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  • Gut für den Eigenbedarf geeignet
Beschreibung
1985 – Es ist ein verrückter, heißer Sommer, in dem Boris Becker Wimbledon gewinnt, vier Passagierflugzeuge innerhalb eines Monats abstürzen, alle großen Rockstars bei Life Aid für das hungernde Afrika singen und in einer Siedlung am Rand der Stadt drei Familien zu zerbrechen drohen. Ulla und Rainer. Rita und Georg. Ella und Bernhard. Drei Paare. Mütter und Väter. Sie wohnen in dänischem Design, fahren nach Südfrankreich in den Urlaub, schicken ihre Kinder zum Cello-Unterricht und zum Intelligenztest. Sie versuchen, sich als aufgeklärte und interessierte Menschen zu beweisen, die das richtige Leben führen. Wo wäre das leichter als in den sorgenfreien Achtzigerjahren der Bundesrepublik? Und warum funktioniert es trotzdem nicht? Alexa Hennig von Lange erzählt die Geschichte einer Generation von Eltern, die ein freieres Miteinander wollten. Der Ideologien, denen sie folgten. Der Liebe, die sie verband. Der Ängste, die sie hatten. Der Kindheit, die sie sich für ihre Söhne und Töchter wünschten. Der Fehler, die sie machten. Der Entschlüsse, die ihre Kinder deshalb fassten.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
16.09.2019
Sprache
Deutsch
EAN
9783832165024
Herausgeber
DuMont Buchverlag
Sonderedition
Nein
Autor
Alexa Hennig von Lange
Seitenanzahl
224
Auflage
1
Einbandart
Taschenbuch
Einbandart Details
Taschenbuch (US)

Hersteller: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG, Amsterdamer Straße 192, Köln, Deutschland, 50735, herstellung@dumont.de

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5.0
Aus 3 Bewertungen zu Kampfsterne
Aus 3 Bewertungen zu Kampfsterne
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Ein grandioser Roman über die scheinbar heile Welt
Wencke M. - Bewertet am 29.10.2018
Zustand: Sehr gut
Hätte ich nicht das große Glück gehabt, Alexa Hennig von Lange beim Read and Greet kennenzulernen, wäre mir sicherlich dieses grandiose Buch entgangen. Da ich die Autorin bis dahin nicht kannte, das Cover nicht so ansprechend fand und ich mit dem Buchtitel auch nicht soviel anfangen konnte, habe ich mich zunächst nicht so mit diesem Buch beschäftigt. Man gut, dass es anders gekommen ist! Alexa Hennig von Lange erzählt in ihrem Roman, der in den 1980-er Jahren spielt, von drei Familien. Sie lässt den Roman aus der Perspektive der einzelnen Personen erzählen. Mit dem Namen in der Überschrift, weiß der Leser genau, wer gerade erzählt. Auch die Kinder kommen zu Wort. Somit wird dem Leser ganz deutlich gemacht, was Kinder doch so wahr nehmen, wo die Eltern denken, dass die Kinder davon nichts mitbekommen würden. Die drei Familien leben in einer Bungalow-Siedlung. Die Einrichtung perfekt und auch das ganze drumherum stimmt. Es sieht nacht Außen so aus, als wäre es die heile Welt. Aber ganz schnell wird deutlich, dass das alles nur Schein ist. Dieses Buch erzählt zwar in den 80-er Jahren, aber es ist nach wie vor sehr aktuell! Kampfsterne ist ein Buch, dass mir noch lange in Erinnerung bleiben wird!
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Wie man sein Leben zum Gefängnis macht
Anke B. - Bewertet am 21.07.2018
Zustand: Exzellent
„Kampfsterne“ erzählt aus einer ganzen Reihe verschiedener Perspektiven von drei Familien in einer Wohnsiedlung der 1980er. Die Ehemänner verdienen gut, die Ehefrauen kümmern sich um Haus, Kinder und darum, die Nachbarn möglichst vor Neid erblassen zu lassen. Jeder ist allein in seinem perfekten Familienwohnzimmer, seinem eingezäunten Garten, eingesperrt in seine eigene Fassade. Dazu passt auch das graphische Cover mit seinen klaren Linien oder Grenzen sehr gut. Von Lange erzählt überzeugend von der Innenperspektive solcher Leben, in denen es vor allem um die Außenperspektive geht – und davon, dass das in den Menschen nicht das Beste zum Vorschein bringt oder fördert. Sie erzählt von Frauen, die lächeln, auch wenn ihr Mann sie schlägt oder betrügt; Frauen, deren Lebensumfeld sich weitgehend auf die Familie und Nachbarschaft beschränkt und die gleichzeitig unter enormen Perfektionsdruck stehen. Sie glauben, das Leben sei ihnen das große Glück schuldig – und wenn das nicht eintritt, soll es doch bitte wenigstens so aussehen. Diesen Perfektionsdruck geben sie weiter an ihre Männer und Kinder. Noch sind die Stimmen der Kinder voller Kraft und zeugen von einem unverstellten Blick auf das Leben und ihre Eltern; man fragt sich jedoch beim Lesen ständig, ob sie die Fehler ihrer Eltern wiederholen oder es schaffen werden, auszubrechen aus dem schönen Schein. Der Autorin ist es von Anfang an gelungen, mich zu fesseln. Die Charaktere sind teilweise etwas überspitzt und einige Dinge (wie etwa die Fokussierung auf eine angebliche Hochbegabung der eigenen Kinder) scheinen mir zumindest anachronistisch und eher in die heutige Zeit gehörend. Das wird jedoch durch den flüssigen Schreibstil locker wettgemacht, der sehr modern, frisch und dynamisch ist. Ein Buch, das trotz seiner Kürze viel Wahres enthält.
