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Beschreibung
Der Journalist Wolfgang Steingardt findet in Russland ein seit dem 2. Weltkrieg als verschollen geltendes Kandinsky Gemälde. Aber statt den offiziellen Weg zu gehen, erliegt er den Verlockungen des Geldes. Er bietet das Gemälde auf dem illegalen Kunstmarkt an und bringt so sich selbst und seine Mitstreiter in Lebensgefahr! Auch in der Ehe mit seiner russischen Frau führt diese Entscheidung zu enormen Belastungen, welche die unterschiedlichen kulturellen und ideologischen Ideale noch stärker in den Vordergrund rücken. So wird der Kampf um das Gemälde auch zu einer Zerreißprobe für die Ehe und zum Spiegelbild der unterschiedlichen Auffassungen zum Thema Beutekunst.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
15.09.2016
Sprache
Deutsch
EAN
9783741850202
Herausgeber
epubli
Sonderedition
Nein
Autor
Bernd Hoffmann
Seitenanzahl
452
Auflage
1
Einbandart
Taschenbuch
Lesealter
0-99
Schlagwörter
Beutekunst, gemälde, kandinsky, Kunsthandel, 2. Weltkrieg
Thema-Inhalt
FJ - Abenteuerromane
Höhe
190 mm
Breite
12.5 cm

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4.0
Aus 3 Bewertungen zu Das Gemälde
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Rennpferde, Rennsport und Rassismus
Bettina W. - Bewertet am 22.10.2023
Zustand: Exzellent
Der Roman wird hauptsächlich von 2 Handlungssträngen bestimmt. Im 19. Jahrhundert, einige Jahre vor dem Bürgerkrieg in den USA, wird in Kentucky ein Pferd geboren, dass sich zu einem der berühmtesten Rennpferde entwickelt. Hier wird die Lebensgeschichte des Pferdes geschildert inklusive detailreicher Beschreibung des Ablaufs von Pferderennen. Gleichzeitig wird das Spannungsfeld zwischen weißen Herren und schwarzen Sklaven thematisiert. Der Sklave Jarret, selbst noch sehr jung, ist schon bei der Geburt des Pferdes dabei und später für den Hengst Darley/Lexington verantwortlich. Damit handelt es sich thematisch durchaus auch um ein Geschichtsbuch. Der andere Handlungsstrang spielt im Jahr 2019. Gleich mehrere Personen suchen nach Informationen über dieses Pferd. Ein (schwarzer) Kunststudent, Theo, der seine Doktorarbeit mit dem Thema Gemälde von Pferden im 19 Jahrhundert schreiben will und zufällig bei einer Art Sperrmüll ein altes Gemälde dieses Pferdes mitnimmt. Eine (weiße) Wissenschaftlerin, Jess, die sich am Smithsonian Institute mit Knochen von Tieren befasst und in Zusammenarbeit mit einer Wissenschaftlerin aus Großbritannien die Knochen und den Körperbau des im Museum befindlichen Skeletts desselben Pferdes untersucht um herauszufinden, warum gerade dieses Pferd eines der schnellsten seiner Zeit war. Beide treffen sich bei den Recherchen und es wird klar, dass auch nach Überwindung der Sklaverei immer noch tagtäglich Probleme zwischen schwarzen und weißen Menschen entstehen. Der Titel des Buches ist ungenau gewählt, mir hätte die Übersetzung des Originaltitels „Horse“ deutlich besser gefallen, da die Gemälde des Pferdes eine eher untergeordnete Rolle spielen und mehr der Ergänzung dienen. Die Beschreibungen sind detailliert und lebendig, das Buch lässt sich gut lesen ohne, dass es langweilig wird. Dafür sollte man sich entweder für Pferde oder für die Auswirkungen der Sklaverei (bis heute) interessieren, wenn man dieses recht umfangreiche Buch (mehr als 550 Seiten) mit Interesse lesen möchte. Streckenweise kann man es mit einem Sachbuch gleichsetzen.
