Autorenporträt
Atelier Kempe Thill
wurde im Jahr 2000 von André Kempe und Oliver Thill in Rotterdam gegründet. Das international operierende Architekturbüro arbeitet mit derzeit rund 30 Mitarbeiter*innen an Projekten in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Belgien, Österreich, der Schweiz, Marokko und Russland. Schwerpunkte sind neben kollektivem Wohnungsbau vor allem öffentliche Bauvorhaben wie Hochschulgebäude, Rathäuser und Kulturbauten. Das Büro ist um den Entwurf von Strukturen bemüht, die flexibel und ökonomisch bleiben. Ziel ist eine „spezifische Neutralität”, eine Architektur, die die Vitalität unserer Zeit optimal zu bedienen und auszudrücken vermag.
l’AUC
wurde 1996 von Djamel Klouche, Caroline Poulin und François Decoster in Paris gegründet. Das europaweit tätige Architektur- und Stadtplanungsbüro, das 2020 mit Alessandro Gess als Partner erweitert wurde, arbeitet an Projekten unterschiedlichen Maßstabs, deren Gleichwertigkeit sie betonen. Das Herausarbeiten und Ausloten der wechselseitigen Beziehung von Architektur und Urbanismus bildet die Grundlage ihrer Entwurfspraxis, bei der es darum geht, jedes Projekt aus seiner situationsspezifischen Komplexität heraus zu entwickeln. L’AUC war 2005 Preisträger des Palmarès National des Jeunes Urbanistes.
BAST
Bureau Architectures Sans Titre, kurz BAST, wurde 2013 von Laurent Didier, Louis Leger und Mathieu Le Ny in Toulouse gegründet. Ihre Herangehens-weise ist von einem proaktiven Forschungsgeist bestimmt und stellt das Experiment mit den verschiedentlichen Potentialen eines Projekts in den Vorder-grund. Aus jedem einzelnen Entwurfsschritt gehen neue Lösungen hervor, die fortlaufend weiter befragt werden. Es ist also keine formale Methodik, son-dern ein intensiver Entwicklungsprozess, der ihren Projekten – zumeist Umbauten und Interventionen im Bestand – zugrunde liegt und die Identität des Büros ausmacht.
Bourbouze & Graindorge
wurde 2005 von Gricha Bourbouze (* 1974) und Cécile Graindorge (* 1973) in Paris gegründet und ist seit 2010 in Nantes ansässig. Frühe Anerkennung fanden sie durch eine Reihe von kollektiven Wohnungsbauten, die sich durch ihren starken strukturellen Ansatz in der Gestaltung, ihre typologische Organisation und ihre Sensibilität für die Materialität auszeichnen. In jüngerer Zeit arbeiten sie an deutlich großmaßstäblicheren Projekten, die einen starken städtebaulichen Bezug haben. 2020 erschien ihre erste Monografie 1171 chambres.
Bruther
wurde von Stéphanie Bru und Alexandre Theriot 2007 in Paris gegründet. Bereits ihre ersten realisierten Projekte wurden für den Mies-van-der-Rohe-Preis nominiert und mit dem Silver Square Award ausgezeichnet. Derzeit arbeitet Bruther an Projekten in Frankreich, der Schweiz, Belgien und Deutschland. 2019 widmete El Croquis dem Büro eine monografische Ausgabe. Beide waren 2018 Gastprofessoren an der EPF Lausanne. Alexandre Theriot ist seit 2019 außerordentlicher Professor an der ETH Zürich.
Emmanuel Caille
(* 1962) ist Architekt und Architekturkritiker. Nach praktischen Erfahrungen in großen Architekturbüros in Paris gründete er 2002 die monatlich erschei-nende Zeitschrift d’architectures (d’a), die er seitdem als Chefredakteur leitet. Caille unterrichtete an diversen Architekturhochschulen in Frankreich, nimmt aktiv an öffentlichen Debatten teil und wird zu Wettbewerbsjurys im In- und Ausland eingeladen.