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Hinter der Küchengardine
Anne H. - Bewertet am 20.07.2018
Zustand: Exzellent
Hinter der Gardine, im handtuchgroßen Garten – eine typische Siedlung Mitte der 1980er Jahre. Die Muttis projizieren ihre Wünsche und Sehnsüchte auf ihre Kinder, ihre eigene Verwirklichung und Neid gegenüber den Nachbarinnen. Analysieren das eigene und das fremde Eheleben, ihre Kinder und die Kinder der anderen, die Erziehungsstile und auch alles andere sonst. Die Männer sind arbeitenderweise abwesend und in manchem Fall ist das wohl auch ganz gut so. Die Kinder sind volleingespannt in Ballett, Cellounterricht und Intelligenztests. Eifersüchteleien sind in allen Generationen heftig vertreten, wobei eigentlich gar niemand heile Welt spielen möchte, dass hier einiges im Argen liegt ist gar kein Geheimnis, nur das Ausmaß der Problematik und die Tiefe der Gräben spricht keiner aus. Zumindest nicht laut – denn was die einzelnen Bewohner denken über sich selbst und alle anderen – das wird dem Leser von der ersten Seite an unverblümt offenbart. Denn „Kampsterne“ besticht durch die ständigen Perspektivwechsel und seine Sprache, die dem Leser die Gedanken- und Gefühlswelt der verschiedenen Personen näherbringt, egal ob Mann, Frau, Jugendlicher oder Kind. Die ganz subjektive Sichtweise auf sich selbst auf die anderen, deren Aussagen und deren Taten wird so in einer unmittelbaren Direktheit vermittelt – wie wörtliche Rede. Es gibt keinen übergeordneten Erzähler, keine Rahmenhandlung, keine Hintergründe, alles erschließt sich aus den schlaglichtartigen „Statements“ aller, gleichzeitig und ungefiltert. Und trotzdem steckt ganz viel Hintergrund in diesen Gedanken – vor allem jenen der Frauen, die in der Mehrzahl nach ihren geisteswissenschaftlichen, nicht zwingend in Berufe mündenden und vor allem auf das wahre Leben nicht vorbereitenden Universitätsstudien der Kunstgeschichte oder der Kulturwissenschaft doch alle noch in der gleichen Hausfrauen- und Mutterrolle gelandet sind wie die vorherige Generation. Und auch wenn sie sich dieses Missverhältnisses bewusst sind und insgeheim Feministinnen, Philosophinnen oder einfach nur unabhängige Frauen sein möchten, verharren sie in diesem Ist-Zustand und streben nach anderweitiger Verwirklichung, durch Hobbys – oder eben ihre Kinder bzw. deren Förderung. Sie streben zum einen nach der Perfektionierung der Folgegeneration – durch das Erlernen von Instrumenten, gesteuerte Freizeitaktivitäten, Sozialkontakte, die aber in der Quintessenz nur zum Ausdruck bringen, wie unzufrieden man mit sich selbst ist. Zum anderen möchte man sich selbst in die geschützte Zone „Kindheit“ zurückretten, ohne Sorgen, ohne Ehekonflikte, ohne nervige Nachbarinnen, zu denen man in ständiger Konkurrenz steht. Als das geschönte Bild plötzlich Risse bekommt, offenbart sich der wirklich desolate Zustand der einzelnen Personen und ihrer Familien-Konstrukte. Die Kinder, mal Spielball der Interessen, mal aufbegehrende, werdende Persönlichkeiten, die sich dem wahnwitzigen Tun und den Absichten ihrer Eltern vollauf bewusst sind, stellen den zweiten Schwerpunkt der kurzen Episoden dar, und vor allem in ihrer emotionalen Verwirrung aber auch ihrer Abgeklärtheit – mit Nervenzusammenbrüchen kennen wir uns aus – machen deutlich, was das verquere Handeln der Erwachsenen für sie ganz direkt bedeutet. Die mit Abstand kleinste, leiseste Stimme erhalten die Ehemänner, die aber aus Sicht der Ehefrauen und Nachbarinnen nichts taugen und mehrheitlich aus Sicht der Kinder “ohnehin immer nicht da sind“, und im Wesentlichen muss man da als Leser auch zustimmen. Fazit: Im Endeffekt weiß ich gar nicht, wie ich dieses Buch einordnen soll. Es liest sich interessant – im Sinne einer Zeit- und Sozialstudie, ein unterhaltsamer Roman ist es für mich nicht. Thematisch sind da auch einfach zu viele wirklich herbe Details in Richtung häusliche Gewalt, Vergewaltigung etc. enthalten, die das Buch weit weg von harmlos rücken. Einen Sympathieträger außer Johannes und Alexa habe ich nicht finden können, und die sind 15 und 8 Jahre alt – andererseits spiegelt das ja Zuversicht in die nächste Generation wider. Die Unmittelbarkeit der Gedankenwelten haben mir als Stilmittel aber unglaublich gut gefallen, so dass ich die Stärke des Buches eindeutig im Stil ansiedeln möchte, und da das irgendwie in die Kategorie literarische Qualität geht, gibt das den Ausschlag für meine Bewertung mit 5 Sternen – 4,5 wären ideal.
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