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Von Männern und Pferden
Luise G. - Bewertet am 19.10.2023
Zustand: Exzellent
Nein, dieser Roman ist keine Antwort auf den Barbie-Film, in dem Ken schnell erkennt, dass es in der realen Welt der USA vor allem um Männer und Pferde geht. Der Roman von Geraldine Brooks erschien nämlich schon 2022 unter dem Titel „Horse“ und kommt nun in der Übersetzung von Judith Schwaab auf den deutschen Buchmarkt. Dennoch liest sich der Roman über die Pferderennindustrie der USA im 19. Jahrhundert wie ein Versuch, die Sache mit den Männern und den Pferden zu erklären - mit allem, was dazu gehört: dem Patriarchat, das es Frauen kaum erlaubt, zur Hauptfigur der Geschichte aufzusteigen, dem Anti-Schwarzen Rassismus, der die amerikanische Gesellschaft noch immer auf eine speziellere Weise strukturiert und bestimmt als im Rest der Welt, dem Klassismus, der mit den Mechanismen von Rassismus und Patriarchat zusammenwirkt. Die Autorin tut dies, indem sie einen Roman über ein berühmtes Rennpferd schreibt und dabei beständig zwischen Perspektiven der Vergangenheit und Perspektiven der Gegenwart wechselt, die sie wiederum durch ein Gemälde dieses Pferdes geschickt verwebt. Kann man der Autorin vorwerfen, dass sie es als weiße Frau nicht ganz schafft, die Perspektive Schwarzer Männer in den USA authentisch darzustellen? Ja, ihr ist es sicherlich nicht immer gelungen, die Schwarzen Charaktere hinreichend komplex zu zeichnen. Allerdings könnte man auch diskutieren, ob dies nicht wiederum als Verweis auf die amerikanische Gesellschaft zu lesen ist. So gibt am Ende des Romans auch nicht nur eine der Figuren die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in den USA auf. Was der Autorin definitiv gelingt, ist, die Leser in die Geschichten eintauchen zu lassen - mir ist auf den knapp 600 Seiten nie langweilig geworden, so spannend, anrührend und aufwühlend sind die Episoden, die sie beschreibt und so sehr gehen die Figuren, die die Autorin für die Erzählung zu Historie des Rennpferds und seines Gemäldes dazu erfindet, ans Herz.
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Die Geschichte eines Rennpferdes und doch so viel mehr
Judith R. - Bewertet am 18.10.2023
Zustand: Exzellent
1850 wird in Kentucky ein Hengstfohlen geboren, aus dem eines der bedeutendsten Rennpferde aller Zeiten werden wird. Der versklavte Junge Jarrett, der bei der Geburt anwesend ist, wird dieses Pferd sein ganzes Leben lang begleiten und Höhen und Tiefen mit ihm erleben. Mehrfach kreuzt sich der Weg der beiden mit dem des Malers Thomas J. Scott, der das Pferd wiederholt auf die Leinwand bringt. Eines dieser Bilder wird 1954 der Kunsthändlerin Martha Jackson zum Kauf angeboten. In 2019 schließlich trifft der Kunsthistoriker Theo zufällig auf eines der Gemälde und die Wissenschaftlerin Jess ähnlich zufällig auf das Skelett des Pferdes. In diesem zeitlichen Gerüst webt die Autorin eine Geschichte, welche die des Rennpferdes ist und doch deutlich darüber hinausgeht. Es geht um Pferderennen, aber auch um Sklaverei, den Amerikanischen Bürgerkrieg und Rassismus in der heutigen Zeit. Geraldine Brooks hat bekannte Fakten genommen und diese gekonnt durch Fiktion ergänzt. In einem ausführlichen Nachwort mit Personenverzeichnis kann man bei Interesse erfahren, welche Elemente in welchen Bereich gehören. Trotz der Vielzahl an Personen, über die sie erzählt, gelingt es der Autorin, diese zum Leben zu erwecken und herauszuarbeiten, was sie antreibt oder zurückhält. Dabei werden diverse Themen berührt, die zum Teil nicht unbedingt „massentauglich“ sind, aber ganz gleich, ob es um den Pferderennsport, die Kunst oder das Präparieren von Knochen ging, ich hatte immer das Gefühl, dass der Text nach gründlicher Recherche entstanden ist, ohne dass ich als Leserin ohne entsprechende Vorkenntnisse durch die Informationen erschlagen worden wäre. Die Zeitsprünge werden gezielt eingesetzt und ergänzen sich, um die Geschichte nach und nach zu entfalten. Innerhalb der einzelnen Zeitebenen geschehen die Dinge weitgehend chronologisch, so dass der Wechsel zwischen den Jahrhunderten ohne große Verwirrung möglich ist. Ich habe diesen nicht ganz dünnen Roman innerhalb einer knappen Woche gelesen, habe dazu gelernt, mich berühren und schockieren lassen und kann eine klare Leseempfehlung aussprechen für alle mit Interesse an Pferden, Geschichte, Politik oder schlicht und einfach guter Erzählkunst.
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