Packendes Melodram um einen Kรผstenort zum Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem ein Junge zwischen die Fronten seines Polizistenvaters und seines Kรผnstlerpaten gerรคt.
Christian Schwochow, ausgewiesener Spezialist fรผr deutsche Geschichte/n mit u.a."Westen", "Bornholmer Straรe" und "NSU", nimmt sich hier der Nazizeit an und adaptiert Siegfried Lenz' Bestseller fรผr die groรe Leinwand. Er war schon einmal kurz nach Erscheinen des Romans als Zweiteiler fรผrs Fernsehen realisiert worden. Die "Deutschstunde", in der der junge Held Siggi in der Rahmenhandlung in einer Anstalt einen Aufsatz schreibt รผber die Freuden der Pflicht, ist auch eine Geschichtsstunde, eine ungemein eindrรผckliche mit einer zeitlosen, aktuellen Botschaft. Schwochow erzรคhlt sie als wuchtiges Melodram, das dank der von seinem regelmรครigen Kameramann Frank Lamm berรผckend eingefangenen weiten, lichten, rauen Natur der Kรผstenlandschaft seine Wirkung entfaltet - auch im Kontrast zur engen, dรผsteren Atmosphรคre im Haus - und dem dรผsteren Inhalt. Drehbuchautorin Heide Schwochow, die hier bereits zum fรผnften Mal mit ihrem Sohn zusammenarbeitet, konzentriert die Geschichte auf die drei Hauptfiguren , auf die Konfrontation zweier gegensรคtzlicher Mรคnner, in der der Sohn des einen und Patenkind des anderen zerrieben wird, weil er beide liebt. Eine bisweilen auch zu Trรคnen rรผhrende Tragรถdie, die aber nie kitschig ist und deren sehr ernster Tonfall nur aufgelockert wird, wenn der Junge in wunderbar leichten und herzlichen Szenen mit seiner รคlteren Schwester herumalbert. Ulrich Noethen spielt den Vater, einen pflichtbesessenen Polizisten in der รคuรersten Provinz, der seinen Sohn zwingt, das ausgesprochene Malverbot bei seinem Freund aus Jugendzeiten zu รผberwachen. Tobias Moretti den Kรผnstler, der ohne seine Kunst nicht leben kann, gerne auch mal provoziert. Die beiden liefern ebenso wie der junge Levi Eisenblรคtter oder Maria Dragus als Schwester starke Leistungen in einem Film, der immer fรผr die groรe Leinwand gemacht ist, in dem auch der klassische Score das Melodram unterstรผtzt, Kostรผm und Ausstattung sorgfรคltig die Zeit wiederspiegeln, ohne historisierend zu sein, und Akzente setzen. Ein intensives Erlebnisvor allem in den ersten zwei Dritteln. hai.
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