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★★★★★
☆☆☆☆☆
Skurril, bizarr und düster
Jasmin L. - Bewertet am 06.02.2020
Zustand: Exzellent
Skurril, märchenhaft, fantastisch! Das ist "Die Ewigkeit in einem Glas"!
⭐⭐⭐⭐🌟
Im viktorianischen London arbeitet die 30-jährige, sich als Witwe ausgebende Bridie Devine als Privatermittlerin. Ihr neuester Fall: Die Entführung von Christabel, Tochter des Adeligen Sir Edmund. Bei ihren… Ermittlungen trifft sie neben einigen Leichen auf allerlei Gauner, Halunken und windige Gestalten aus sämtlichen Gesellschaftsschichten Londons.
⭐⭐⭐⭐🌟
Was ich am meisten an dem Buch liebe ist, dass es sich in keine Schublade stecken lässt. Jess Kidd hat ein bizarres London voll von Wundern, Monströsitäten und Aberglaube erschaffen. Nehmen wir nur mal unsere Protagonistin Bridie her, eine Pfeifen rauchende alleinstehende Frau, die auch mal gerne in Männerkleider schlüpft und deren bester Freund ein Geist ist. Besagter Geist, er heißt übrigens Rory, war zu Lebzeiten Boxer, hilft Bridie bei ihren Ermittlungen. Seinen Körper ziert die Tätowierung einer Meerjungfrau, die ein Eigenleben führt. Ein herrliches Duo. Jess Kidd' Charaktere sind alles, nur nicht 0-8-15. Man merkt einfach beim Lesen wie viel Fantasie die Autorin hat.
Den Schreibstil fand ich sehr passend. Er ist detailverliebt und kunstvoll ausgeschmückt. Dennoch liest sich das Buch total flüssig.
Die Geschichte selbst spielt in zwei Zeitebenen; der Gegenwart (1863) und 20 Jahre vorher in Bridies Kindheit. Dabei lernen wir nicht nur unsere Meisterdetektivin besser kennen, die Autorin lässt auch geschickt die Fäden zu einem stimmigen Gesamtbild und Ende zusammen laufen.
⭐⭐⭐⭐🌟
Fazit: Ich habe ein weiteres Highlight für mich gefunden. "Die Ewigkeit in einem Glas" ist ein fantastischer Krimi, angesiedelt in einem riesigen Kuriositätenkabinett.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Ganz mein Humor
Anja B. - Bewertet am 05.12.2019
Zustand: Exzellent
London, 1863. Bridie Devine hat eine neue Mission. Für ihren Auftraggeber soll sie dessen entführte Tochter wiederfinden, doch irgendetwas scheint seltsam an diesem Kind zu sein. Zu allem Überfluss stolpert Bridie bei Recherchen auf dem Friedhof noch über den Geist des Boxers Ruby. Der beschließt… aus Mangel an Beschäftigung - denn was soll man als Toter schon groß mit sich anfangen? - unserer Protagonistin zu folgen, um ihr bei den Ermittlungen zur Seite zu stehen. Dabei ist er im Übrigen nur mit einer langen Unterhose und einem Hut bekleidet und behauptet steif und fest, Bridie und er würden sich bereits kennen. Doch warum hat die ihn dann völlig vergessen?
Wie schon die Kurzbeschreibung des Inhalts verrät: dieses Buch ist herrlich skurril. Das beginnt schon bei den Figuren. Da wäre beispielsweise Bridie mit der wohl hässlichsten Witwenhaube überhaupt oder Cora, ihr zwei Meter großes Hausmädchen. Nicht zu vergessen: ein Pfarrer, der aus Verachtung für seine menschliche Gemeinde beschlossen hat, seine Kirche von nun an mit tierischen Bewohnern zu füllen. (Wer will es ihm verübeln?)
Der Schreibstil unterstreicht das Sonderbare der Handlung gekonnt, der Ton ist humorvoll-ironisch, aber dennoch liebevoll. Erzählt wird im Präsens und der sie-Form; hauptsächlich aus zwei verschiedenen Perspektiven: der von Bridie selbst und derjenigen des Kindermädchens Mrs Bibby. Doch auch in die Köpfe der anderen Figuren kann der personale Erzähler blicken und beleuchtet so das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei erfährt der Leser nicht nur etwas über Bridies aktuellen Fall, sondern es sind auch zahlreiche Rückblenden in die Vergangenheit der beiden Frauen eingebaut.
So spinnt Jess Kidd gekonnt zahlreiche Handlungsfäden, die sie am Ende zu einem runden Ganzen verwebt. Genretechnisch lässt sich das alles nur schwer in eine Schublade zwängen: historischer Krimi mit fantastischen Elementen - das wäre mein Versuch. Aber letztendlich spielt das ja auch keine Rolle, denn "Die Ewigkeit in einem Glas" ist einfach grandios!