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★★★★★
☆☆☆☆☆
Eine ungewöhnliche Familiengeschichte
Miriam G. - Bewertet am 12.11.2020
Zustand: Exzellent
Als die Österreicherin Maria bemerkt, dass sie schwanger ist, macht sie sich auf den Weg zu ihrem Liebhaber: Wilhelm arbeitet in Anatolien für die dortige Eisenbahn, die eines Tages quer durch das osmanische Reich von Istanbul bis nach Bagdad. Doch der 1. Weltkrieg zerstört nicht nur diesen Traum,… sondern auch Marias Familie zerbricht.
Das gewählte Thema – eine Familiengeschichte rund um den ersten Weltkrieg und den Bau der Bagdadbahn – ist sehr spannend und außergewöhnlich. Als Leser begleiten wir nicht nur Maria in den ersten Jahren in Anatolien, wo sie sich als westliche und eigenständige Frau gegen die sittlichen Vorstellungen zurecht finden muss, sondern auch später ihre erwachsenen Kinder. So gelingt es der Autorin, auf nicht einmal 300 Seiten ein generationenübergreifendes Portrait einer ungewöhnlichen Familie zu zeichnen.
Sehr gut beschrieben werden auch die innerlichen Konflikte der einzelnen Familienmitglieder. Maria, die immer mit ihrem Leben in Anatolien hadert, weil sie sich als Frau nicht respektiert fühlt, dennoch niemals nach Österreich zurückkehren möchte. Wilhelms Herz schlägt nicht nur für seine Frau und seine Familie, sondern auch für die Eisenbahn. Als dieser Lebenstraum aufgrund des heranbrechenden Krieges verloren zu sein schein, zerbricht auch er. Und auch die drei Kinder des Paares haben es auf ihrem Weg durch die Welt alles andere als einfach und müssen schwere Schicksalsschläge überstehen.
Insgesamt ist „Die zitternde Welt“ ein wirklich lesenswertes Buch, dass das Schicksal einer Familie mal aus einer ganz anderen Sicht beleuchtet und damit wirklich empfehlenswert.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
wir zittern mit
Alica W. - Bewertet am 13.10.2020
Zustand: Sehr gut
Inhalt:
Die junge Maria, reist hochschwanger, ihrem Wilhelm in ein fremdes Land hinterher. Dieser verließ sie um als erfolgreicher Mann zurückzukehren, doch sie findet ihn, und stehts einen Weg ihren Willen durchzusetzen. Der Roman von Tanja Peers spielt um das jähr 1900 und setzt Maßstäbe der… Emanzipation. Der Ingenieur Wilhelm verließ Wien um in der Türkei an der Bagdadbahn zu arbeiten, die Berlin mit Bagdad verbinden soll. Als offiziell verheiratetes Paar bauen die beiden sich in Anatolien ein neues Leben auf, besonders Maria ist dort sehr glücklich. Ihre kleine Familie wächst mit der Zeit um zwei jungen. In Anatolien kann Maria sich frei ausleben und gestalten, ohne feste und zwanghaft eingehaltene Geschlechterrollen. Außerdem hält sie sich dort einen Liebhaber. Zeitlich spielt die Geschichte zur Zeit der Großreiche. Die Bauarbeiten werden eingestellt und als einzige berufliche Perspektive, und um Maria ihrem Liebhaber zu entziehen, will er der Bahn in den Süden folgen. Doch sie kehren bald zurück, als der Erste Weltkrieg beginnt.
Da deren Jungen in der Türkei geboren sind, werden sie als Türken eingezogen. Um dies zuentgehen, erklären die Elter ihre Kinder für Tod und beschaffen ihnen neue Identitäten. Der eine als deutscher, dem anderen leider als Franzosen. Dies führt schnell zu weiteren Konflikten.
Meinung:
Am Anfang fesselte mich das Buch, der Einstieg war bereits total bewegend und verdammt Emotional. In ihren Schreibstil konnte ich mich direkt einfinden, auch wenn ich die Hauptprotagonistin Maria zwar beeindruckend finde, aber auch sehr unsympathisch.
Dies störte leider aber verpasste dem buch dennoch keinen Dämpfer.
Man kann ihre Handlungsweisen nachvollziehen und wie im echten Leben, man muss halt nicht mit allen befreundet sein. Auch Wilhelm ist ein Charakter für sich, dessen Toleranz gegenüber der Affäre und Marias Verhalten in Gegensätzen steht.
Was auch störte waren die teilweise sehr unüberschaubaren Zeitsprüngen, die mich zwangen Seiten erneut zu lesen.
Bis zur ersten Hälfte fand ich das Buch unglaublich spannend, danach wurden Aspekte weniger ausgebreitet als ich es mir gewünscht hätte.
Der historische Hintergrund auf die, die Geschichte anspielt ist sehr gelungen, wer sich ein bisschen im geschichtlichen Zusammenhang auskennt, kann den Roten Faden leicht verfolgen.
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☆☆☆☆☆
Bagdadbahn
Ilona S. - Bewertet am 20.09.2020
Zustand: Exzellent
Eine interessante Familiengeschichte mit einer starken Frau als Mutter in der Hauptrolle. Diese reist hochschwanger ihrem Mann 1896 nach Anatolien hinterher. Während der Mann als Ingenieur den Bau der Bagdadbahn voranbringt.
Die lebenslustige Frau findet eine Heimat in Anatolien. Kinder kommen… zur Welt. Man darf als Leser in die orientalische Welt eintauchen. Für damalige Verhältnisse sicherlich eine ungewöhnliche Protagonistin. Stark, lebensfroh aber auch mit einer ordentlichen Portion Egoismus.
Irgendwann macht der Krieg einen Strich ins Lebensidyll und es fallen harte Entscheidungen an. Das schöne Leben in Anatolien ist beendet. Die Wege der Familie trennen sich. Je länger man das Schicksal der Familie begleiten umso größer wird die Frage warum man ist wie man ist. Weglaufen ist zumindest keine Option, für manche aber doch...