Jean-Louis Cohen
(* 1949) ist Architekt, Architekturhistoriker und seit 1994 Inhaber des Lehrstuhls für Architekturgeschichte am Institute of Fine Arts der New York University. Zu seinen bislang über 30 Büchern zählen France – Modern Architectures in History (2015), Le Corbusier – An Atlas of Modern Landscapes (2013), The Future of Architecture – Since 1889 (2012), Architecture in Uniform (2011) und Le Corbusier and the Mystique of the USSR (1992). Er kuratierte zahlreiche Ausstellungen, u. a. im Centre Pompidou in Paris, CCA in Montréal und MoMA in New York. 2014 war er Kurator des französischen Pavillons der Architekturbiennale in Venedig.
Sophie Delhay
(* 1974) ist Architektin und unterrichtet an der ENSA de Versailles. In ihrer Architektur wird gemeinschaftliches Leben zur Grundvoraussetzung dafür, wie Landschaft, Stadt und Architektur gestaltet werden. Im Jahr 2019 gewann sie für ihren Sozialwohnungsbau Unité(s) – La Quadrata Residence in Dijon den Prix de l’Équerre d’Argent in der Kategorie Wohnungsbau.
Rémi Feredj
(* 1958) ist Direktor der Immobiliensparte von La Poste, Frankreichs staatlichem Postunternehmen. Außerdem steht er ihrem Tochterunternehmen Poste immo als Geschäftsführer vor, das für Projektentwicklungen zuständig ist und 900 Mitarbeiter*innen beschäftigt. Zuvor leitete Feredj den Immobilienbe-reich des staatlichen Konzerns RATP, der die öffentlichen Verkehrsmittel in Paris und dem Umland betreibt. Er ist Vizepräsident der International Urban Development Association.
Françoise Fromonot
(* 1958) ist Architektin, Architekturkritikerin und Professorin für Entwurf, Geschichte und Theorie an der ENSA Paris-Belleville. In ihren Büchern La Campagne des Halles (2005) und La Comédie des Halles (2019) unterzog sie dieses Pariser Stadterneuerungsprojekt einer kritischen Betrachtung, Trans-forming Landscapes (2020) ist eine Monografie über den französischen Landschaftsarchitekten Michel Desvigne. Sie ist Gründungsmitglied und Contribu-ting Editor der Architekturzeitschrift criticat, die 2016 eine Auswahl von Beiträgen aus ihren ersten 10 Ausgaben in englischer Sprache unter dem Titel Yours critically veröffentlichte.
Finn Geipel
(* 1958) ist Architekt und Urbanist. Von 1987 bis 2001 leitete er das Büro Labfac in Paris und seit 2001 das Büro LIN Architekten Urbanisten mit Standor-ten in Berlin und Paris. Er war Gastprofessor an der ESA Paris, der ESARQ Barcelona, der Columbia University New York und am MIT in Cambridge, und ist seit 2000 Professor für Architektur an der TU Berlin, wo er das Labor für integrative Architektur (LIA) leitet. Für seine Städtebauprojekte und Realisatio-nen in Frankreich wurde er zum Chevalier de la Légion d’Honneur und Chevalier des Arts et des Lettres ernannt.
GRAU
ist ein Architektur- und Stadtplanungsbüro, das 2010 in Paris gegründet wurde und von Susanne Eliasson und Anthony Jammes geleitet wird. Mit Projekten in Frankreich und Europa, und einer starken Expertise im Wohnungsbau, arbeitet das Büro im Spannungsfeld zwischen Architektur und Städtebau. 2016 wurde GRAU mit dem Palmarès des Jeunes Urbanistes des französischen Ministeriums für Wohnungsbau ausgezeichnet.
Inessa Hansch
(* 1970) ist Architektin und gründete 2007 in Paris ihr Büro Inessa Hansch Architecte. Mit einem Augenmerk auf dem Maßstab und der Bewegung des menschlichen Körpers im Raum gestaltete sie öffentliche Räume in Le Havre, Caen, Versailles und Luxemburg. Vor kurzem wurde sie vom Stadtplanungsamt der nordfranzösischen Region Artois mit der Leitung eines Forschungsprojekts über neue Wohnformen für den Großraum Artois beauftragt.
