mit den Jahren findet Len dann jedoch immer weniger Erfüllung in der Musik und der lauten Großstadt. Noch einmal krempelt sie ihr Leben komplett um und kauft sich ein Cottage in einer einsamen Gegend Südenglands – das berühmte Vogelhaus, in dem sie bei Wind und Wetter Fenster offenlässt, so dass die Vögel hereinkommen können, im Haus spielen, nisten, mit ihr schmusen. Diese sehr besondere Wohnsituation und die entstehende enge Beziehung zu den Tieren ermöglicht ihr einzigartige Einblicke in die Fähigkeiten von Vögeln. In einer durch den Behaviorismus geprägten Zeit, in der Verhaltensforschung vorwiegend aus Reiz-Reaktions-Tests im Labor bestand, war dies eine revolutionäre Herangehensweise. Mehr und mehr wird Len dabei jedoch zu einer menschenscheuen Einsiedlerin. Ihre gefiederten Freunde stehen für sie an erster Stelle, die immer viel zu lauten Menschen nimmt sie nur mehr als Störung wahr. Meijer beschreibt diesen Prozess so empathisch, dass er für mich nachvollziehbar war. Die Autorin bewertet auch nicht, konstruiert Lens Lebensweg also nicht etwa in der Art, dass sie für die Vogelforschung ihre Chance auf eine Familie geopfert hätte. Len geht ihren Weg, der sicher nicht für jedermann geeignet ist – aber es ist eben ihr Weg. Mich hat beeindruckt, wie dieses Buch die Individualität menschlicher wie nicht-menschlicher Tiere vermittelt. Auch passt der Schreibstil sehr gut zum Inhalt des Buchs – eine ruhige, behutsame Sprache, die Lens Umgang mit den Vögeln widerspiegelt.
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Das Leben von Len Howard - ein angenehmer Zeitvertreib
Wencke M. - Bewertet am 09.09.2018
Zustand: Exzellent
Diese Mischung aus Biografie und Roman ist aus der Sicht der fast in Vergessenheit geratenen Vogelkundlerin Len Howard geschrieben. Zunächst einmal möchte ich erwähnen, dass mich die wunderschöne Gestaltung des Buches sehr begeistert hat. Es hat eine angenehme Größe und es ist schon etwas Besonderes, dieses Buch in den Händen zu halten. Len Howard ist 1894 geboren und wächst in einer gut situierten Familie in England auf. Schon von klein auf hat sie sich für Vögel und ihre Verhaltensweisen interessiert und sie hat sich sehr fürsorglich um sie gekümmert. Len hat eine sehr besondere Art, mit den Vögeln umzugehen. Im Laufe ihres Lebens lernt sie, die Vögel zu verstehen. Dieses Buch ist insgesamt ein angenehmer und ruhiger Zeitvertreib. Das Geschriebene ist gut verständlich. Allerdings wird einiges nicht klar beschrieben, aber der Leser kann es zwischen den Zeilen lesen.
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