Nach "Bridget Jones" wandelt Reneé Zellweger als Großstadtpflanze, die sich diesmal in Landei Harry Connick, jr. verliebt, wieder auf romantisch-komödiantischen Pfaden.
Eine Karrierefrau aus der Großstadt, die durch einen mehr oder weniger unfreiwilligen Aufenthalt in der Provinz geerdet wird und sich wieder - meist mit Hilfe eines gestandenen Naturburschen - auf die so genannten wichtigen Dinge im Leben besinnt. Ein Stoff, aus dem romantische Komödien gestrickt sind - wie zuletzt "Selbst ist die Braut", der es diesen Sommer allein in Deutschland auf zwei Millionen Besucher brachte und für Hauptdarstellerin Sandra Bullock so etwas wie ein Comeback in ihrem Lieblingsgenre markierte. Ähnliches hat nun auch Reneé Zellweger vor. Die hoch dekorierte Schauspielerin (Oscar für "Unterwegs nach Cold Mountain") hatte sich zuletzt ebenfalls in dem Fach, wo sie bis dato ihre größten Erfolge feiern konnte etwas rar gemacht und sich auf Synchronrollen etwa in "Monsters vs. Aliens" oder "Bee Movie - Das Honigkomplott" verlegt.
Unter der Regie des Dänen Jonas Elmer, der mit "New in Town" sein Hollywood-Debüt gibt, spielt sie nun Lucy Hill, eine Single-Geschäftsfrau, die sich im sonnigen Miami mit schickem Cabrio, grauem Designer-Kostüm und hochhackigen Pumps sichtlich wohl fühlt. Da bekommt sie von ihrem Chef den Auftrag, eine marode, zur Firma gehörende Fabrik auf Vordermann zu bringen. Für Lucy eigentlich kein Problem. Was sie aber nicht weiß: Das Objekt liegt in New Ulm (!), einem hinterletzten Kaff im tief verschneiten Minnesota. Und schon kurz nach der Ankunft steht fest: Die toughe Großstädterin wird nicht nur mit den eisigen Temperaturen, sondern auch mit den ruralen Gepflogenheiten so ihre Probleme bekommen. Als sich aber herausstellt, dass die tumben Landarbeiter eigentlich ganz pfiffig sind, die skurrile Bevölkerung hilfsbereit und herzlich ist und der hemdsärmlige Gewerkschaftler Ted (Harry Connick, jr., hatte die Bullock 1998 in "Die zweite Chance" auch schon mal ganz fest lieb) ohne Bart fast so gut wie Hugh Jackman aussieht, beginnt Lucy, sich allmählich in Land und Leute, natürlich Ted inklusive, zu verlieben.
Sieht man einmal davon ab, dass hier jedes Klischee bemüht wird, das Großstädtern und Dorfbewohnern gemeinhin anhaftet, dass uns eine heile Sozialromantik-Welt vorgegaukelt wird und der Plot mindestens so einfach strukturiert wie vorhersehbar ist, kann man mit "New in Town" durchaus seinen Spaß haben. Das liegt allerdings weniger an der Regie von Jonas Elmer, sondern vor allem an Zellweger, die mit viel Sinn für Selbstironie von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Beinahe wortwörtlich, wenn sie mit ihren Stöckelschuhen im Treppengitter hängen bleibt, und im übertragenen Sinne, wenn sie nach einer Autopanne ihr weinrotes Höschen als Warnflagge an der Antenne hisst oder nach zuviel Alkoholgenuss mit dem Kopf voraus über die Balustrade kippt. Am Ende haben wir zwar wenig über moderne Firmenpolitik und Massenentlassungen erfahren, dafür umso mehr über Krähenjagden und Eisfischen, leckeren Tapioka-Pudding und die hohe Kunst selbstgemachter Patchworkdecken. lasso.
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