André Kempe
(* 1968) hat Architektur und Städtebau an der TU Dresden sowie in Paris und Tokio studiert. Gemeinsam mit Oliver Thill gründete er im Jahr 2000 in Rotterdam das Architekturbüro Atelier Kempe Thill Architects and Planners. Er war Gastprofessor an verschiedenen europäischen Architekturschulen, u. a. an der TU Delft, Academie van Bouwkunst Arnhem, Academie van Bouwkunst Rotterdam, EPF Lausanne, PBSA Düsseldorf und TU Berlin. Seit September 2020 hat er gemeinsam mit Oliver Thill eine Professur an der Leibniz Universität Hannover inne. Er ist seit 2016 Vorstandsmitglied von Europan NL.
John Klepel
(* 1982) ist Architekt. Gemeinsam mit Finn Geipel befasst er sich schwerpunktmäßig mit Strategien für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Nach meh-reren Forschungsprojekten zu Gebäudetypologien und urbaner Dichte an der TU Berlin (2006–09) leitet er seit 2009 Studien, Wettbewerbe und Realisie-rungsprojekte bei LIN mit Fokus auf urbanen Wohnungsbau. Seit 2013 arbeitete er u. a. am Bremer Punkt, einem seriellen Pilotprojekt für flexiblen Woh-nungsbau, das 2017 beim Deutschen Architekturpreis und 2018 beim Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichnet wurde.
Lacaton & Vassal
wurde 1987 von Anne Lacaton (* 1955) und Jean-Philipp Vassal (* 1954) gegründet. Lacaton ist seit 2017 Professorin an der ETH Zürich, Vassal unterrichtet sei 2012 als Professor an der UdK Berlin. Schlüsselprojekte sind u. a. der Umbau des Palais de Tokyo in Paris (2012), der Neubau der ENSA Nantes (2009), und der soziale Wohnungsbau der Cité Manifeste in Mulhouse (2005). In der Studie PLUS: Les grands ensembles de logements – Territoire d’exception setzten sie sich intensiv mit dem Großwohnungsbau der Nachkriegsmoderne auseinander. Ihnen wurden zahlreiche nationale und internationale Preise verliehen, darunter der EU Mies van der Rohe Award 2019 und der Global Award for Sustainable Architecture 2018.
Éric Lapierre
(* 1966) ist Architekt, Theoretiker, Autor und Kurator und lebt in Paris, wo er sein Büro Éric Lapierre Experience (ÉLEX) mit seinen beiden Partnern Tris-tan Chadney (* 1988) und Laurent Esmilaire (* 1986) leitet und Projekte europaweit realisiert. Sie schaffen tektonische Objekte, die sich durch ihre mate-rielle wie formale Qualität (Rationalität) und auch ihre theoretische Dimension auszeichnen. Éric Lapierre ist Professor für Entwurf und Theorie an der EPF Lausanne und an der ENSA Paris-Est und Gastkritiker an der Harvard GSD. 2019 war er Chefkurator der Architekturbiennale in Lissabon mit dem Titel The Poetics of Reason, wo er mit der Ausstellung „Economy of Means“ den Begriff der „Ökonomie der Mittel“ in den internationalen Architekturdiskurs einführte.
LIST
ist ein Architekturbüro mit Sitz in Paris, das 2012 von Ido Avissar (* 1972) gegründet wurde. An der Schwelle von angewandter Architektur und Forschung positioniert sich LIST zwischen den Disziplinen Architektur, Urbanismus, Landschaft und Entwurf und somit außerhalb des vorgegebenen Rahmens. Ido Avissar leitet das Masterprogramm Fragments an der ENSA Paris-Est und ist Gastprofessor am Berlage Institut in Delft.
Muoto
wurde 2003 von Gilles Delalex und Yves Moreau in Paris gegründet und arbeitet in den Bereichen Architektur, Stadtplanung und wissenschaftlicher For-schung. In ihren Projekten entwerfen sie oft sehr minimale Strukturen, die es erlauben, verschiedene Nutzungen zu kombinieren und wirtschaftliche mit ästhetischen Aspekten zu vereinen. Gilles Delalex unterrichtet an der ENSA Paris-Malaquais, Yves Moreau an der PBSA Düsseldorf. Muoto wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter Silber beim Holcim Award 2014, mit dem Prix de l’Équerre d’Argent 2016 und dem Prix Dejean 2019 der Académie d’Architecture.
Anh-Linh Ngo
(* 1974) ist Architekt, Autor und Mitherausgeber von ARCH+. Er war Mitbegründer der internationalen Initiative projekt bauhaus, die sich von 2015–19 mit Symposien, Workshops, Pop-up-Ausstellungen und einer Performance kritisch mit den Ideen des Bauhaus auseinandersetzte. 2010–16 war er Mitglied des Kunstbeirats des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), für das er 2009 die Wanderausstellung Post-Oil City entwickelte. 2018 hatte die von ihm mitinitiierte und kuratierte ifa-Ausstellung An Atlas of Commoning – Orte des Gemeinschaffens in Berlin Premiere und tourt seitdem für 10 Jahre weltweit. Er ist Kuratoriumsmitglied der IBA 2027 Stadt-Region Stuttgart.
Armand Nouvet
(* 1964) ist Architekt und Stadtplaner und absolvierte den Diplomstudiengang für Geschichte der zeitgenössischen Architektur an der Sorbonne. Seit 2000 unterrichtet er Architektur, zuerst an der ENSA Paris-Malaquais, dann an der ENSA Nantes und derzeit an der ENSA Paris-Belleville. 2011 gründete er sein Architekturbüro in Paris mit einem Fokus auf Projekten des sozialen Wohnungsbaus.
NP2F
ist ein von François Chas, Nicolas Guérin, Fabrice Long und Paul Maitre Devallon im Jahr 2009 gegründetes Architekturbüro in Paris. Schwerpunkte sind Wohnungsbau, Kultur- und Hochschulgebäude, Sportstätten sowie Projekte im öffentlichen Raum. 2014 kuratierten sie gemeinsam mit Thierry Mandoul im Pavillon de L’Arsenal in Paris die Ausstellung Sports – Portrait d’une Métropole.
Beatriz Ramo
(* 1979) ist Architektin und Stadtplanerin und gründete 2006 ihr Büro STAR strategies + architecture in Rotterdam. Seit 2012 liegt der Fokus ihrer Arbeit auf Wohnbau im Kontext des Pariser Großraums, wo STAR derzeit das experimentelle Wohnbauprojekt LOT 3H in Ivry-sur-Seine entwickelt. Ramo war von 2012 bis 2016 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von AIGP – Atelier International du Grand Paris. Seit 2008 ist sie Managing und Contributing Editor der Zeitschrift MONU.
Septembre
ist ein 2010 gegründetes Büro für Architektur und urbane Strategien, dem Lina Lagerström, Memia Belkaid, Sami Aloulou, Emilia Jansson und Dounia Hamdouch angehören. Mit biografischen Hintergründen in Nordafrika, Skandinavien und Deutschland und Ausbildungen in Architektur, Stadtplanung und Innenarchitektur können sie auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, der ihr Denken und Handeln bestimmt. Sie verfolgen einen kontextbezogenen Architekturansatz, bei dem die genaue Auseinandersetzung mit den Bedingungen des jeweiligen Ortes die Voraussetzung für ihre subtilen räumlichen Interventionen bilden.
Jean-Louis Violeau
(* 1969) ist Soziologe, Professor an der ENSA Nantes und forscht am Centre de Recherche Nantais Architectures Urbanités. Er ist Autor von L’utopie et la ville (2013), Les architectes et Mai 81 (2011), Les architectes et Mai 68 (2005) und Quel enseignement pour l’architecture (1999), und gab mit Craig Buckley die Anthologie Utopie – Texts and Projects: 1967–1978 (2011) heraus. 2018 kuratierte er mit Caroline Maniaque und Eléonore Marantz die Ausstellung Mai 68 — l’architecture aussi! in der Cité de l’Architecture et du Patrimoine in Paris. Derzeit arbeitet er an einem Band zur „postmodernen“ Pariser Architektur.
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